Trotz eines frühen Rückstands hat der VfB Stuttgart das Millionen-Spiel gegen Bayer Leverkusen gewonnen und sich in der Fußball-Bundesliga wieder auf einen Champions-League-Platz vorgeschoben. Die Schwaben bezwangen die Werkself in einer äußerst unterhaltsamen Partie verdient mit 3:1 (2:1) und eroberten in der Tabelle den vierten Rang zurück.
Stuttgart und die TSG 1899 Hoffenheim stehen vor dem letzten Spieltag bei jeweils 61 Punkten, Leverkusen liegt nun drei Zähler dahinter. Womöglich müssen sich Bayer und der umstrittene Trainer Kasper Hjulmand nach dem Tiefschlag beim VfB mit der Europa League begnügen, in der deutlich weniger Geld ausgeschüttet wird als in der Königsklasse.
Aleix Garcia brachte Leverkusen bereits in der ersten Minute in Führung. Die Stuttgarter Ermedin Demirovic (5.), Maximilian Mittelstädt (45.+7/Foulelfmeter) und Deniz Undav (58.) drehten das Spiel vor 60.000 Zuschauern aber.
Nachdem sich die beiden Clubs in den vergangenen Jahren bereits mehrere spektakuläre Duelle geliefert hatten, wollte VfB-Trainer Sebastian Hoeneß auch in seinem 150. Pflichtspiel mit den Stuttgartern «richtig was abbrennen». Erst einmal brannte es aber im Strafraum seines eigenen Teams - und zwar richtig.
Nach einem heftigen Ballverlust von VfB-Verteidiger Ramon Hendriks sorgte Aleix Garcia schon nach etwas mehr als 30 Sekunden für die Bayer-Führung.
Die Stuttgarter schüttelten sich kurz - und schlugen umgehend zurück. Demirovic vollendete eine schöne Kombination mit einem Flachschuss ins linke Eck. Es war die erste von vielen guten Szenen des Angreifers.
Vieles hatte sich vor dem Spiel auf das Duell der beiden Torjäger Undav und Patrik Schick konzentriert. Doch Demirovic war es, der zunächst immer wieder für Unruhe sorgte und in der ersten Halbzeit an jeder gefährlichen Stuttgarter Offensivaktion beteiligt war. In der 24. Minute hätte der Nationalstürmer das 2:1 erzielen müssen - Leverkusens Edmond Tapsoba rettete aber spektakulär.
A propos Tapsoba: Auch Bayers Abwehr-Kante stand mehrfach im Fokus. In der 19. Minute hatte der 27-Jährige Stuttgarts Mittelfeld-Strategen Angelo Stiller im Leverkusener Strafraum abgeräumt, aber auch den Ball gespielt. Stiller wurde lange behandelt, konnte schließlich aber weitermachen.
In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs ging Tapsoba dann wieder ungestüm zu Werke. Diesmal gab es, nach einem Hinweis des Video-Referees, Elfmeter. Mittelstädt verwandelte cool zur längst verdienten VfB-Führung.
Nach der Pause ging's direkt so weiter. Nachdem Demirovic erneut getroffen hatte, wurde ein Zweikampf zwischen Tapsoba und Chema Andrés lange überprüft. Letztlich gab es indirekten Freistoß für die Gäste, weil Undav zuvor knapp im Abseits gestanden hatte.
Undav war die ganze Zeit darum bemüht, seine kleine Torflaute zu beenden und nahm viele Abschlüsse. Nach knapp einer Stunde platzte dann auch bei ihm der Knoten: Nach vier Liga-Spielen ohne eigenen Treffer sorgte der 29-Jährige artistisch für das 3:1 und belohnte den VfB für seine Offensivbemühungen.
Zehn Minuten später musste der Nationalspieler angeschlagen ausgewechselt werden. Brenzlig wurde es für den VfB aber auch ohne Undav nicht mehr.

