
„Die Belastungsgrenze ist überschritten“ und „Plastikmüll ist eine tickende Zeitbombe“, mit diesen Schlagzeilen eröffnete Frank Herrmann am vergangenen Donnerstag seinen Vortrag über Ursachen und Auswirkungen von immer mehr Plastikherstellung und -verbrauch.
Das Grundproblem: Drei Viertel aller Kunststoffe landen im Müll, die Recyclingquote ist gering. Das Recycling selbst ist auch problematisch, weil bei der notwendigen Zerkleinerung der Kunststoffpartikel diese wiederum als Mikroplastik (kleiner 5 mm) in die Atemluft gelangen und dort ihre gesundheitsschädigende Wirkung entfalten können. Ein Großteil der schädlichen Mikroplastikpartikel entsteht im Straßenverkehr durch Reifen- sowie Asphaltabrieb und auf Sport- und Spielplätzen. Neuerdings auch immer mehr durch Waschen von Kleidung aus Kunststofffasern.
Neben politischen Maßnahmen, die die Kunststoffindustrie zügeln sollte, stellte Frank Herrmann Maßnahmen in den Blick, die jeder von uns ergreifen kann, um dem Plastikproblem beizukommen: verpackungslos einkaufen, wiederverwendbare To-go-Becher, Kleidung verantwortungsvoll kaufen und lange tragen, feste statt flüssige Seife, Putzmittel sparsam dosieren und vieles mehr.
Maxime muss sein: Was nicht produziert wurde, muss auch nicht recycelt werden. D. h. Plastikvermeidung ist das Gebot der Stunde.
Frank Herrmann beendete seinen gut besuchten Vortrag, an den sich auch eine lebhafte Fragerunde der Besucher anschloss, mit einem Zitat frei nach Wolfgang von Goethe: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun“.
U.G.