Neugierig betraten die Schüler das moderne Schulgebäude und bekamen zunächst eine kleine Führung durch die Räumlichkeiten. Christine Weidenauer, Abteilungsleiterin am Standort Hockenheim, begrüßte die Jugendlichen herzlich. Mit ihren Kollegen hatte sie für die nächsten Stunden ein buntes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Anhand praktischer Übungen konnten die Schüler die Bereiche Pflege, Ernährung und Hauswirtschaft sowie IT kennen lernen.
Beim Betreten des Pflegeraumes bekamen Max, Imre, Sam, Mohammed und Valton erstmal einen gewaltigen Schreck. Eine täuschend echte, lebensgroße Puppe lag für Übungszwecke in dem Pflegebett neben der Tür. Geübt wurde aber an einem deutlich kleineren Modell, einer Säuglingspuppe. Die Jungen lernten, wie sie das ‚Baby‘ richtig ablegen, baden und wickeln konnten. Die ermutigenden Worte der Lehrerin Marion Klund motivierte die Jungen und jeder wollte unbedingt einmal selbst an der Puppe üben. „Ich habe das schon öfter bei Verwandten gemacht“, bemerkte Mohammed, als er beim zweiten Versuch erfolgreich eine neue Windel angelegt hatte. In der Lehrküche erhielten die Schüler bei Viktor Schmidt und Sabine Wulle einen Überblick über die Lerninhalte im Bereich Ernährung. Erfreut stellten sie fest, dass bei der Auswahl der Rezepte auch Lieblingsspeisen und Wünsche der Schüler Berücksichtigung fanden. Vittorio und Sascha erzählten im darauffolgenden Gespräch stolz, dass sie beide ihre letzten Praktika in Restaurants absolviert hatten und dabei viele Erfahrungen in der Küche sammeln konnten. Passend zum heißen Wetter durften die Schüler anschließend aus bereitliegenden Zutaten eigene Obst- und Gemüsespieße kreieren. Im PC-Raum gestalteten sie bei Monika Kraus und Tanja Reichert Namensschilder mit passenden Symbolen und Motiven.
Beim Abschlussgespräch mit Christine Weidenauer und den teilnehmenden Lehrkräften wurden noch offene Fragen beantwortet. Die Mädchen und Jungen erfuhren, dass sie je nach beruflichem Interesse die Möglichkeit haben, im Anschluss an Klasse 9 im Rahmen des Vorqualifizierungsjahres Arbeit/Beruf (VAB) einen Abschluss zu erwerben, der dem Hauptschulabschluss gleichwertig ist. Zudem gibt es die Optionen, eine dreijährige Ausbildung zum Fachpraktiker Hauswirtschaft oder eine einjährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer zu machen.
Begeistert reagierten die Jugendlichen auf die Ankündigung, dass im kommenden Schuljahr eine neue Kooperation zwischen den beiden Schulen starten wird: Der Unterricht in Alltagskultur, Ernährung und Soziales (AES) in Klasse 9 wird in der Lehrküche der Louise-Otto-Peters-Schule stattfinden – unter Beteiligung je einer Lehrerin beider Schulen. Zudem begleitet eine Lehrkraft des SBBZ die Schüler im Folgejahr nach ihrem Abschluss weiter im Berufschulunterricht. (ms)