In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Schulsituationsberichte für das Berichtsjahr 2025/2026 der beiden örtlichen Schulen Albert‑Schweitzer‑Schule und Ludwig‑Uhland‑Schule sowie die ergänzenden Berichte zur Ganztagsbetreuung und zur Schulsozialarbeit zur Kenntnis genommen. Die Berichte geben einen umfassenden Einblick in den aktuellen Stand, die Entwicklung und die pädagogischen Schwerpunkte des schulischen Lebens in Denkendorf.
Die Albert‑Schweitzer‑Schule beschult im Schuljahr 2025/2026 insgesamt 523 Schülerinnen und Schüler in 25 Klassen, darunter eine Vorbereitungsklasse (VKL) und eine Außenklasse, und einem Bildungsangebot für Schülerinnen und Schüler des SBBZ Rohräckerschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung.
Ein Schwerpunkt ist das Lernen in inklusiven und kooperativen Gruppen, beispielsweise durch Außenklassen mit Schwerpunkten auf gemeinsamem Lernen und sozialen Kompetenzen. Zudem stehen Differenzierungs- und Förderangebote zur Verfügung, darunter spezielle Kurse für Schülerinnen und Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten. Die Schule beteiligt sich zudem an landesweiten Unterstützungsprogrammen zur Schließung von Lernlücken. Ebenso wichtig ist die gezielte Förderung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen durch bewährte Förderkonzepte. Auch werden viele zusätzliche Projekte geboten, wie Theaterstücke oder Sportaktionstage an der Grundschule oder Auslandsfahrten und Methodentage an der Realschule.
Die digitale Ausstattung der Schule wurde weiterentwickelt und fließt in den Unterricht mit ein, um Lerninhalte anschaulich und individuell vermitteln zu können. Bei der Medienentwicklung spielt neben dem Einsatz digitaler Tafeln und iPads vor allem das schulische Mediencurriculum eine zentrale Rolle.
Pädagogisch zeigt sich im Berichtsjahr ein hoher Bedarf an individueller Begleitung, nicht nur im fachlichen, sondern auch im sozial-emotionalen Bereich. Dies betrifft beispielsweise Unsicherheiten, Konflikte im sozialen Miteinander und psychosoziale Belastungen, die auch digital bedingte Herausforderungen einschließen.
Die Ludwig-Uhland-Schule verzeichnet im Schuljahr 2025/2026 253 Schülerinnen und Schüler in 12 Klassen, sowie 13 Kinder in der Vorbereitungsklasse (VKL). Das schulische Leben ist geprägt von vielfältigen unterrichtsbegleitenden Angeboten wie einer Musical-AG, Musik-Basic-Kursen, dem Schulgartenprojekt, einem Leseclub, sportlichen Projekttagen und weiteren kreativen Aktivitäten. Diese Angebote fördern nicht nur fachliche, sondern auch soziale und persönliche Kompetenzen.
In der Zusammenarbeit mit Eltern wurde ein erhöhter Beratungsbedarf festgestellt – etwa bei frühen Einschulungswünschen, Entwicklungs- oder Lernfragen. Sprache und Basiskompetenzen stehen weiterhin im Fokus pädagogischer Arbeit. Die Schule setzt hierfür landesweite Sprachförderprogramme um und fördert Kinder mit Migrationshintergrund intensiv, zum Beispiel in der VKL und durch zusätzliche Sprachförderstunden. Die Schule nutzt digitale Medien regelmäßig zur differenzierten Förderung und diagnostischen Unterstützung der Lernprozesse.
Die Ganztagsbetreuung an der Albert-Schweitzer-Schule und der Ludwig-Uhland-Schule wird in enger Kooperation zwischen Schule, Gemeinde und dem Kreisjugendring Esslingen angeboten und umfasst verlässliche Betreuungszeiten vor und nach dem Unterricht.
In der Schulkindbetreuung der Ludwig-Uhland-Schule nehmen im Berichtsjahr 139 Kinder teil, an der Albert-Schweitzer-Schule 66 Kinder. Dabei zeigte sich ein steigender Betreuungsbedarf, insbesondere in den ersten Klassen. Die Betreuung wird über ein flexibles Bausteinsystem angeboten und durch ein Team von pädagogischen Mitarbeitenden sowie Jugendbegleiterinnen getragen. Herausforderungen bestehen insbesondere durch steigende sozial-emotionale Bedürfnisse der Kinder und einen hohen organisatorischen Aufwand. Projekte wie Musical- oder Leseangebote bereichern das Nachmittagsprogramm und stärken Gemeinschaftsgefühl und Teilhabe.
Die Schulsozialarbeit an der Ludwig-Uhland-Schule und der Albert-Schweitzer-Schule ist ein freiwilliges und vertrauliches Angebot für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Sie unterstützt bei individuellen Problemlagen, sozialen Konflikten, Lernproblemen und familiären Belastungen.
Die Schulsozialarbeiterinnen haben im Berichtsjahr eine deutliche Zunahme an Beratungsanfragen erlebt, von emotionalen Belastungen über Motivationsthemen bis hin zu familiären Herausforderungen. Es wurden viele Gruppen- und Projektangebote wie Sozialkompetenztraining, Waldtage oder kreative Aktivitäten durchgeführt, um sozialen Zusammenhalt und gesundes Miteinander zu fördern.
Die Schulsituationsberichte zeigen, dass die örtlichen Schulen gut aufgestellt sind, sowohl in der personellen Versorgung als auch in der pädagogischen und sozialen Förderung. Wichtige Schwerpunkte bleiben die individuelle Unterstützung der Schülerinnen und Schüler, die Integration digitaler Medien, die Zusammenarbeit mit Eltern sowie die Begleitung sozial-emotionaler Prozesse. Auch die Ganztagsbetreuung und Schulsozialarbeit leisten einen wesentlichen Beitrag zur ganzheitlichen Förderung.
Der Gemeinderat begrüßte die engagierte Arbeit aller Beteiligten und wird die weitere Entwicklung der schulischen Angebote im Blick behalten. Insbesondere steht der zum Schuljahr 2026/27 geplante bundesweite Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder – zunächst für die ersten Klassenstufen mit stufenweiser Ausweitung auf alle Klassen bis 2030 – im Fokus. Für das Jahr 2026 wurde eine Ganztagsgrundschule aufgrund mangelnden Bedarfs abgelehnt. Eine erneute Umfrage im Frühjahr 2026 soll das aktuelle Interesse an einer Ganztagsgrundschule ermitteln.