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//Schulsozialarbeit nun an allen Schulen im Oberen Enztal//

Schüler sollen emotional und sozial unterstützt werden Große Freude an der Grundschule Oberes Enztal: Das Landratsamt befürwortet den Antrag des Zweckverbandes...
Kinder und Erwachsene stehen zusammen und unterhalten sich.
Von Schulsozialarbeit profitiert die gesamte Schulgemeinschaft: Kinder, Eltern und Lehrkräfte.Foto: Gaby Göbel

Schüler sollen emotional und sozial unterstützt werden

Große Freude an der Grundschule Oberes Enztal: Das Landratsamt befürwortet den Antrag des Zweckverbandes auf die Neuschaffung einer Schulsozialarbeitsstelle mit einem Stellenumfang von 25 Prozent an der Grundschule Enzklösterle. Die Schule wird sich den Schulsozialarbeiter mit der Grundschule Seewald-Besenfeld teilen. Finanziert wird die Stelle durch Zuschüsse von Land und Landkreis sowie einem Eigenanteil der Gemeinde bzw. des Zweckverbandes.
Mit dieser Entscheidung gibt es nun an allen Schulen im Oberen Enztal Schulsozialarbeiter. Diese arbeiten engagiert, um Schüler sozial und emotional zu unterstützen. Der „Wildbader Anzeiger“ sprach mit den aktuell tätigen Schulsozialarbeitern der Wilhelmschule (WS) und der Fünf-Täler-Schule (FTS), Lotta Krames und Daniel Bauer, sowie mit Lisa Arp, die den Jugendlichen am Enztal-Gymnasium (ETG) zur Seite steht. Auch die Schulleitungen der Fünf-Täler-Schule und der Grundschule Oberes Enztal (GOE) kamen zu Wort.

Herausforderungen nehmen zu

„Die Herausforderungen im Schulalltag nehmen zu“, berichtete Regina O. Ngassam, Rektorin der GOE, in der Sitzung des Zweckverbandes Grundschule Oberes Enztal. Unterschiedliche familiäre Hintergründe, soziale Rahmenbedingungen und individuelle Lebenssituationen wirkten sich unmittelbar auf das Verhalten, die Lernbereitschaft und das soziale Miteinander der Kinder aus. Die Schulsozialarbeit kann hier unterstützend tätig werden und die Situation sowohl für Lehrkräfte als auch für Eltern verbessern, begründete Regina O. Ngassam den Antrag auf Schaffung einer entsprechenden Stelle an ihrer Schule.

Was ist Schulsozialarbeit?

Die Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges und kostenloses Angebot der Jugendhilfe mit dem Ziel, Kinder und Jugendliche zu begleiten, zu unterstützen und zu fördern. Sie ist Ansprechpartnerin für Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Zentrale Aufgaben der Schulsozialarbeit sind unter anderem die frühzeitige Unterstützung der Schüler bei sozialen, emotionalen und familiären Herausforderungen, die Stärkung sozialer Kompetenzen und der Klassengemeinschaft, präventive Arbeit, Einzelfallhilfe und Beratung für Kinder und Eltern, die Unterstützung und Entlastung der Lehrkräfte im Schulalltag sowie die Förderung einer konstruktiven Zusammenarbeit zwischen Schule, Elternhaus und außerschulischen Institutionen. Die Grundsätze der Schulsozialarbeit sind Freiwilligkeit, Verschwiegenheit und Neutralität.

Warum braucht es die Schulsozialarbeit bereits in der Grundschule?

Schulsozialarbeit an der Grundschule ist wichtig, um die soziale und emotionale Entwicklung von Kindern frühzeitig zu unterstützen. Sie fördert ein positives Schulklima und hilft bei der Integration aller Schüler, einschließlich solcher mit besonderen Bedürfnissen. Außerdem arbeitet sie mit den Familien zusammen, um Probleme frühzeitig zu lösen, berichten Lotta Krames und Daniel Bauer. Der Altersschwerpunkt der Beratungen liegt in den Klassenstufen drei bis sieben, führen sie weiter aus. Die Probleme der Schüler sind oft altersspezifisch, sowohl bei den Jüngeren als auch bei den Älteren. Ebenso gibt es aber auch altersübergreifende Themen, die alle Schüler gleichermaßen betreffen.

Wie wird das Angebot von den Schülern angenommen?

Über die letzten Jahre ist an allen Schulen ein Anstieg der Inanspruchnahme zu verzeichnen, weiß Lisa Arp vom ETG. An Schulen wie die FTS und das ETG, an denen schon länger Schulsozialarbeit angeboten wird, befinden sich die Zahlen inzwischen auf einem stabilen, gleichbleibenden Niveau. Das Angebot wird von den Schülern gut angenommen. Die Problematiken sind vielfältig und liegen sowohl im schulischen als auch im privaten und zwischenmenschlichen Bereich.

Wo liegen die Probleme speziell im ländlichen Raum?

Das Landleben birgt insbesondere infrastrukturelle Problematiken, sind sich die drei Schulsozialarbeiter einig. Hierzu gehört zum Beispiel, dass es weniger und schlechter erreichbare externe Fach- und Beratungsstellen gibt. Schulsozialarbeit kann hier ein niederschwelliges Angebot direkt an den Schulen darstellen.

Welcher Art sind die Angebote an den Grund- und weiterführenden Schulen?

Jede Schule hat ein Präventionsteam, das aus Lehrkräften und der Schulsozialarbeit besteht. Dieses Team legt spezielle Präventionsprojekte für die verschiedenen Klassenstufen fest. Aktuell sind dies beispielsweise am ETG: Mobbingprävention in Klasse fünf, Gewaltprävention in Klasse sechs, Medienprävention in Klasse sieben, Gesundheits- und Drogenprävention in Klasse acht, Umgang mit Fake News in Klasse neun, Demokratiebildung in Klasse zehn sowie Verkehrssicherheit in Klasse zehn/elf.

Schulsozialarbeit ist unverzichtbar

Guido Störk, Tanja Insinna und Tina Haas vom Schulleitungsteam der FTS bekräftigen, dass die Schulsozialarbeit aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken ist. Schule sei längst nicht mehr nur ein Lernort, sondern auch ein zentraler Lebensraum für die Kinder. Gerade in einer Zeit, in der viele Kinder mit familiären, sozialen oder emotionalen Belastungen zu kämpfen hätten, sei die Schulsozialarbeit ein unverzichtbarer Bestandteil eines funktionierenden Systems Schule.

Schulsozialarbeit entlastet die Pädagogen

Schulsozialarbeit entlastet Lehrkräfte und Schulleitung erheblich. Sie übernimmt Gespräche, Begleitung und Vermittlung in Situationen, die über den klassischen Unterrichtsauftrag hinausgehen. Dadurch können sich Lehrkräfte im Idealfall stärker auf ihre pädagogische Kernarbeit konzentrieren, während die Kinder gleichzeitig professionelle Unterstützung erhalten. Für die Schulleitung ist Schulsozialarbeit zudem ein wichtiger Partner bei Konflikten, Krisenfällen oder in der Elternarbeit, bestätigen die Lehrkräfte.

Kinder profitieren spürbar

Die Pädagogen erleben, dass die Kinder spürbar von der Schulsozialarbeit profitieren. „Allein das Wissen, eine feste, verlässliche Ansprechperson außerhalb des Unterrichts zu haben, wirkt entlastend. Viele Schüler kommen ruhiger, reflektierter und lösungsorientierter aus den Beratungsgesprächen zurück. Sie fühlen sich ernst genommen, gesehen und gehört – und das wirkt sich oft positiv auf ihr Verhalten und ihre Haltung im Schulalltag aus“, so die Mitglieder des Schulleitungsteams.

Schulsozialarbeit wirkt präventiv

Durch regelmäßige Präsenz, offene Sprechstunden und präventive Angebote wie Klassenrat, Sozialtraining oder Programme wie „Gemeinsam Klasse sein“ werden Konflikte oft frühzeitig erkannt. Dadurch können sie bearbeitet werden, bevor sie eskalieren. Viele Situationen lassen sich so klären, ohne dass sie den Unterricht oder das Klassenklima dauerhaft belasten.

Positivere Gesamtstimmung in der Schule

Das Schulleiterteam ist überzeugt davon, dass die Schulsozialarbeit zu einem positiven Schulklima beiträgt. Sie versucht, einen respektvollen, wertschätzenden Umgang miteinander zu fördern und das soziale Miteinander zu stärken. Kinder erleben Schule als einen Ort, an dem nicht nur Leistung zählt, sondern auch ihre Gefühle und Sorgen ernst genommen werden. (gg)

Zwei Mädchen spielen mit einer Waage.
Balance und Harmonie im Schulalltag - hier hilft die Schulsozialarbeit.Foto: Gaby Göbel
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von Stadt Bad WildbadRedaktion NUSSBAUM
09.03.2026
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