Vor circa eineinhalb Jahren machte sich die Projektgruppe „Schutzkonzept“ auf den Weg, ein solches Schutzkonzept für den TVW zu erarbeiten. Hierzu fand beispielsweise eine Befragung aller Kinder und Jugendlichen im Verein sowie deren Eltern und auch aller ehrenamtlich Tätigen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit beim Turnverein statt. Bei dieser Befragung ging es darum, Risiken und Potenziale im Verein zu erkennen und in ein Schutzkonzept einfließen zu lassen. Begleitet wurde dieser Weg über 1,5 Jahre durch Wildwasser Karlsruhe e.V., eine Beratungsstelle mit dem Schwerpunkt sexualisierte Gewalt, bzw. durch den Kinderschutzbund.
Nach vielen Gesprächen und organisatorischer Arbeit in der Arbeitsgruppe fand am Samstag die Auftaktveranstaltung zum Thema „Kinder und Jugendliche schützen – Grenzen achten“ statt. Rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem Bereich der Kinder- und Jugendarbeit im TVW quer durch alle Abteilungen nahmen daran teil, ebenso wie der 1. Vorsitzende Volker Seith, der in seiner Begrüßung deutlich machte, dass es eine hohe Priorität hat, Kindern und Jugendlichen, aber auch den ehrenamtlich Tätigen, einen sicheren Raum im Verein zu bieten.
Referent der Veranstaltung war Jakob Wolfrum von der Fachstelle PriJuS (Prävention in Jugendarbeit und Sport) vom Stadtjugendausschuss Karlsruhe. Den Kontakt hat Jack Herbst hergestellt, der bis zu seinem Tod in der vergangenen Woche ebenfalls Teil der Projektgruppe war. Wir möchten uns an dieser Stelle für Jacks Einsatz bei uns bedanken. Er war mit seinem Fachwissen und seiner langjährigen Erfahrung in diesem Bereich eine große Bereicherung für uns.
Jakob Wolfrum vermittelte im ersten Teil der Veranstaltung Basiswissen zum Thema sexualisierte Gewalt. Ein Blick auf Zahlen aus der polizeilichen Kriminalstatistik aber auch auf Dunkelfeldstudien machte den Teilnehmenden bewusst, dass es ein wichtiges Thema ist und diese Form der Gewalt überall und in allen gesellschaftlichen Schichten vorkommen kann und verdeutlichte die Wichtigkeit, sich mit diesem Thema zu beschäftigen.
Im zweiten Teil ging es darum, selbst Situationen einzuschätzen, die im Vereinsalltag vorkommen könnten. Dabei war es interessant zu sehen, wie unterschiedlich die gleiche Situation von verschiedenen Menschen eingeschätzt wird und wie wichtig und hilfreich es daher ist, miteinander im Austausch zu sein.
Im dritten und abschließenden Teil lag der Fokus dann auf den Bereichen Prävention – hier wurde auch ein Blick auf Abläufe und Dokumente geworfen, die die Projektgruppe entwickelt hat – und Handlungswege im Falle eines Verdachts oder Vorfalls im Verein.
Das Fazit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer war, dass es zwar nicht einfach war, sich mit dem Thema sexualisierte Gewalt zu beschäftigen, dass sie jedoch viel aus der Veranstaltung mitnehmen können. Hierauf wollen wir zukünftig aufbauen.
Meike Ritter


