Letschte Woch‘ haben wir gefragt: Was meint man mit „Dascha‘diachle“?
A‘ Daschadiachle ist ein Taschentuch, in der Regel aus Stoff. Das gehörte immer zur Ausrüstung, egal ob großformatig in der Arbeitshose oder mit Spitzen umhäkelt für den Sonntag für die Frauen. Es wurde oft auch Sacktuch genannt.
Für nächschte Woch’ geit’s wieder nuie alta schwäbischa Wöter: Was sind die schwäbischen Begriffe für das Verb „haben“ ?
Fundbericht über keltische Keramikscherben, sowie über die Freilegung eines ehemaligen Möglinger Brunnens.
Bei Baggerarbeiten zum Verlegen der neuen Wasserleitung in der Wagnerstraße wurde in den letzten Märztagen 1978 vor dem Haus Moz, Wagnerstraße 14, eine Siedlungsgrube der frühen Latenezeit freigelegt. Sie ist 1,70 Meter tief und auf eine Länge von 3 Meter angeschnitten worden. Die Auffüllung der Grube besteht ganz aus Humus, ohne Durchsetzung mit gelbem Lehm, so dass man annehmen kann, dass sie im Laufe der Jahrhunderte zugewachsen ist und in dieser Zeit als eine sogenannte Abfallgrube diente. Bei Schürfungen rechts und links der Grabenwand fanden sich in der untersten Schicht mehrere bis zu 6 Zentimeter große Scherben. Die meisten sind schwarz, 2 sind auf der einen Seite rot wie Ziegel und auf der anderen auch schwarz. Nach Auskunft des Denkmalamts sind die Scherben in das 4. Jahrhundert vor Christus zu datieren. Sie beweisen uns, dass in der Zeit, als das Kleinaspergle als Grabstätte für einen keltischen Fürsten aufgeschüttet wurde, hier an der Leudelsbachquelle auch schon Menschen wohnten.
Die erste Besiedlung geht aber wahrscheinlich noch viel länger zurück, denn ein Südhang unweit einer Wasserstelle, so wie es im Möglinger Ortskern der Fall war, ist schon in der Steinzeit ein bevorzugter Wohnplatz. Wir dürfen deshalb sehr stark vermuten, dass in der Gegend um das hiesige Rathaus schon einige 1000 Jahre früher Steinzeitsiedlungen waren, deren Spuren aber durch immer wiederkehrende Baumaßnahmen leider zerstört wurden.
Ebenfalls beim Ausgraben zur Wasserleitung in der Wagnerstraße wurde ein aufgefüllter Brunnenschacht freigelegt. Er liegt 10 Meter nördlich dieser keltischen Siedlungsgrube. Vor der Ausfahrt des landwirtschaftlichen Betriebs Wilhelm Pflugfelder, Hausnummer 12. Die Ausmauerung besteht aus behauenen Sandsteinen. Der Durchmesser ist zirka 1,20 m. Da die neue Wasserleitung genau durch den Brunnen geht, wurde er bis auf eine Tiefe von 1,70 m zerstört. Nach Aussagen älterer Anwohner soll er sehr tief sein (20 Meter). Der Brunnen ist nicht sehr alt. Er wurde wahrscheinlich erst Ende des vergangenen Jahrhunderts gegraben, da die Wagnerstraße um diese Zeit bebaut wurde. Es handelt sich hier um einen der 22 Möglinger Pumpbrunnen, welche bis zum Jahr 1906 hier im Betrieb waren. Der letzte Brunnen steht heute noch im Hof des Richard Koch, Wagnerstraße 34 (neben dem Friedhof).
Möglingen den 02.10 1978, Adolf Seybold.
Spätere Untersuchungen ergaben, dass der freigelegte Brunnen um 1850 gegraben wurde und immer wieder vertieft werden musste, weil er wenig Wasser lieferte.
Walter Reichert, Tel. 481280
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