
An der Kreuzung August-Neuhaus-Straße / L 543 soll ein Studierendenwohnheim entstehen. Bei einem Bürger-Informationstermin standen die Verantwortlichen Rede und Antwort.
Bedeckter Himmel, Nieselregen und 15 Grad Außentemperatur. Bei so einem Wetter würde manch einer wahrscheinlich am liebsten zuhause mit einem Heißgetränk den Herbst einläuten. Doch Anwohnerinnen und Anwohner der Schwetzinger Oststadt ließen sich davon nicht entmutigen: Mit Jacken und Schirmen gewappnet versammelten sich etwa 20 Menschen an der Kreuzung August-Neuhaus-Straße/L 543. Hier fand am Donnerstagabend ein Bürger-Informationstermin zum geplanten Wohnheim für Studierende der Hochschule für Rechtspflege statt.
Unter einem von der Feuerwehr bereitgestelltem Zelt versammelten sich die Oststädter um sich bei den Verantwortlichen zu informieren und in den Dialog zu gehen. Rede und Antwort stellten hier Oberbürgermeister Matthias Steffan, Hochschul-Rektor Frank Haarer und Carsten Sokoll vom Studierendenwerk Heidelberg.
Wo steht das Projekt aktuell? Es gibt einen Bebauungsplan und auf einer bisher leerstehenden Grünfläche, Eigentum des Landes Baden-Württemberg, in der August-Neuhaus-Straße soll das Wohnheim mit 96 Appartements entstehen. OB Steffan läutete mit den Worten ein, dass der Bedarf an Wohnraum für Studierende groß ist. Laut ihm war der Infotermin vor allem dazu gedacht, „um darüber zu sprechen und Akzeptanz zu schaffen.“
Seit vielen Jahren ist dies ein Thema. Es gab bereits ein Wohnheim für die Studierenden der Hochschule, welches aber 2007 aus Brandschutzgründen geschlossen wurde. Laut Frank Haarer, dem Rektor der Hochschule, ist das ein Wettbewerbsminus. „Die Wohnsituation in Schwetzingen ist für Studierende nicht befriedigend“, sagt Haarer und erläutert auf Nachfrage das Konzept der Hochschule. Es gibt zwei Studiengänge, Rechtspflege und Gerichtsvollzieher, und derzeit befinden sich 220 Studierende am Ort. Viele von ihnen pendeln, teils aus großen Entfernungen wie von Kaiserslautern oder Mainz. Der Bau des Wohnheims soll nicht nur das Studium an der Hochschule attraktiver machen, sondern durch das wegfallende Pendeln auch den innerstädtischen Autoverkehr entlasten.
Carsten Sokoll vom Studierendenwerk, Bauherr des Projekts, ging auf den Anspruch ein das Wohnen in den Appartements bezahlbar zu gestalten: Ziel ist eine monatliche Warmmiete zwischen 430 und 450 Euro. Drei der Appartements sollen unter anderem mit einer Eingangsrampe barrierefrei werden, eine Tiefgarage ist nicht geplant, aber ein Sockelgeschoss.
OB Steffan ging auf die Wichtigkeit von jungen Menschen für die Stadt ein, auch als ökonomischer Faktor für die Gastronomie und den Einzelhandel. Der Dialog mit den Anwohnern war angeregt, doch einige Fragen blieben ein Blick in die Glaskugel. Die Bürgerinnen und Bürger diskutierten unter anderem über die potenzielle Verschlechterung der Luftqualität durch Bauarbeiten und das bereits hohe Verkehrsaufkommen an der Kreuzung. Es gab Bedenken, ob es sich durch mehr Anwohner noch mehr stauen würde.
Details zum Bebauungsplan finden sich → online bei der Stadt Schwetzingen.
