Nussbaum-Logo
NUSSBAUM+
Kommunalpolitik

Schwimmen muss wieder mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken

Presseberichte über vermehrte Badeunfälle – immer weniger Kinder können schwimmen und gleichzeitig wollen oder müssen immer Kommunen ihre Schwimmbäder...
Politik & Wein
Nathalie Ziwey, Ottmar Breckel, Thomas Gundelfinger und Jörg Fröscher (v.l.) auf dem PodiumFoto: Claudia Breckel

Presseberichte über vermehrte Badeunfälle – immer weniger Kinder können schwimmen und gleichzeitig wollen oder müssen immer Kommunen ihre Schwimmbäder schließen. In Asperg ist das „Bädle“ Geschichte und auch das Freibad ist vor allem wegen der steigenden Kosten in der Diskussion. Das war Anlass für den SPD-Ortsverein, sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Wein und Politik“ in der Kohl’schen Scheuer mit dem Thema „Schwimmen und Schwimmenlernen in Asperg“ zu beschäftigen. Dazu hatte der Ortsverein drei Personen zu einer Podiumsdiskussion unter der Moderation des SPD-Co-Vorsitzenden Jörg Fröscher eingeladen, die sich ganz besonders mit diesem Thema auskennen.

Thomas Gundelfinger ist nicht nur als Leiter der Außenstelle Sport des Zentrums für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) beruflich mit dem Thema befasst, sondern ist auch in seiner Freizeit für den Schwimmsport engagiert. Er plädierte in der Diskussion engagiert für eine stärkere Verankerung des Themas in der Gesellschaft. „Schwimmen und Schwimmenlernen muss wieder mehr ins gesellschaftliche Bewusstsein rücken. Schwimmen zu können ist lebenswichtig und deshalb muss dies als eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe gesehen werden.“, so der Pädagoge. Gundelfinger stellte die Angebote seines Instituts vor, die sich direkt an die Lehrkräfte in den Schulen richten. „Durch zusätzliche Kurse wollen wir die Lehrkräfte für den Schwimmunterricht qualifizieren. Schwimmunterricht fällt meist als erstes bei der angespannten Personalsituation an den Schulen aus. Dem müssen wir entgegensteuern.“, meinte Gundelfinger. Die Situation sei personell stemmbar, es fehlten jedoch immer mehr Wasserflächen für Aus- und Fortbildung, aber auch für den Unterricht an den Schulen.

Auf dieses Thema sprang SPD-Stadtrat Ottmar Breckel als Vorsitzender der Schwimmabteilung des TSV Asperg an. Seine Abteilung, aber auch die DLRG in Asperg, leide unter den fehlenden Wasserflächen für den Schwimmunterricht. „In Asperg ist Schwimmenlernen nicht mehr möglich. Also müssen wir in andere Kommunen ausweichen. Aber auch dort sind Schwimmzeiten knapp und verursachen unserer Abteilung hohe Kosten.“, so der Asperger Stadtrat. Angesprochen wurde er auf die Möglichkeit, durch den Bau von interkommunalen Lehrschwimmbecken zusätzliche Schwimmzeiten zu schaffen: „Das ist besser als nichts zu haben. Aber auch dann wird es unter den beteiligten Kommunen einen Kampf um die zur Verfügung stehenden Schwimmzeiten geben.“ Die Stadtverwaltung habe den Auftrag des Gemeinderats, das Thema zu bearbeiten. Breckel sieht hier Markgröningen und Möglingen als eventuelle Partner. Er bedauerte nochmals die Schließung des Asperger „Bädle“. Durch den Beschluss des Gemeinderats habe man eine große Chance vertan, Schwimmen in Asperg ortsnah für Schulen und Vereine anbieten zu können.

Die SPD-Landtagskandidatin Nathalie Ziwey, ebenfalls eng mit dem Schwimmsport verbunden, sah hier eine wichtige Aufgabe für die Kommunen. „Natürlich ist mir bewusst, dass alle Kommunen im Land unter der Finanznot leiden. Aber gerade deshalb muss das Land die Kommunen mit genügend Finanzmitteln ausstatten, damit der Erhalt oder der Neubau von Schwimmhallen wieder möglich ist.“ Sie plädierte dafür, dass das Land nicht einzelne Fördertöpfe bereitstellt, sondern grundsätzlich die Gemeinden besser mit Finanzmitteln ausstattet. „Die Gemeinderäte vor Ort wissen am besten, was für ihre Kommune das Beste ist. Ob interkommunales Schwimmbad oder eine eigene Schwimmhalle, das soll nicht das Land, sondern der Gemeinderat vor Ort entscheiden. Dazu brauchen aber die Kommunen ein höheres Budget.“, so die SPD-Landtagskandidatin.

Damit neben der Politik auch der Wein nicht zu kurz kam, sorgte der ehemalige SPD-Fraktionschef im Gemeinderat und Winzer Hubert Kohl. Er stellte bei einer Weinprobe Weine aus eigenem Anbau vor, die bei den Besuchern der Veranstaltung sehr gut ankamen. Bettina Horn-Kohl versorgte die Gäste mit einer hervorragenden Kürbissuppe und Schnittchen. Ein herzlicher Dank gilt den Diskussionsteilnehmern und unseren Gastgebern. Eine weitere Veranstaltung der Reihe „Wein und Politik“ plant der Ortsverein für das erste Halbjahr im kommenden Jahr. Wir werden dazu wieder rechtzeitig einladen.

Erscheinung
Asperger Nachrichten – Amtsblatt der Stadt Asperg
NUSSBAUM+
Ausgabe 43/2025
von SPD Ortsverein Asperg
22.10.2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Asperg
Kategorien
Kommunalpolitik
Parteien
Politik