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In seinem Grußwort betonte der Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Hochwasserschutz Körsch und zugleich Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth die...
Eindrucksvoll war auch die anschließende Besichtigung des Bauwerks. Die rechts angebrachten Messlatten verdeutlichen, wie hoch das Wasser im Hochwasserfall ansteigen kann..

In seinem Grußwort betonte der Verbandsvorsitzende des Zweckverbands Hochwasserschutz Körsch und zugleich Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth die große Bedeutung gemeinsamer Vorsorge angesichts zunehmender Starkregen- und Hochwasserereignisse. „Wir investieren hier nicht nur in Beton, Technik und Infrastruktur. Wir investieren in Sicherheit, Vorsorge und Lebensqualität für die Menschen entlang der Körsch und ihrer Zuflüsse“, so Barth.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Das Hochwasserrückhaltebecken ist Teil eines umfassenden Hochwasserschutzkonzepts entlang der besonders hochwassergefährdeten Körsch. Bereits im Jahr 2008 hatten sich die Kommunen Denkendorf, Filderstadt, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern und Stuttgart zum Zweckverband Hochwasserschutz Körsch zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam abgestimmte Schutzmaßnahmen im gesamten Einzugsgebiet der Körsch umzusetzen.

Insgesamt sind neben etlichen kleineren Maßnahmen acht große Hochwasserrückhaltebecken entlang der Körsch vorgesehen. Fünf davon wurden bereits realisiert, das sechste wurde nun eingeweiht. Das neue Rückhaltebecken am Sindelbach in Möhringen übernimmt dabei eine wichtige Funktion für den Schutz der Unterliegerkommunen – nicht zuletzt ganz am unteren Ende auch Denkendorf. Mit einem Rückhaltevolumen von rund 25.700 Kubikmetern kann das Bauwerk Hochwasserspitzen deutlich abmildern und selbst Ereignisse eines hundertjährlichen Hochwassers mit zusätzlichem Klimazuschlag berücksichtigen.

Der Verbandsvorsitzende Ralf Barth hob in seiner Ansprache hervor, dass moderner Hochwasserschutz heute weit mehr bedeute als reine technische Infrastruktur. Auch ökologische Aspekte und die Einbindung in die Landschaft seien bei der Umsetzung berücksichtigt worden. „Nachhaltiger Hochwasserschutz funktioniert nur dann dauerhaft, wenn technische Lösungen und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen“, erklärte Barth.

Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und der Folgen des Klimawandels komme es heute mehr denn je darauf an, rechtzeitig vorzusorgen, bevor Schäden entstehen. Projekte wie das Hochwasserrückhaltebecken am Sindelbach zeigten sehr deutlich, wie durch technische Maßnahmen, gute Planung und enge Zusammenarbeit der Kommunen ein wirksamer Schutz für die Menschen im Einzugsgebiet der Körsch geschaffen werden kann.

Hochwasserschutz als Zukunftsaufgabe

Auch die weiteren Grußredner unterstrichen die Bedeutung des Projekts für die Region. Peter Dresen vom Referat Gewässer I. Ordnung, Hochwasserschutz und Gewässerökologie am Regierungspräsidium Stuttgart gratulierte dem Zweckverband Hochwasserschutz Körsch zur Fertigstellung seines sechsten Beckens und verwies auf die finanzielle Förderung des Landes Baden-Württemberg.

Insgesamt hat der Zweckverband rund 3,1 Mio. Euro für die Erstellung des Beckens und des Abflussbauwerks investiert. Die zuwendungsfähigen Ausgaben wurden bzw. werden nach Abrechnung der Maßnahme vom Land Baden-Württemberg mit einem Fördersatz von 67,9 % gefördert, dies entspricht gut 1,9 Mio. Euro. Der Verbandsvorsitzende Ralf Barth zeigte sich dankbar für diese Förderkulisse und auch für die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Zweckverband und dem Regierungspräsidium Stuttgart.

Jürgen Mutz, Amtsleiter des Tiefbauamts mit Eigenbetrieb Stadtentwässerung (SES) bei der Stadt Stuttgart, betonte in seinem Grußwort, dass Hochwasserschutz ein zentraler Bestandteil kommunaler Daseinsvorsorge sei. Projekte wie das Hochwasserrückhaltebecken am Sindelbach stärken die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und zeigen zugleich, wie wichtig die enge Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg sind. Technische Einblicke in das Bauwerk und dessen Umsetzung gab anschließend Bernhard Mahn, technischer Mitarbeiter vom Ingenieurbüro Winkler und Partner GmbH, das den Zweckverband bereits seit vielen Jahren bei seinen Hochwasserschutzprojekten ingenieurstechnisch begleitet.

Besonders dankte der Verbandsvorsitzende Ralf Barth abschließend allen Beteiligten, die das Projekt in den vergangenen Jahren mit großem Engagement begleitet haben – von den Fachbehörden über die Planungsbüros bis hin zu den ausführenden Firmen und den Mitarbeitenden des Zweckverbands Hochwasserschutz Körsch – allen voran dem Geschäftsführer Helmut Schönleber.

Mit der Fertigstellung des Hochwasserrückhaltebeckens am Sindelbach in Möhringen nach rund eineinhalbjähriger Bauzeit – Spatenstich war im September 2024 – wird der Hochwasserschutz entlang der Körsch weiter gestärkt. Gleichzeitig zeigt das Projekt eindrucksvoll, wie wichtig interkommunale Zusammenarbeit ist, um Menschen, Infrastruktur und Lebensräume auch künftig bestmöglich vor den Folgen zunehmender Wetterextreme zu schützen.

Hochwasserschutz vor Ort

Denkendorf profitiert als so genannter Unterlieger der Körsch ganz maßgeblich auch von diesem neuen Bauwerk. Darüber hinaus wurden auch in Denkendorf in den vergangenen Jahren direkt vor Ort zahlreiche Maßnahmen zum Hochwasserschutz umgesetzt. Dazu zählen Dammschüttungen, Wegeanhebungen und Blocksteinsätze in den Bereichen Kläranlage, DITF und Gewerbegebiet Unteres Körschtal. Zudem entstand bereits 2015 entlang der Hohenheimer Straße eine Hochwasserschutzwand mit Schutzwall zum Schutz der angrenzenden Bebauung. Im Jahr 2022 folgte eine weitere Hochwasserschutzwand entlang der Körsch im Bereich Kirchstraße 16 bis 26. Weitere Maßnahmen entlang des Bachwegs und der Robert-Bosch-Straße sind bereits geplant.

Zusätzlich investiert die Gemeinde verstärkt in den Schutz vor Starkregen. Entlang der Hohenheimer Straße wurden ergänzende Maßnahmen umgesetzt. Weitere Projekte entstehen derzeit im Bereich Lange Äcker/Wasserreute im Zuge der Erschließung des Baugebiets „Wasserreute“.

Eindrucksvoll war auch die anschließende Besichtigung des Bauwerks. Die rechts angebrachten Messlatten verdeutlichen, wie hoch das Wasser im Hochwasserfall ansteigen kann.
Erscheinung
Gemeindeanzeiger Denkendorf
NUSSBAUM+
Ausgabe 22/2026
von Gemeinde Denkendorf
26.05.2026
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