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Selbstbestimmung durch Bildung

Ein Zeichen der Hoffnung für das neue Jahr: Zu Beginn dieses neuen Jahres 2026 dürfen wir glücklicherweise auf eine Entwicklung zurückblicken, die...
Brief in Blindenschrift
Brief in Blindenschrift (Seite 1/3)Foto: www.Pro-Haiti.de

Ein Zeichen der Hoffnung für das neue Jahr: Zu Beginn dieses neuen Jahres 2026 dürfen wir glücklicherweise auf eine Entwicklung zurückblicken, die zeigt, dass Fortschritt auch unter den schwierigen Bedingungen in Haiti möglich ist, wenn gezielte Förderung und internationale Solidarität zusammenwirken. Es ist kein lauter Erfolg, sondern ein leiser, nachhaltiger Prozess, der für die Betroffenen eine grundlegende Veränderung bedeutet.

Der Weg von Frau Mérisier

Im September 2024 starteten wir das Projekt „Bildungschancen für Blinde in Haiti“. Ziel war es, zunächst der blinden Bewohnerin Carine Mérisier aus Aquin eine Ausbildung zu ermöglichen, die sie in die Lage versetzt, nicht nur ihr eigenes Leben unabhängig zu gestalten, sondern künftig als Rehabilitationshelferin für andere tätig zu sein.

Nach einer intensiven 14-wöchigen Ausbildung bei der „Haitianischen Hilfsgesellschaft für Blinde“ (SHAA) in der Hauptstadt Port-au-Prince hat Frau Mérisier wichtige Kompetenzen erworben. Sie erlernte die Blindenschrift (Braille), sowie Grundlagen der Büroorganisation und Computerbedienung.

Dank der technischen Vorbereitung durch unser Vorstandsmitglied Karl Amann, der Laptops mit spezieller französischer Screen-Reader-Software organisierte und auch bei der Auswahl und Beschaffung anderer stromloser Blindenhilfsmittel geholfen hat, ist Frau Mérisier nun professionell ausgestattet.

Dankesbrief als Zeugnis des Wandels

Ein besonderes Dokument erreichte uns zum Jahreswechsel: Ein mehrseitiger Brief in Blindenschrift, verfasst von Frau Mérisier selbst. Karl Amann hat keine Mühen gescheut, die Punktmuster zu decodieren und ins Deutsche zu übersetzen. In ihren Zeilen beschreibt Frau Mérisier das Gefühl, sich in einer „ganz neuen Welt“ zu befinden. Sie spricht von einem „Wind der Hoffnung“, der es ihr und anderen ermöglichen soll, „mit der Kraft der eigenen Flügel zu fliegen“.

Dieser Erfolg wäre ohne ein funktionierendes Netzwerk im Pro Haiti Umfeld nicht denkbar gewesen. Wir danken allen privaten Spendern und dem Landkreis Böblingen für die Mitfinanzierung dieses speziellen Vorhabens. Besonderer Dank gebührt auch Frau Claudette Coulanges, die als Koordinatorin auch von Deutschland aus die Verbindung zwischen den Beschaffungspartnern in verschiedenen Ländern und dem haitianischen Partnerverein HPE hielt.

Ab diesem Monat beginnt für Frau Mérisier ein neuer Abschnitt in Aquin. Sie wird dort die Betreuung von anderen blinden Menschen einsteigen, um auch ihnen Wege in die Selbstständigkeit aufzuzeigen. Die Geschichte von Carine Mérisier ist ein Beleg dafür, dass Inklusion und beruflicher Erfolg auch in Haiti möglich sind, wo Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen nahezu nicht existent sind.

Wir danken allen Beteiligten, dem Landkreis Böblingen und unseren Spendern für die Ausdauer, das Vertrauen und die Unterstützung, die diese Arbeit ermöglichen. Ein Erfolg in der Entwicklungsarbeit gleicht oft dem mühsamen Erlernen einer neuen Schrift: Zeichen für Zeichen setzt sich ein neues Bild zusammen, bis aus einzelnen Punkten eine klare Botschaft der Zukunft wird.

www.Pro-Haiti.de

Frau Mérisier am Computer
Foto: www.Pro-Haiti.de
Erscheinung
exklusiv online
von Pro Haiti e.V.
12.01.2026
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