SeniorenNachmittag, Mi., 15. April 2026
Kleindenkmäler in Malsch
„Kleindenkmale sind ortsfeste, freistehende, kleine, von Menschenhand geschaffene Gebilde aus Stein, Metall oder Holz, die einem bestimmten Zweck dienen oder an eine Begebenheit beziehungsweise eine Person erinnern.“ Sie befinden sich in Wald und Flur sowie in besiedelten Gebieten, z. B. auf Dorfplätzen, an Hauswänden, in Mauern, an Brücken, entlang von Straßen. Sie sind wichtige Zeugen der Vergangenheit, die vor Verfall und Zerstörung geschützt werden müssen. Seit 2001 wurden sie in Baden-Württemberg durch Ehrenamtliche erfasst. Insgesamt haben sich Tausende Bürgerinnen und Bürger an dieser Aktion beteiligt und dadurch aktiv am Erhalt der Kulturlandschaft mitgewirkt. Für Malsch übernahm diesen Dienst Klaus Kistl aus Wiesloch, der uns beim nächsten SeniorenNachmittag am Mi., den 15. Aprilab 14.30 Uhr in Wort und Bild davon berichten wird. Er hat unseren Heimatort darauf hin durchleuchtet. Herzliche Einladung an alle Interessierte zunächst zu Kaffee und Kuchen, sodann der Vorstellung von Desiere Pfahler und zum Beitrag von Klaus Kistl betreffs „Malscher Kleindenkmäler“.
„Dem jüdischen Leben mit Gott Jahwe folgte die christliche Verkündigung von Jesu Christus, dem Gottes- und MenschenSohn“ – so, eine Kurzformel zur Beleuchtung des Christentums und der bevorstehenden Ostertage mit Kreuz-Tod-Auferweckung und Auferstehung bei diesem Vortrag. In der Vortragsreihe: „Weltreligionen“ im Pfarrheim Malsch war dies der letzte Beitrag von Josef Eisend. Dem Grundsatz seiner Überlegungen getreu „zuerst Denken, dann Glauben und Wissen“, war für manche auch dieser Abend bisweilen eine „schwere Kost“. Wie in den vorausgehenden Vorträgen zu Hinduismus und Buddhismus, sowie Judentum und Islam, stand auch beim Christentum die grundsätzliche Frage nach Religion und Glauben in säkularer Gesellschaft schweigsam mit im Raum.
Der komplexe Sachverhalt beim Christentum spitzt sich durch „paradoxe“ Vorgaben und Einschübe zu, und macht das Verstehen nicht leichter. Eisend versuchte, diese Problematik durch Schaubilder zu verdeutlichen. Dabei denkt für ihn der Mensch grundsätzlich religiös und weltlich-säkular zugleich. Beide stehen in Wechselbeziehung, wobei entweder Glauben oder Wissen bestimmend ist und jeweils das Sagen hat. Dem Christsein sind beide Sicht- und Denkweisen eingeschrieben. Denn ein gewisser Jesus verkörperte vor zweitausend Jahren gleichsam den WIDERSPRUCH. Er war zugleich GottesSohn und MenschenSohn sowie von göttlicher wie menschlicher Natur. Diese paradoxale Grundbedingung kann der Christ verstehen, unterscheidet er Denken in religiös und säkular. Mit Blick auf die Zeitgeschichte wechselte die allgemeine Denkform vom Glauben zum Wissen im Spätmittelalter und zunehmend nach der Reformation. Neuzeit, Aufklärung und Säkularisierung sind Stichworte dafür. Daher ist das scheinbare „Verdunsten“ bzw. „Verschwinden“ von Religion und Gottesfrage heutzutage für ihn auch kein Verlust an Religion. Vielmehr ist es eine Frage von gemeinhin genutztem säkularem und einem unbewusst religiösem Denken und Tun.
Zur Unterstützung dieser Annahme verwies Eisend zunächst aus Jesu Lebensalltag die beiden Gegebenheiten „Jesu Versuchung in der Wüste“ (Lk 4,1-13) und verschiedene „Gleichnisse Jesu“. Beide Sachverhalte lassen sich religiös und säkular, wissenschaftlich historisch-kritisch wie religiös biblisch-theologisch bedenken und ergänzend gegenüberstellen. Dank jüdischer Herkunft lebte er religiös. Säkular war er im römischen Kaiser-Reich mit hellenistisch-philosophischer Kultur-Prägung daheim. In Jerusalem wurde er gekreuzigt und dort starb er. Diese „Christliche Kernschmelze“ setzt sich aus säkularer und religiöser Wirklichkeitssicht zusammen. Spiegelt seine irdisch-natürliche Voraussetzung als Mann die säkulare Seite wider, verweist sein jüdischer Glaubensalltag auf die religiöse Beheimatung. Tod und Auferstehung wurden aufgrund seiner persönlichen Beziehung zu Gott, zum „Abba Vater“ Dreh- und Angelpunkt theologisch-philosophischer Überlegungen. Ihnen entstammt Jesu göttliche Bestimmung zum Christus. Sein säkulares Menschsein ergänzte sich religiös-biblisch dank seiner ICH-Beziehung zum biblischen Gott Jahwe als „Abba Vater“. Jüdisch war bisher jedeR dem Kollektiv: Volk Israel eingeordnet und der Einzelne „nur“ Teil des Ganzen. Bei Jesus ist aus dem jüdischen Volks-WIR eine ureigenste persönliche ICH-Beziehung geworden. Daraus erklärt sich seine Identität als GottesSohn. Zwei Schaubilder, historisch-kritisch im Wissen und religiös-christlich im Glauben veranschaulichten dies. In den beiden griechischen Begriffen für Auferweckung und Auferstehung steckt diese unterschiedliche Betrachtungsweise biblischer und griechischer Weltsicht. Biblisch von Gott als „Abba Vater“ auferweckt, und theologisch als Gottes Sohn selbst auferstanden.
Denken gleicht daher für Eisend einem „Zwillingspaar“, das als Einheit (Denken) wie Zweiheit (religiöse und säkulare Denkweise) in Erscheinung tritt. Dies gilt für das „Zwillingspaar“ Glauben und Wissen. Tritt eine von beiden mit Alleinvertretungsanspruch auf, verleugnet sie die Zweiheit und die Wechselbeziehung. „Einäugig“ nennt er daher eine „nur“ säkulare Weltsicht, wenn die Gesellschaft nicht um ihre religiöse Ader weiß bzw. wissen will. Denn, solch geistig-geistlicher Aderlass ist und wäre tödlich. Ostern will und kann alljährlich daran erinnern, Christen sollten „auferweckt“, religiös wie säkular „Auferstehung“ leben.