Die Pest war ein mittelalterliches, aber auch ein neuzeitliches Phänomen: Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein brachte der Schwarze Tod bei den Bevölkerungen Europas massenhaftes Sterben. In Straßburg 1348, in Mailand 1630 und in Marseille 1720 verursachte er seuchenbedingte Verzweiflung und Verwüstung. Durch einen internationalen Lernprozess organisierten sich die europäischen Gesellschaften gegen die Pest und andere Epidemien. Diesen verdeutlicht ein Überblick über die wichtigsten Seuchenzüge in Mittel- und Westeuropa. Denn zwar hinterließ der Schwarze Tod gerade im Dreißigjährigen Krieg eine Spur der Zerstörung. Gleichzeitig zeugen das Leonberg von 1572, das Tübingen von 1634 und das Mömpelgard von 1720 auch von der Bewältigung der Pest, bei der seinerzeit insbesondere die Herzöge von Württemberg aktiv waren.
Thorsten Busch M.A. hat Neuere und Alte Geschichte und Sprachwissenschaft des Deutschen in Tübingen und Aix studiert und mit einem Doppeldiplom abgeschlossen. Als Wissenschaftlicher Mitarbeiter hat er in Stuttgart, Tübingen und Paris gearbeitet und Pest und Epidemien sind ein Forschungsschwerpunkt von ihm. Seit Oktober 2024 forscht und lehrt er an der Uni Stuttgart in der Abteilung Landesgeschichte.
Vortrag:
Seuche und Staat: Wie sich die Menschen im deutschen Südwesten gegen die Pest organisierten (1348 - 1722)
Mittwoch, 25. Febr. 2026 - 19.30 Uhr
Zehntscheuer, Bürgersaal, Maiergasse 8
Echterdingen
Gäste sind willkommen!


