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Sicherheitspolitik hautnah

Der Fragebogen für den neuen Wehrdienst sorgte schon vor dem Besuch von Jugendoffizier Fabio Fasulo für Gesprächsstoff in der 10e: Ob man sich vorstellen...
Ein Jugendoffizier der Bundeswehr spricht bei einem Vortrag in der Klasse 10e vor Schülerinnen und Schülern. Er steht vor der Tafel. Oberhalb der Tafel ist eine Karte der NATO-Ostflanke per Beamer eingeblendet worden.
Jugendoffizier Fasulo zu Besuch in der 10eFoto: Wichmann

Der Fragebogen für den neuen Wehrdienst sorgte schon vor dem Besuch von Jugendoffizier Fabio Fasulo für Gesprächsstoff in der 10e: Ob man sich vorstellen könnte, selbst zur Bundeswehr zu gehen und wohin sich der neue Wehrdienst entwickeln könnte, sollten sich nicht genügend Freiwillige finden, darüber herrscht bei den Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern keine Einigkeit. Gut so! Gemeinschaftskundeunterricht will und muss schließlich kontrovers sein.

Mit Fabio Fasulo, Jugendoffizier bei der Bundeswehr, hatte die 10e am 2. März 2026 genau den richtigen Gesprächspartner dafür eingeladen. Der in Karlsruhe stationierte Soldat informierte die Schülerinnen und Schüler über aktuelle Fragen der deutschen Sicherheits- und Verteidigungspolitik und öffnete dabei den Raum für Rückfragen und Diskussionen. Dass Fasulo dabei das eine oder andere Mal auch seine eigene Meinung durchblicken ließ und seine Rolle keineswegs nur als reiner Werbebotschafter verstand, kam bei den Zehntklässlerinnen und Zehntklässlern gut an.

Zu Beginn gab der Jugendoffizier einen Überblick über die Aufgaben der Bundeswehr und ihre Rolle innerhalb der deutschen Sicherheitspolitik. Ein wichtiger Teil des Vortrags beschäftigte sich dann mit den aktuellen Veränderungen innerhalb der Bundeswehr. Fasulo erläuterte in diesem Zusammenhang das sogenannte Sondervermögen, mit dem die Streitkräfte seit der von Bundeskanzler Olaf Scholz ausgerufenen „Zeitenwende“ besser ausgestattet werden sollen. Außerdem blickte er mit der sogenannten „Brigade Litauen“ auf die sicherheitspolitische Lage an der NATO-Ostflanke. Vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine habe sich die Bedrohungswahrnehmung in Europa deutlich verändert, erläuterte Fasulo. Dass Deutschland als Beitrag zur Verteidigungsfähigkeit der NATO dauerhaft mehrere tausend Soldatinnen und Soldaten in Litauen stationieren wolle, sei etwas Neues.

Eng damit verbunden ist allerdings eine Herausforderung, mit der die Bundeswehr schon seit einigen Jahren zu kämpfen hat: die Gewinnung von ausreichend Personal. An genau diesem Punkt kommt der neue Wehrdienst ins Spiel, der unter den Schülerinnen und Schülern so umstritten ist. Fragen der persönlichen Freiheit treffen auf sicherheitspolitische Notwendigkeiten und betreffen am Ende jede und jeden Einzelnen. Um diese Diskussion noch umfassender zu führen, hätte es während des Besuchs sogar noch mehr Zeit bedurft. In jedem Fall zeigte sich aber, wie stark sicherheitspolitische Themen inzwischen auch den Gemeinschaftskundeunterricht prägen.

Die Klasse 10e bedankt sich für die authentischen Einblicke und den informativen Vortrag.

Erscheinung
Amtsblatt Ettlingen
Ausgabe 12/2026
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