
Das Ehepaar feierte am 17. Januar im Kreise seiner Großfamilie das seltene Jubiläum der Eisernen Hochzeit und ist sage und schreibe seit 65 Jahren glücklich verheiratet.
Der Festtag begann mit einem gut besuchten Gottesdienst in Sankt Vitus in Langenbrücken, für den sich Pfarrer Frank Prestel gerne Zeit nahm, obwohl er seit Beginn des Jahres stellvertretender Pfarrer der Großpfarrei Edith Stein ist. Zurückhaltend, wie die sympathischen Jubilare sind, wollten sie erst nicht unbedingt im „Blättchen“ stehen, stimmten dann aber doch zu.
Beide sind in Langenbrücken geboren, kannten sich aber nicht, bevor der Gesangverein einen Ausflug machte. Sieglinde Schäfer (85) war damals „Festdame“. Ob sich der vier Jahre ältere und engagierte Sänger Hermann gleich in sie verliebte, wissen wir nicht. Sein Bruder Manfred heiratete später Gertrud, die Schwester von Sieglinde. Leider konnten die beiden diesmal nicht aus Berlin anreisen.
1963 zogen die Schäfers in das gemeinsam gebaute Haus ein. Acht Jahre war Hermann Schäfer unterwegs auf Montage und arbeitete später in der Druckerei Huber. Sieglinde Schäfer wurde Damenschneiderin. Trotz der vielen Arbeit im Beruf und auf dem Feld und fünf Kindern nahmen sie sich stets Zeit für das Ehrenamt. Immer, wenn es in der Pfarrei etwas zu nähen oder auszubessern gab, war Siegliende Schäfer zur Stelle und engagierte sich auch sonst, wo Hilfe gebraucht wurde. 20 Jahre lang war Hermann Schäfer im Gemeinderat tätig und seit 70 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr. Bis heute steht er der Altersmannschaft vor, und die Schäfers organisieren Treffen und Ausflüge. „Ehrenamt, das die Gemeinschaft zusammenhält“, lobte Prestel die stete Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit der Eheleute. „Es gibt keinen Grund, zu jammere“, sagen die Jubilare in Dankbarkeit, dass sie „noch klar im Kopf und auch sonst noch fit“ sind.
Gefeiert wurde mit den fünf Kindern, 12 Enkelinnen und Enkeln und neun – bald 10 – Urenkeln. Natürlich stand die Feuerwehr trotz der Kälte in Uniform hinter der Kirche Spalier und gratulierte. Viele Mitglieder des „Schäferclans“, wie Prestel die Großfamilie im positivsten Sinne lächelnd bezeichnete, sind ebenfalls in der Feuerwehr, wie Enkel Sebastian als Kommandant der Abteilung Langenbrücken, und auch in Vereinen aktiv oder kirchlich engagiert. (cm)