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Sind Beteiligungen an Windparks risikofrei?

Damit beschäftigt sich Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereiches „Umwelt und Ressourcen“ am RWI und außerplanmäßiger Professor für...
Das Bild zeigt einen ziemlich kahlen und krank aussehenden Nadelwald, im Hintergrund eine Windkraftanlage.
Stillstehende WKA im stark geschädigten Wald am StillfüsselFoto: Dr. R. Kraft

Damit beschäftigt sich Manuel Frondel, Leiter des Kompetenzbereiches „Umwelt und Ressourcen“ am RWI und außerplanmäßiger Professor für Energieökonomik und angewandte Ökonometrie an der Ruhr-Universität Bochum. Bürgerbeteiligungen an Windparks steigern die Akzeptanz der Anwohner. Doch profitieren die Bürger wirklich? Der Bau von Windkraftanlagen (WKA) schädigt Umwelt und Natur, besonders im Wald. Außerdem verlieren Immobilien in der Nähe von WKA an Wert. Die Renditeversprechen bei Windparkbeteiligungen sind mit hohen Risiken behaftet. Denn die Anleger sind bei einer Insolvenz nachrangige Gläubiger und erhalten aus der Insolvenzmasse nur dann Geld, wenn die Ansprüche der Banken bedient sind. Doch oft entsteht der Eindruck, dass Beteiligungen an Windparks sichere Geldanlagen seien, da die Vergütung für den erzeugten Windstrom staatlich garantiert ist. Trotzdem gibt es Risiken wie Getriebeschäden, die nicht immer durch Versicherungen abgedeckt sind. Auch kommen Versicherungen nicht für zu geringe Windstromerträge aufgrund der Fehleinschätzung der Windstärken auf – ein besonderer Risikofaktor im schwachwindigen Süddeutschland. Frondel empfiehlt, Windparks auf Basis jahrelanger Beobachtungen der Windstärken vor Ort zu planen. Da der Stromertrag in 3. Potenz von der Windgeschwindigkeit abhängt, wirken sich bereits geringe Fehleinschätzungen bei der Windstärke auf die Wirtschaftlichkeit von Windparks aus. In windschwachen Regionen erhalten die Windpark-Betreiber als Nachteilsausgleich bis zu 55 % höhere Vergütungen für den Windstrom. Für diese Subventionen müssen alle Steuerzahler aufkommen, während nur einige wenige profitieren. Nach Frondel sind aus volkswirtschaftlicher Sicht Windparks angesichts des schlechten Nutzen-Kosten-Verhältnisses grundsätzlich zu hinterfragen, besonders in windschwachen Regionen.

Quelle: Manuel Frondel, 09.01.2026, www.insm.de/aktuelles/oekonomenblog/beteiligungen-an-windparks-werden-buergerinnen-und-buerger-hinter-das-licht-gefuehrt

Unser Gebiet Weißer Stein wurde nur aufgrund eines Windatlas – nicht aufgrund von Windmessungen – als Vorranggebiet ausgewählt. Neben der Natur- und Landschaftszerstörung erscheint uns von Gegenwind die Wirtschaftlichkeit sehr fraglich, s. auch unseren Beitrag „Wind Stilling“ in der Ausgabe 2026 KW4.

Termine:

Freitag, 30.01.26, Politische Podiumsdiskussion zur Energieversorgung, 19 Uhr im Zehntkeller.

Monatstreffen: Donnerstag, 12.02.26 um 19.30 Uhr im Neuen Ludwigstal.

Kontakt: karin.reinhard12@gmail.com, Spendenkonto DE96 6709 2300 0033 3033 27.

Weitere Infos: gegenwind-bergstrasse.de

Dr. R. Kraft

Erscheinung
Mitteilungsblatt der Stadt Schriesheim
NUSSBAUM+
Ausgabe 05/2026
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