Noch lange stand ein großer Teil des Publikums am vergangenen Freitag vor der Schlossgartenhalle. Alle hatten ein beseeltes Lächeln auf dem Gesicht und alle wollten das gemeinsam Erlebte nachklingen lassen. Die gesamte Grundschule der Schillerschule, etwa 220 Kinder, war zuvor auf der Bühne gestanden und bildete einen riesigen Chor unter der Leitung der Vokalpädagogin Friedhilde Trüün, begleitet vom Frank Schlichter Ensemble. Eine ganze Woche lang hatten sich die jungen Sängerinnen und Sänger zuvor unter dem Titel „Sing Frieden“ mit Melodien aus verschiedenen Teilen der Welt beschäftigt. Am Ende des etwa 70-minütigen Programms brandete nicht enden wollender Beifall auf und die Kinder hatten nicht nur die Ohren, sondern auch die Herzen des Publikums erreicht.
Vier Tage lang probte sie in der Turnhalle der Schillerschule. Parallel zum Unterrichtsalltag war dies für die jungen Sänger eine nicht zu unterschätzende Anforderung, aber Friedhilde Trüün vermochte es mit großem Einfühlungsvermögen und pädagogischem Geschick, die Kinder bei der Stange zu halten.
Am Freitagvormittag schließlich stieß dann auch das Frank Schlichter Ensemble dazu. Nach der Generalprobe stiegen die Nervosität und die Vorfreude aller Beteiligten. Am 81. Jahrestag des Kriegsendes hatte das Programm neben der musikalischen auch eine wichtige inhaltliche Dimension. Traditionelle, aber neu arrangierte Melodien aus Neuseeland, Korea, Südafrika und Israel trugen die Botschaft des Friedens in den Konzertsaal. „Amazing Grace“ wurde nicht nur vom ganzen Chor, sondern auch von einem jungen Gesangstrio vorgetragen, bestehend aus Issa, Samuel und Omer. An anderer Stelle spielten Jacqueline und Felix überzeugend einen Streit nach und Emil hatte ein hinreißendes Solo bei „Dona nobis pacem“ aus Bachs h-Moll-Messe.
Dieser Friedenswunsch wurde überdies von etwa 20 Kindern in ihrer jeweiligen Sprache formuliert, was die Vielfalt an der Schillerschule unterstrich und die wichtige Botschaft, Frieden ist eine Frage des gemeinsamen Zusammenlebens im Klassenzimmer.
Während des gesamten Programms war das Publikum Teil des Geschehens und sang bei zwei Liedern kräftig mit. Souverän moderiert wurde der Abend von Jonas Glodde.
Das Konzert war der krönende Abschluss einer musikalischen Woche, an die sich alle Beteiligten noch lange erinnern werden. Neben Frau Rauscher und dem Kollegium gebührt ein herzliches Dankeschön natürlich Friedhilde Trüün und allen ihren Mitstreitern sowie den Stadtwerken Ettlingen, der Bürgerstiftung Ettlingen, der Volksbank Ettlingen, dm-Drogerie Markt und dem Förderverein der Schillerschule, die durch ihre großzügige Unterstützung dieses großartige Projekt erst möglich gemacht haben.

