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Von Alternative bis Progrock

So lief die „Groove Night – Inside” 2026 im Alten E-Werk

Nicht alles, was groovt, braucht Sommerluft. Das bewies die „Groove Night – Inside“ am Samstag im Alten E-Werk in Neckargemünd.
Zwei Gitarristen auf einer Bühne
Unexpected, die Dilsberger Formation, trat bei der „Groove Night – Inside” 2026 im Alten E-Werk auf.Foto: Manuela Büch

Das neue Format des Vereins „Dilsberg Aktiv“ feierte Premiere: keine Cover, nur Live-Musik und eigene Songs. Trotz Faschingswoche kamen zahlreiche Musikfreunde aus der Region vorbei. Ganz voll wurde es an diesem Abend zwar nicht, doch die Gäste, die da waren, blieben bis zum Schluss. Den Auftakt lieferte Vinyl mit „Chosen“. Die Nachwuchsband aus Waibstadt und Mannheim verbindet Alternative, Punk und Rock – ausdrucksstark und gefühlvoll. Sängerin Simone Ihrig führt das Quartett an. Ihre Stimme ist klar, warm und eindringlich – mal zart, mal druckvoll.

„Glühwürmchen in dunklen Zeiten“

Mit ihr auf der Bühne: Schubi Müller (Gitarre), Josua Friedrichs (Bass) und Bastian Friedrichs (Schlagzeug). Dynamische Wechsel zwischen Zartheit und Wucht fesselten das Publikum sofort. Songs wie „Losing Light“, das bereits bei SWR1 gespielt wurde, „Blinded“ und „Firefly“ begeisterten. Letzteren kündigte Ihrig als „Glühwürmchen in dunklen Zeiten“ an. Vinyl setzt auf Eigenkompositionen und durchdachte Dramaturgie. Als Vorbild nennen sie unter anderem Lancelot, eine Underground-Band. Die Haltung: Musik darf sich Zeit nehmen und Atmosphäre schaffen. Das galt an diesem Abend für alle Bands. Simone Ihrig flirtete mit dem Publikum, forderte zum Mitsingen auf und setzte sich zwischendurch auch mal lässig an den Bühnenrand. Was ein Auftakt!

Stammgäste im Jazzhaus

Nach der Zugabe und einer kurzen Umbaupause übernahm Be4. Das Projekt um den Ludwigshafener Sänger und Gitarristen Uli Wehrmann wird von Robert Bittner (Keyboards), Franz Basler (Bass) und Otmar Prokein (Schlagzeug) getragen. Ihr Debütalbum „Surprise“ (2023) vereint Soul, Groove und Jazz zu einem eigenständigen Sound. Sie sind Stammgäste im Jazzhaus Heidelberg und mischen Stilfarben lässig – mal komplex, mal soulig, mal jazzig. Das E-Werk vibrierte, Köpfe nickten, Hüften wippten.

Auftakt einer Welttournee?

Mit der dritten Band setzte die Nebelmaschine ein und es wurde progrockig: „Unexpected“ – mit Thomas Gorny (Gesang, Gitarre), Markus Gaa (Bass), Olaf Witt (Keyboard) und Martin Busemann (Schlagzeug) – ließen den Sound der 70er- und 80er-Jahre in ihren Kompositionen aufleben. Ihre Hymne „It’s a Groove Night“ durfte nicht fehlen. Virtuose Gitarrenpassagen, schwebende Keyboardklänge und leidenschaftlicher Gesang rissen das Publikum zum Tanzen und Klatschen mit. „On the Run“ und „Heavenly Creatures“ setzten weitere Glanzpunkte. „Vielleicht ist das der Beginn einer Welttournee“, scherzte Olaf Witt, zugleich Vorstand von „Dilsberg Aktiv“. Denn es war der erste Auftritt der Band außerhalb von Dilsberg. Zum Abschluss erlaubten sie sich eine Coverversion von Joe Cocker: „With a Little Help“. Tosender Applaus und Jubelrufe galten Musikern und Helfern im Hintergrund.

Gegen 23 Uhr wechselte die Stimmung: Der Konzertabend ging in eine Disco über. DJ Pablo legte Rock „aus der Konserve“ auf.

Groove Night Open Air im August

Sebastian Längerer von „Dilsberg Aktiv“, der den Abend mit dem Team der „Tanzt!“-Party organisiert hatte, zeigte sich zufrieden. Mit der Winterausgabe erweitert der Verein sein Kulturangebot um ein weiteres Format. Der Eintritt blieb bewusst niedrig: fünf Euro für Schüler ab 16 Jahren, zehn Euro regulär. Die Einnahmen aus Tickets, Spenden und Bewirtung unterstützen die Jugend- und Kulturarbeit der Region. Im Alten E-Werk zeigte sich an diesem Abend, was möglich ist: viel Groove – und für ein paar Stunden ein musikalischer Sommerhauch. Der hält bestenfalls bis zum 8. August, an dem die Groove Night Open Air ihr fünfjähriges Bestehen feiert.

Erscheinung
Neckarbote
NUSSBAUM+
Ausgabe 09/2026
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM/mbue
24.02.2026
Orte
Neckargemünd
Kategorien
Kultur
Musik