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Geselligkeit und Spaß

So war der Spargelsamstag in Schwetzingen 2026

Der Schwetzinger Spargelsamstag steht als kulturelles, traditionelles und geselliges Event in der Stadt für viel Freude. So war es 2026.
Das SWR Syphonieorchester schenkte den Besuchern am Spargelsamstag ein Mitmach-Konzert mit Holz- und Blechbläsern....Foto: aw

Der Schwetzinger Spargelsamstag steht als kulturelles, traditionelles und geselliges Event in der Stadt für die Verbundenheit mit dem königlichen Gemüse. Nicht nur für Familien war mit einem Konzert von Musikanten der SWR-Festspiele etwas geboten, auch sportlich konnte der Spargelsamstag mit dem klassischen Schälwettbewerb mithalten. Ein Einblick in zwei gut besuchte Veranstaltungen.

Die SWR-Festspiele schenkten den Schwetzinger Bürgern und Besuchern des Spargelsamstags auf der Bühne vor dem Palais Hirsch ein Familienkonzert aus der Reihe Musikvermittlung. Die beim SWR Kultur dafür zuständige Jasmin Bachmann moderierte voll Energie und Schwung dieses Mitmach-Konzert auf dem Schlossplatz. „Dies ist mehr als ein Ganztags-Job“ erklärte sie uns und berichtete vom Angebot des SWR Symphonieorchester: Kita-, Kinder-, Schulkonzerte, kostenlose Sonderkonzerte oder inklusive Konzerte für Menschen mit Beeinträchtigung.

Instrumente erklären

Am Samstag gaben nun die Holz- und Blechbläser Beispiele und Musikstücke (Eurovision zu Beginn) um ihre Instrumente zu erklären und deren Klangmöglichkeiten zu demonstrieren. Steht doch die Trompete (Jörge Becker) meist für den Superhelden wie in Star Wars und die Posaune (Tobias Burgelin) eher für die Gegenspieler, die Bösen. Hörner können beides, den Klang der Fanfare ebenso wie lyrische Einwürfe.

Wie man beim Horn durch die Hand den Trichter „stopfen“ und somit Töne verändern kann führte Thomas Flender vor. Und was man mit unterschiedlichen Dämpfern bewirken kann erklärte Chrostof Skupin an seiner Trompete, manchmal schrill, manchmal weich, oder mystisch wie bei „Mackie Messer“. Die Tuba übernimmt die Bassfunktion und bläst weiter „wenn den anderen die Luft ausgeht“, erklärt Jürgen Wirth mit Schmunzeln.

„Bruder Jakob“

Überhaupt ist Luft nötig, sogar für das erste Instrument der Menschheit, nämlich die Stimme. Und wie schön man die einsetzen kann bewies das Publikum beim Kanon „Bruder Jakob“. Für die Instrumente ist außer der Luft und den Lippen ein Mundstück, ein Rohr und ein Trichter vonnöten. Sei es bei den Musikinstrumenten oder auch bei Gartenschlauch und Gießkanne, wie das Orchester zum großen Spaß demonstrierte. Wie man einen anderen Charakter der Musik erzeugt mit Tönen im Halbtonschritt und Moll erklang in einem Trauerzug der Tiere für den Jäger.

Den Takt gab das Schlagzeug und dass man umgestimmtes Schlagwerk wie die Pauke und gestimmte Stabinstrumente unterscheidet demonstrierte Franz Bach am Xylophon. Die wilde Verfolgungsjagd begleiteten die Zuschauer mit Klatschen und Stampfen. Das SWR Symphonieorchester gab am Abend noch ein Konzert im Rahmen der Festspiele bevor es weiterzog zu Konzerten im Land des SWR-Sendegebietes. Das Schwetzinger Konzert gab es im Radio nachzuhören. (aw)

Spargelschälwettbewerb

Auch auf dem Spargelsamstag, um 16 Uhr: Der traditionelle Spargelschälwettbewerb begann, der wie schon in den Vorjahren auf der Bühne des Modehauses Bräuninger in der Dreikönigstraße stattfand. Elfriede Fackel-Kretz-Keller, selbst erfahrene Spargelkennerin, brachte dafür zehn Kilogramm des edlen Gemüses vom Spargelhof Renkert mit der „Spargelscheeß“, einem alten Handwagen, zur Bühne. Moderator Andreas Lin, Redakteur der Schwetzinger Zeitung, erinnerte daran, dass es in Schwetzingen nur noch drei Spargelhöfe gebe: Renkert im Allmendsand, Schuhmacher hinter dem Schlossgarten und Schäufele, das allerdings bereits zu Ketsch gehöre.

Anspruchsvoll

Die Aufgabe für die Teilnehmenden war durchaus anspruchsvoll: Jeweils acht Spargelstangen von 22 Zentimetern Länge mussten möglichst schnell und zugleich restaurantreif geschält werden. Drei Runden mit jeweils vier Wettbewerbern standen auf dem Programm, die jeweiligen Sieger erhielten kleine Geschenke. Mit gewohnt humorvollen Kommentaren animierte Andreas Lin die Besucher zum Mitmachen: „Freiwillige vor“, rief er und scherzte zugleich, falls sich niemand melden sollte, suche er selbst Kandidaten aus. Beruhigend fügte er hinzu: „Keine Angst, das Rote Kreuz ist da.“

Als Jurorinnen bewerteten die beiden Spargelköniginnen Emilia I., für die es die letzte große Amtshandlung war, sowie ihre Nachfolgerin Marlene I. die Ergebnisse. Beide erschienen im Prinzessinnenkleid. Nicht nur die Gewinner durften sich freuen: Auch alle übrigen Teilnehmer konnten den selbst geschälten Spargel mit nach Hause nehmen.

Sauber schälen

Nach kurzem Zögern fanden sich die ersten Freiwilligen: Doris Mullis aus der US-amerikanischen Partnerstadt Fredericksburg, Inge Chmelicek, Gerlinde Bürger und Daniela Spilger, die früher selbst einen Spargelhof betrieben hatte. Siegerin der ersten Runde wurde Inge Chmelicek. In der zweiten Runde traten Bürgermeisterin Lisa Schlüter und ihr Mann Niko gegen Michael Langloh, den „Kerweborscht“ und Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins, sowie Gabi Kogina an. Hier setzte sich Niko Schlüter durch. Auch jüngere Besucher ließ Moderator Lin nicht unbeachtet und ermunterte sie zur Teilnahme.

So gingen in der dritten Runde die beiden jungen Spanier Ramiro Monge und Nahiu Gomez, die zehnjährige Marlene Schlüter sowie Claudia Kürschner an den Start. Nach dem Urteil der Jury hatte Claudia Kürschner am schnellsten und saubersten geschält. Organisiert hatten den Wettbewerb Johanna Vieten und Helga Wernz.

Kulinarisch und gesellig

Der traditionelle Spargelschälwettbewerb bewies einmal mehr, dass das königliche Gemüse in Schwetzingen nicht nur kulinarisch, sondern auch als geselliges Ereignis fest zur Stadtkultur gehört. (rw)

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von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
11.05.2026
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