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Über 500 Gäste im Palatin

So war die Prunksitzung der KG Blau-Weiss 2026 (mit Galerie)

Es war eine Prunksitzung, die für jeden der über 500 Närrinnen und Narren viel Abwechslung und vor allem Spaß bot. Eingeladen hatte die KG Blau-Weiss.
OB Dirk Elkemann und Ortsvorsteher Patrick Schulz als Frauen verkleidet.
Oberbürgermeister Dirk Elkemann und Schatthausens Ortsvorsteher Patrick Schulz gaben sich als "Weinhoheiten" die Ehre.Foto: LIP

Eingeladen hatte die Karnevalsgesellschaft (KG) Blau Weiss Wiesloch in den Staufersaal des Palatins. Büttenreden, zahlreiche Gardenauftritte und fetzige Musik prägten den Abend.

Es ging gleich in „die Vollen“. Beim Einzug der Garden und des Elferrats sorgte das Guggemusik-Ensemble „Schlabbedengla“ aus Bruchsal für beste Stimmung bei der ohnehin gut gelaunten Narrenschar, die fast alle kostümiert erschienen war. Engelchen in verschiedenen Variationen wurden gesichtet, Ritter, Tierkostüme unterschiedlichster Art, Glitzeranzüge, aber auch fantasievolle Kreationen und bunte Perücken prägten die Szenerie.

Neuerung und Ehrengäste

Nach der Begrüßung von KG-Präsident Stefan Wolter, der alle willkommen hieß, übergab er an die Sitzungspräsidentin Sofia Keller, die von ihrem Stellvertreter Florian Hühn unterstützt wurde. Gleich zu Beginn wies Wolter auf eine Neuerung hin, sorgte doch der Musikverein Baiertal mit flotten Weisen zwischen den jeweiligen Auftritten für musikalische Unterhaltung.

„Ein Novum bei unseren Sitzungen“, so der Präsident, der auch zahlreiche Ehrengäste wie beispielsweise die CDU-Landtagsabgeordnete Christiane Staab und zahlreiche Mitglieder aus dem Gemeinderat begrüßen konnte.

Löwengarde begeistert Publikum

Nach dem begeisterten Abmarsch der Guggemusiker hieß es erstmals „Bühne frei“ für die Mädchen der Löwengarde, die Jüngsten bei dem Aushängeschild der KG. Alle Formationen traten nach der Pause nochmals auf, dann jedoch zu unterschiedlichen Themen.

Nach dem Auftritt kamen Oberbürgermeister Dirk Elkemann und Schatthausens Ortsvorsteher Patrick Schulz in die Bütt. Beide entsprechend verkleidet, war doch ihr Thema „die Weinhoheiten“. Beide im schmucken Dirndl, mit Perücken ausgestattet, mit jeweils einem Krönchen versehen, die High Heels durften ebenso nicht fehlen wie zwei große Weingläser. Die Geschichte hinter dem Auftritt und dem themenbezogenen Auftritt ist schnell erzählt.

Besuch der „Weinhoheiten“

Nachdem die „Winzer von Baden“ im Vorjahr das Aus für die Weinhoheiten („Passt nicht mehr in die heutige Zeit“) verkündet hatten, schmiedeten Elkemann und Schulz Pläne, eine Art Gegenprogramm aufzustellen. So wurde die Idee geboren, sich als Weinhoheiten herauszuputzen, dies alle bei einem oder mehreren Gläschen Wein.

Als Bürgermeister Ludwig Sauer, der übrigens unter den Gästen weilte, davon gehört hatte, soll er laut Schulz gesagt haben: „Spinnt ihr oder seid ihr besoffen?“ Dennoch ließ sich das Duo nicht von ihren Plänen abbringen, wäre da nicht die Entscheidung des Gemeinderats erfolgt, das Winzerfest wegen der angespannten Haushaltslage abzusagen, was mit Buhrufen aus dem Publikum quittiert wurde.

Aber, so die Vorgabe der Beiden, die Hoffnung sterbe zuletzt. „Vielleicht können wir 2027 auftreten“, blickten Schulz und Elkemann hoffnungsvoll in die Zukunft. Nicht fehlen durfte eine gesangliche Einlage des Duos, zu dem mit Playback eingespielten Titel bewegten die „Weinhoheiten“ die Lippen synchron und meinten zum Schluss: „Es grüßen die Weinhoheiten“. Es gab viel Beifall seitens der Narrenschar und die beiden begaben sich flugs zu ihrem nächsten Auftritt, zur Prunksitzung nach Baiertal.

Ehrensenator und Hilde, die Wilde

Noch vor der Pause ging es Schlag auf Schlag weiter. Stimmungsmusik vom Musikverein ertönte, Ehrungen wurden durchgeführt, so wurde Aleandro Giacalone zum Ehrensenator ernannt, restliche Orden wurden verteilt, unter anderem an den befreundeten Karnevalsverein „Zigeunerinsel“ aus Stuttgart und Gemeinderatsmitglied Holger Mengesdorf für eine T-Shirt-Spende an die Garden gedankt.

Zuvor hatten die Elferratsgarde und die Präsidiumsgarde auf der Bühne für perfekte Tanzeinlagen gesorgt. Dann stand die nächste Bütt auf dem Programm. Helga Kowohl machte sich als „Dorfschönheit auf Männersuche“. Sie war bereits vor einigen Jahren Gast in Wiesloch.

Sie bezog das Publikum mit ein, schaute sich einen Gast namens Nicki genauer an und brillierte in ihrem schwungvollen Finale – nach mehrfachem Klamottenwechsel als überzeugende Sängerin (Playback). Sie trug Songs als „Hildegard die Wilde“ unter anderem von Andrea Berg und Helene Fischer vor.

55.000 Euro gespendet

Anschließend wirbelten die Tanzmariechen Lendina Dalloshi, Maren Aakerlund und Anna Schopf gekonnt in einer Mischung aus perfektem Tanz und Akrobatik über die Bühne. Das Publikum war begeistert. Nach der Pause standen weitere Höhepunkte an. So der begeisternde Auftritt von „Tobbmaster Fitsch & the fabulous Fernando Horns“.

Sie heizten die bis dahin gute Laune weiter auf, vor allem, als sie „Skandal um Rosi“ zum Besten gaben. Sie verzichteten nicht nur an diesem Abend auf ihre Gage, sondern bereits seit Jahren.

„Wir haben rund 55.000 Euro seit unserem Bestehen gesammelt und an wohltätige Zwecke gespendet. Die Gagen der aktuellen Kampagne gehen an das Kinderhospiz in Karlsruhe. Blau-Weiss hat in diesem Zusammenhang die Gage um 111 Euro erhöht“, berichtete Tobbmaster.

„Wiesloch wieder groß“

Danach war es Zeit für Florian Hühn, der als „Lokalpatriot“ in die Bütt stieg und aufgrund der finanziellen Situation der Stadt so einige Ideen entwickelte. „Wir haben leere Kassen, marode Straßen und eine Bauruine namens OHG“.

All dies stimme ihn traurig. Es gehe nun darum, Wiesloch wieder großzumachen. Sein Vorschlag: die Olympischen Winterspiele „nach hier“ zu holen, der Schnee könne aus Grönland geliefert werden, die Eissporthalle würde weiter an Bedeutung zulegen und der Dämmelwald biete sich für die Biathlon-Wettkämpfe an. Zusammenfasend meinte er: „Nur wer träumt, macht Wiesloch wieder groß." Also: träumen ist erlaubt!

Tänzerischer Anmut

Danach standen die verschiedenen Garden erneut im Blickpunkt. Von der Löwengarde, über die Elferratsgarde bis hin zur Präsidiumsgarde - mit dabei auch die „Prosecco Girls“ - wurde tänzerische Anmut, gepaart mit antrainierten Choreografien, gezeigt, und natürlich durften die lautstark geforderten Zugaben nicht fehlen.

Toll, was die KG Wiesloch da im wahrsten Sinne des Wortes auf die Beine gestellt hat, einschließlich Trainerinnen-Team. Alle Vorträge hatten ihr eigenes Motto, so wie Summerfeeling, Harry Potter oder Aliens, bis hin zur Mafia. Ergänzt wurden die Darbietungen von dem HCC Männerballett aus Hoffenheim, da die KG keine eigene Mannschaft an den Start schicken konnte.

Das Männerballett fing mit einer von den Outfits her an die Serie „Peaky Blinders“ angelehnten Choreografie an, riss sich daraufhin die Kostüme vom Leib und heizte dann als „Rocker“ auf der Bühne ein. Kurz vor dem Finale stand noch Andreas Scherer als Pfälzer Winzer im Rampenlicht.

Sein Vortrag ging leider in der allgemeinen Unruhe im Saal etwas unter. Zum Abschluss versammelten sich alle Protagonisten nochmals auf der Bühne, ehe im Foyer weitergefeiert wurde.

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMHans-Dieter Siegfried
02.02.2026
Orte
Wiesloch