
Solarleuchten sind in vielen Gärten beliebt. Sie wirken dekorativ, gelten als energiesparend und schaffen abends eine angenehme Atmosphäre. Dennoch tragen auch kleine Lichtquellen im Außenbereich zur Lichtverschmutzung bei – mit Auswirkungen auf Natur, Tiere und Menschen.
Lichtverschmutzung bezeichnet die unnötige künstliche Aufhellung der Nacht. Sie stört den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus von Pflanzen und Tieren ebenso wie den Menschen. Besonders nachtaktive Insekten werden stark beeinflusst: Sie werden vom Licht angezogen, verlieren die Orientierung und werden in Nahrungssuche und Fortpflanzung beeinträchtigt. Dies ist besonders in der Blütezeit problematisch, da viele Pflanzen auf Insekten zur Bestäubung angewiesen sind. Manche Blüten öffnen sich zudem erst in den Abend- oder Nachtstunden und sind gezielt auf diese Bestäuber ausgerichtet.
Auch nachtaktive Tiere wie Igel oder Fledermäuse werden gestört, und selbst der menschliche Schlaf-Wach-Rhythmus kann durch künstliches Licht beeinträchtigt werden.
Viele Solarleuchten schalten sich bei Dämmerung automatisch ein und leuchten dann die ganze Nacht hindurch – häufig ohne Abschaltautomatik oder gezielte Steuerung. Durch ihre oft breite Streuung erhellen sie nicht nur den eigenen Garten, sondern auch angrenzende Bereiche und tragen zur Aufhellung des Nachthimmels bei.
Neben den ökologischen Auswirkungen spielt auch die zunehmende Menge kurzlebiger Produkte und damit verbundener Elektroschrott eine Rolle.
Was ist sinnvoll?
Ein bewusster Umgang mit Außenbeleuchtung kann viel bewirken:
Rechtlicher Rahmen in Baden-Württemberg
Auch gesetzlich wird das Thema zunehmend berücksichtigt. In Baden-Württemberg enthält das Landesnaturschutzgesetz Vorgaben zur Reduzierung von Lichtverschmutzung, etwa Einschränkungen bei unnötiger oder großflächiger Außenbeleuchtung (§ 21 NatSchG BW). Neue Beleuchtungsanlagen sollen so gestaltet werden, dass ihre Auswirkungen auf Insekten und Umwelt möglichst gering bleiben. Grundsätzlich gilt auch im privaten Bereich: Lichtimmissionen dürfen Nachbarn und Umwelt nicht unzumutbar beeinträchtigen.
Gemeinsame Verantwortung
Ein bewusster Umgang mit Gartenbeleuchtung ist daher nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch des Umwelt- und Naturschutzes und trägt zudem zu einem guten nachbarschaftlichen Miteinander bei. Oft reicht schon ein kleiner Schritt – etwa das Abschalten unnötiger Leuchten in der Nacht – um einen wichtigen Beitrag zu leisten.
Denn: Die Nacht braucht Dunkelheit.