Start ist um 14 Uhr vor der Schlosskirche. Von 1845 bis 1870 war der jüdische Kaufmann Abraham Herz Gemeinderat in Hochberg. 1845 war er einer der ersten Juden, der in ein solches Amt gewählt wurde. Aus der Perspektive Abraham Herz gehen wir durch den Ort, besichtigen die ehemalige Synagoge und den jüdischen Friedhof. Herzliche Einladung!
Hebräische Hausinschriften in Hochberg?
1971 begann die Publikation der „Hochberger Geschichtsblätter“ des Heimathistorikers Wilhelm Streng nach Beschluss des Hochberger Gemeinderats. Es handelt sich um die Kurzfassung der 699 Seiten umfassenden Ortschronik Strengs aus dem Jahr 1959, die auf einer mechanischen Schreibmaschine getippt und nur in wenigen Exemplaren vervielfältigt worden war. Von den Hochberger Geschichtsblättern erschienen sieben Folgen von je ca. 50 Seiten bis 1974. Einleitend schreibt Streng 1971 im 1. Heft (S.4): „Allenthalben stoßen wir in Hochberg auf die Zeugen unserer Vergangenheit … mögen es die hebräischen Schriftzeichen sein, die man an einzelnen Häusern und steinernen Torpfosten noch eingemeißelt sieht, und die von Jahr zu Jahr seltener werden, da sie mit jedem neuen Hausverputz zugedeckt oder abgerissen werden.“ Bekannt sind heute solche ehemaligen hebräischen Hausinschriften nur vom Gebäude Hauptstraße 10. Kann sich noch jemand an hebräische Inschriften an anderen Gebäuden erinnern oder besitzt alte Fotos? Wir wissen von anderen landjüdischen Gemeinden, dass das Anbringen von hebräischen Hausinschriften ein verbreiteter Brauch war.
Ergänzungen zu „Das Kriegsende 1945 in Hochberg“
Zu diesem Artikel gab es einige Reaktionen: 1. Es wurde gemutmaßt, ob der Hochberger und der Aldinger Bürgermeister 1948 nicht auf den Fragebogen zum Kriegsende des Stat. Landesamtes geantwortet hätten, weil Unangenehmes zu verbergen war. Das kann nicht ausgeschlossen werden. Allerdings antworteten nur 450 von damals ca. 1500 Gemeinden. Wenn 3 von 5 Vorgängerorten Remsecks ablieferten, war das sogar eine gute Quote. 2. Der Neckarremser Schultes berichtet, dass die Amerikaner am 22. April von Schwaikheim her einrückten. Von Hochberg ist überliefert, dass die Amerikaner am 21. April von Neckarrems kommend den Ort übernahmen. Eine Zeitangabe muss falsch sein. Im Artikel wurde vorgeschlagen, Neckarrems auf den 21. April zu korrigieren, weil die Amerikaner schon am 20. April Schwaikheim erreichten. Völlig ausgeschlossen ist aber auch nicht, dass die Hochberger Angabe nicht stimmt und dort die Alliierten erst am 22. April erschienen.
3. Es wurde gefragt, ob die Amerikaner mit der 100. Infanterie Division einrückten. Das bestätigt der Neckarremser Schultes: „Die feindlichen Truppen hatten eine Stärke von ca. 60 Mann und führten an den Achselstücken die Nr. 100.“ Er berichtet auch anerkennend, dass die Amerikaner nach der Übernachtung ein Frühstück verlangten. Die Soldaten lieferten die Bohnen für den Kaffee und bezahlten anschließend für das Frühstück, bevor sie weiterzogen.
Kai Buschmann
Beth Shalom – Haus des Friedens. Verein für Erinnerungs- und Friedensarbeit in Remseck e.V., www.bethshalom-remseck.de, info@bethshalom-remseck.de


