Wie gelingt Klimaschutz sozial gerecht? Im Fokus: die Folgen des Klimawandels und Lösungen, die niemanden zurücklassen.
Wir beobachten bereits heute, dass sich die Lebensräume von Pflanzen und Tieren in Folge des Klimawandels geografisch verschieben. Auch VdK Mitglieder werden immer mehr mit umweltpolitischen Maßnahmen konfrontiert. Sie spüren die Konsequenzen des Klimawandels.
Hitze ist ein wichtiges Thema, das insbesondere ältere und kränkere Menschen betrifft. Wenn sich die Erde um zwei Grad erwärmt, wird es in Berlin zukünftig so warm sein wie in Madrid in heißen Sommern. Bei einem Temperaturanstieg um zwei Grad würde der Grönland-Eisschild vollständig abschmelzen, wodurch der Meeresspiegel langfristig um etwa sieben Meter ansteigt. Weltweit könnten große Landstriche austrocknen mit drastischen Folgen für die Landwirtschaft, Ernährung und Wasserversorgung. Der Gebäudesektor ist verantwortlich für 20 Prozent der Emissionen. Jeder spürt hohe Energiekosten, etwa bei schlecht gedämmten Wohnungen. Wie schaffen wir es, alle Menschen gut mitzunehmen?
Der Emissionshandel ist das wirksamste Instrument im Werkzeugkasten der Klimapolitik. Aber wie werden die Kosten verteilt, die durch den CO2-Preis entstehen. Der Staat nimmt durch den Emissionshandel Gebühren ein. Ein beachtlicher Teil könnte gerade an die unteren Einkommensgruppen direkt ausgeschüttet werden. Aktuell fehlt der Auszahlmechanismus, dass die Menschen über die Steuererklärung beispielsweise Geld zurückerstattet bekommen als Ausgleich für höhere Preise für Heizen, Benzin oder Diesel und andere Güter des täglichen Bedarfs, die durch den Emissionshandel teurer werden.
Wir sehen hier zwei Ansatzpunkte: Das erste Element wäre ein einkommensgestaffeltes Klimageld. Das zweite Element wären Förderprogramme für die Sanierung der eine Million energetisch am schlechtesten ausgestatteten Gebäude. Das käme den ärmsten Haushalten in Deutschland zugute. Eine solche Förderung wäre einerseits sozial wirksam, andererseits ein großer Beitrag zum Klimaschutz.
Dies ist ein Auszug aus dem Gespräch zwischen Verena Bentele (VdK-Präsidentin) und Dirk Messner (Präsident Umweltbundesamt). Das Gespräch im VdKTV: www.youtube.com/watch


