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Beratung für Menschen mit Behinderung

Was macht die EUTB in Neckargemünd? Expertin gibt Auskunft

Die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ist eine wichtige Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung. Mehr im Interview mit Regina Menzel.
Immer mittwochs vor Ort in Neckargemünd: EUTB-Beraterin Regina Menzel.Foto: Kirsten Seubert

Die EUTB Rhein-Neckar, die Ergänzende Unabhängige Teilhabeberatungsstelle für Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen, bietet jeden Mittwoch von 10 bis 12 Uhr in Neckargemünd in der Arche (Im Spitzerfeld 42) eine offene Sprechzeit an.

Vor Ort ist seit 2023 die Sozialarbeiterin Regina Menzel. Sie schafft es mit ihrer ruhigen und zugewandten Art, eine vertrauensvolle Atmosphäre für ein Gespräch zu schaffen. Menzel ist erfahrene Sozialpädagogin, Peer-Beraterin und war viele Jahre im Sozialdienst verschiedener Kliniken tätig. NUSSBAUM.de sprach mit ihr über die Arbeit und Herausforderungen.

NUSSBAUM.de: Wie kann man sich von Ihnen beraten lassen?

Regina Menzel: Ratsuchende, also Angehörige oder betroffene Personen, können mittwochs vormittags einfach vorbeikommen oder vorher telefonisch unter 06221 16 13 31 oder per E-Mail info@eutb-rnk.de einen Termin ausmachen. Unser Team besteht aus Susanne Krüger, Kirsten Ehrhardt, Lucius Wack und mir. Ich bin hier vor Ort in der Arche.

NUSSBAUM.de: Wie umfangreich ist die Beratungsarbeit?

Menzel: Die Themenpalette reicht vom Schwerbehindertenausweis über den Pflegegrad bis hin zu vielen finanziellen Fragen. Der Bedarf ist groß, die EUTB hat über 1.000 Beratungskontakte im Jahr. Die Teilhabe muss verbessert werden, es ist sehr schwer für Betroffene alleine herauszufinden, wo man was beantragen muss oder kann. Wir finden heraus, worum es geht und im Mittelpunkt steht, welches Ziel jemand erreichen möchte. Das betrifft natürlich die Themen Schule und Beruf, aber auch Freizeitgestaltung, Pflege und Assistenzen. Mobilität, Schwerbehindertenanträge, Bürgergeld, Erwerbsminderungsrente, zu all diesen Themen stehen wir ergänzend zur Seite.

NUSSBAUM.de: Wo gibt es diese Beratung überall?

Menzel: Die EUTBs Heidelberg und Rhein-Neckar sind zwei der rund 730 Beratungsstellen in Deutschland. EUTBs sind 2018 mit dem Bundesteilhabegesetz (BTHG) entstanden. Die EUTB Heidelberg gibt es seit 2018. Der Hauptsitz befindet sich in Walldorf. Seit 2023 gibt es zusätzlich die EUTB Rhein-Neckar. In Neckargemünd findet die Beratung in der Arche statt, gegenüber der SRH.

NUSSBAUM.de: Warum haben Sie dort keine Räume?

Menzel: Wir finden es sehr viel neutraler und betonen damit unsere unabhängige Beratung. Zurzeit bin ich wegen Renovierungsarbeiten in der Arche im schönen Kaminzimmer zu finden. Normalerweise berate ich im kleinen Gruppenraum, der ist aber momentan vollgestellt.

NUSSBAUM.de: Wie finanziert sich die EUTB?

Menzel: Die EUTBs werden vom Bund gefördert und wurden eingesetzt, um vor allem im Vorfeld der Beantragung von Leistungen zu unterstützen. Die Beratung selbst ist kostenfrei und absolut vertraulich. Wir sind unabhängig von Kostenträgern und Ämtern. Die Selbstbestimmung der Betroffenen ist uns sehr wichtig.

NUSSBAUM.de: Mit welchen Arten der Behinderung kann man zu ihnen kommen?

Menzel: Mit allen. Vom Kleinkind bis hin zu älteren Menschen. Es kommen sehr viele Menschen mit ihren Angehörigen. Autismus, ADHS, Doppeldiagnosen, psychische, körperliche und geistige Einschränkungen beschäftigen uns. Da die Problemlagen so vielfältig sind, haben wir ein sogenanntes „Peer Counseling“ – die Beratung von Betroffenen für Betroffene. Das bedeutet, wir selbst als Berater haben eigene Erfahrung mit den Themen, beispielsweise selbst ein behindertes Kind. Auch Ehrenamtliche aus der Selbsthilfe können wir hinzuziehen. Dadurch hat unsere Beratung eine hohe Akzeptanz.

Die Fragen stellte Kirsten Seubert.

Hier geht es zur EUTB-Beratung in die Arche.Foto: Kirsten Seubert
Erscheinung
Neckarbote
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Ausgabe 15/2026
von Redaktion NUSSBAUMKirsten Seubert
09.04.2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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