
Gemeinsam mit ihrem Partner Fabian Großberg hat sie das Publikum verblüfft und gut unterhalten.
Die langen Dreadlocks zum wirren Gebilde auf dem Kopf aufgesteckt, sitzt die Liedermacherin am Keyboard, daneben Fabian Großberg mit seiner Gitarre. Das Duo ist nicht nur auf der Bühne ein Paar, sondern auch im Alltag.
Die Möglichkeit eines Hits besteht
Die 33-Jährige Sängerin und Songwriterin hat es sich zur Aufgabe gemacht Lieder zu schreiben, die Hits sein könnten. „Das ist aber eher unwahrscheinlich“, sagt sie, aber die Möglichkeit bestehe, fügt sie trocken an. Indie-Pop für Mädchen ist der erste Song und schon wissen die Zuhörer wo die Reise hingehen könnte. Dass über eine so banale Sache, wie eine Gegensprechanlage ein Lied entsteht ist eigentlich kurios, klingt musikalisch aber gut. Auch eine Angel ohne Haken wird besungen oder der Pomeranian Spitz, der Diot mit seinem puscheligen Fell, den kurzen Beinchen und der kleinen Nase, die an Lakritz erinnere, begeistert.
Zwischen den Liedern erzählt sie viel aus ihrem Leben, das sie gemeinsam mit ihrem Partner ganz ländlich-abgeschieden verbringt oder von der Entstehung ihrer Songs, die sich mit ganz kuriosen Themen beschäftigen.
Beim Konzert machts die gekonnte Mischung aus Geschichten und Albernheit, die Marie Diot so überzeugend präsentiert, dass ihr wohl jeder im Saal den Wahrheitsgehalt abnimmt. Schnell beschreibt sie noch das Cover ihres aktuellen Albums, auf dem ein Kohlrabi unter Kolibris zu sehen ist. Irgendwie abgedreht, aber immer stimmig, witzig und charmant verpackt. Diot kann nicht nur witzig, sondern auch melancholisch und wickelt ihr Publikum gleich darauf mit einer gewissen Albernheit regelrecht um den Finger. Indie Pop und Chansons, verpackt in Wortwitz und Ironie, gespickt mit Geschichten, die auch im wirklichen Leben einfach so passieren, nicht nur der Liedermacherin, sondern Millionen von Menschen.
Der nächste unwahrscheinliche Hit
Was für die meisten beiläufig erscheint und keinerlei Aufmerksamkeit erregt, ist für Marie Diot der nächste unwahrscheinliche Hit. Diot findet Eislingen klasse, wie sie beteuert, also viel besser als Stuttgart, zumindest, was das Wetter angeht. Das Gespräch mit dem örtlichen Publikum gelingt ihr gut, sie hält die Zuhörer bei der Stange und, dass sie sich gut amüsieren, ist nicht zu überhören. Und wer weiß, vielleicht hat Marie Diot in Eislingen sogar ein brandheißes Thema für den nächsten, unwahrscheinlichen Hit gefunden, die Kreisverkehre sind ihr zumindest aufgefallen. irs