
Unser Schulzentrum mit derzeit circa 2000 Schülerinnen und Schülern ist am räumlichen Limit. Wir haben sehr umfangreiche, aber notwendige Sanierungs- und Brandschutzmaßnahmen im Bestand bereits beschlossen, die nun wirklich zeitnah umgesetzt werden sollen. Unser Dank geht hier an Herrn Tisch und sein Team im Stadtbauamt für die Planungen und die umfangreichen Informationen, die er uns immer zukommen lässt. Unsere Fraktion weiß alle Schulen in Walldorf in unserem Stadtbauamt in guten Händen.
Die SPD-Fraktion stimmt daher der Errichtung von zwölf Klassenzimmern in einem Interimsgebäude in modularer Bauweise am Schulzentrum zu. Auch der Standort im Parkplatzbereich östlich der Sporthalle scheint uns der optimale Platz, da folgen wir gerne auch den Wünschen der beiden Schulen.
Das in der Vorlage beschriebene Raumprogramm ist ebenfalls in einer extra dafür terminierten Sitzung, an der auch Fraktionsvertreter teilnahmen, mit den Schulen intensiv abgestimmt. Die intensive Abstimmung mit unseren Schulen bei allen Baumaßnahmen ist für uns als SPD-Fraktion von besonderer Wichtigkeit – so auch hier.
Da nicht nur die umfangreich nötigen Sanierungs- und Brandschutzmaßnahmen, die wahrscheinlich bis zu neun Räume zeitgleich nicht nutzbar machen, sondern auch der noch zu planende Anbau während der Planungs- und Bauzeit überbrückt werden muss, sind diese Räume mindestens für sechs, vielleicht sogar acht Jahre Nutzung nötig.
Für diesen langen Zeitraum kann auch aus unserer Sicht eine entsprechende Modulanlage nur gekauft werden. Mieten wird uns bei dem Zeitraum mehr kosten als kaufen – zumindest ist das auch die Einschätzung der Verwaltung dazu. Wir brauchen eine wirtschaftliche Lösung, die vollumfänglich die pädagogischen Anforderungen erfüllt – bei sechs bis acht Jahren wird es vielleicht Kinder geben, die einen größeren Teil ihrer Schulzeit in diesem Modulbau verbringen.
Was passiert hinterher mit dem Modulbau? Die Verwaltung schlägt vor, nach der Nutzung die Module wieder zu verkaufen oder Teile der Anlage auch für andere Standorte beziehungsweise Baustellen umzurüsten. Wir können uns vorstellen, dass es da in Walldorf durchaus Verwendung geben wird; gebaut wird bei uns in Walldorf ja durchaus.
Mit der heutigen Entscheidung muss umgehend die Planung für die Maßnahmen weitergeführt werden. Wie bereits gesagt, die Klassenräume müssen pädagogischen Standards entsprechen, zum Beispiel die Größe der Klassenräume – 68 Quadratmeter pro Raum ist da das Minimum, um auch für die großen Klassen der beiden Schulen mit 30 Schülerinnen guten Unterricht zu gewährleisten.
Das Bauamt wird bei der Ausschreibung auch auf die Qualität des sommerlichen Wärmeschutzes achten. Das ist eine klare Forderung von uns, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Anzahl von Extremhitzetagen in Walldorf. Danke dafür im Voraus.
Da das Land ohne wirkliche Vorlaufzeit G9 an Gymnasien wieder eingeführt hat – begonnen wurde in diesem Schuljahr – wird in wenigen Jahren auch ein zusätzlicher Jahrgang am Gymnasium aufgewachsen sein. Dann muss der Anbau fertig oder zumindest fast fertig sein.
Wie gesagt, wir sind froh, dass wir in Walldorf auch diese notwendigen Maßnahmen stemmen können, was, wenn man in die direkten Schulträgernachbarschaften guckt, nicht selbstverständlich ist und mich, auch als Mutter, immer wieder sehr nachdenklich macht und fragen lässt, ob die Finanzierung unserer Schulen nicht endlich auf andere Füße gestellt werden muss. Danke.
Dr. Andrea Schröder-Ritzrau, Fraktionssprecherin SPD-Fraktion