
Die Autobahnabfahrt am Weinheimer Kreuz in Richtung Weinheim ist gesperrt, die Umleitung erfolgt über Hemsbach, aber die Ampeln an der Abfahrt Hemsbach bleiben – anders als noch im Frühjahr – aus. Die Hemsbacher Woche hat nachgefragt, warum das so ist.
Im Frühjahr war die Verkehrssituation nicht anders, als sie es jetzt ist. Auch damals hatte man die ostseitigen Abfahrten voll gesperrt, um Brückenteile und Rampen zu erneuern. Die Umleitung erfolgte über Hemsbach. Im Vorfeld der Sanierungsmaßnahme, so sagt eine Sprecherin der Autobahn GmbH, hätten im Zuge der Projektplanung Verkehrsmessungen stattgefunden. Diese Daten seien um Prognosen zum zusätzlichen Verkehrsaufkommen während einer Sperrung der Abfahrt nach Weinheim sowie der Fahrbeziehung Heidelberg-Viernheim, die ebenfalls eine Umleitung über die Anschlussstelle Hemsbach vorsieht, ergänzt worden. „In diesem Verkehrsführungskonzept wurde die Installation einer temporären Lichtsignalanlage empfohlen“, so die Unternehmenssprecherin. Die Ampeln sollten den ungehinderten Abfluss des von der Autobahn kommenden, links abbiegenden Verkehrs an der Anschlussstelle sicherstellen. Und damit auch verhindern, dass sich der Verkehr bis auf die Autobahn zurückstaut. Das Konzept ging bekanntermaßen nicht auf.
Der Rückstau aus beiden Richtungen, vor allem aber von Norden kommend, war immens. Auf Facebook machten etliche Autofahrer ihrem Ärger Luft, schickten Fotos von einer ewigen Schlange vor der Ampel und verstopftem Kreuzungsbereich. „Solche Rückstau-Szenarien im Bereich von Autobahnausfahrten sind aus Sicherheitsgründen in jedem Fall auszuschließen“, so die Sprecherin.
Die Erklärung für den Rückstau war schnell gefunden: Von Norden kommend mussten sich die Autofahrer weiterhin über eine einspurige Ausfahrt schlängeln – egal, ob sie in Richtung Hemsbach oder Hüttenfeld abfahren wollten. Anders aus südlicher Richtung: Hier waren zwei Spuren eingerichtet worden, sodass sich der Verkehr teilte. Und das ist auch letztlich das Geheimnis, warum die Ampeln in diesen Wochen nicht farbig leuchten. „Unserer Einschätzung nach hat vor allem die temporäre Aufteilung der einmündenden Abfahrtsrampe an der Anschlussstelle in eine Linksabbieger- und eine Rechtsabbiegerspur die Situation deutlich entspannt“, heißt es seitens der Autobahn GmbH. Daraus hat das Unternehmen Rückschlüsse gezogen: Die praktische Erfahrung während der Bauzeit habe gezeigt, dass der zusätzliche Verkehr an der Anschlussstelle Hemsbach auch ohne Lichtsignalanlage gut abfließen kann. Vor diesem Hintergrund habe man sich entschieden, die Lichtsignalanlagen nicht zu aktivieren.
Und wie sieht es dann im kommenden Jahr aus, wenn die gleiche Sanierungsmaßnahme an den westlichen Auf- und Abfahrten des Weinheimer Kreuzes durchgeführt werden soll? „Während der Arbeiten auf der Westseite des Autobahnkreuzes 2026 ist keine temporäre Lichtsignalanlage vorgesehen“, teilt die Unternehmenssprecherin mit. Wann die Ampeln abgebaut werden, konnte bis zum Redaktionsschluss noch nicht mitgeteilt werden. (cs)