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»Realitäts(ver)lust«

Spielclubs 2025/26 feiern Premieren

Juni und Juli 2026 / Zwinger 1 und 3
Mitglieder der Spielclubs am Theater und Orchester HeidelbergFoto: Susanne Reichardt

Die sechs Spielclubs des Theaters und Orchesters Heidelberg feiern im Juni und Juli 2026 ihre Premieren. Unter dem diesjährigen Motto »Realitäts(ver)lust« präsentieren die Clubs ihre Stücke, die in wöchentlichen Proben im Verlauf der Spielzeit gemeinsam erarbeitet wurden. In den neuen Produktionen stehen Theaterbegeisterte aller Altersgruppen auf der Bühne. Behandelt werden Themen wie abenteuerliche Identitätssuche, Lebensrealitäten von Frauen in der DDR, das Erschaffen von Wirklichkeit und Vampirismus in der heutigen Popkultur.

Die Realität kann frustrierend und anstrengend sein. Wie schön ist die Vorstellung, aus dieser Realität einfach flüchten zu können – in eine neue, eigene? Oder ist es genau diese Realität, in der wir leben, die unser Leben lebenswert macht? Die Spielclubs des Theaters und Orchesters Heidelberg stellten sich in dieser Spielzeit die Frage, was Lust auf unsere Realität macht und wann und wohin wir dieser gerne entfliehen würden.

»Ameise auf Augenhöhe« – Abtauchen in eine andere (kleine) Welt

Den Auftakt macht am Sonntag, 7. und Montag, 8. Juni 2026, der KINDERclub U10 für Kinder von 6 bis 9 Jahre. In ihrem Stück »Ameise auf Augenhöhe« geraten elf Kinder in eine Insektenwelt, in der es krabbelt, summt und schwirrt, aber auch gewaltig kracht. Was passiert, wenn plötzlich alles riesig wird – oder wir ganz klein? Warum wird man ständig übersehen?
Und wie kann man sich bemerkbar machen, wenn man nicht größer ist als eine Ameise?

»Endstation: Wunderland« – Junge Abenteurer*innen auf Zugfahrt

Am Sonntag, 14. und Montag, 15. Juni folgen die Vorstellungen des KINDERclubs U13. In »Endstation: Wunderland« stellen sich 10 bis 12-jährige die Frage, was passiert, wenn man nach der letzten Haltestelle einfach im Zug sitzen bleibt. Genau hier beginnt das Abenteuer: Eine Zugfahrt führt die Passagier*innen unerwartet in eine geheimnisvolle Welt voller skurriler Begegnungen und rätselhafter Herausforderungen, die die jungen Abenteurer*innen auf die Suche nach der eigenen Identität schickt. Und auf die Suche nach dem Ausgang!

»Dort, wo ich denke« – Gemeinsam Wirklichkeit schaffen

Der TANZclub für Menschen von 16 bis 50 Jahre schließt sich am Samstag, 20. und Sonntag, 21. Juni 2026, mit der Premiere von »Dort, wo ich denke« an. Gemeinsam erschaffen die tanzbegeisterten Clubler*innen einen inneren Raum aus Gedanken und Wahrnehmungen. Identität und Wirklichkeit als fragile, persönliche Konstruktionen. Ein körperlicher Zustand von Unruhe. Inspiriert von Fernando Pessoas »Das Buch der Unruhe«.

»Bis morgen, du Schöne« – Lebensrealitäten von Frauen in der DDR

Es folgt am Samstag, 27. und Sonntag, 28. Juni der FRAUEN*club für Frauen* von 16 bis 100 Jahre mit »Bis morgen, du Schöne«.

Die 13 Teilnehmerinnen blicken mit Maxie Wanders 1977 erschienenem Roman »Guten Morgen, du Schöne« zurück in die DDR. In dieser Sammlung von Gesprächsaufzeichnungen kommen Frauen zu Wort, die in den späten 70er-Jahren mit der Autorin über Liebe, Sexualität, Mutterschaft und Arbeit sprachen und frei von ihren Ängsten, Träumen und Wünschen erzählten. Der FRAUEN*club nähert sich der Lebensrealität von Frauen an, die in einem von Überwachung, Manipulation und Propaganda geprägten System ihren Platz finden mussten. Ergänzt werden die Romanfragmente durch aktuelle Texte der Autorin Sofie Morin: Welche Erfahrungen teilen wir aus heutiger Sicht? Wo ist mein Platz? Und wie lautet eigentlich meine Geschichte?

»mortal and afraid« – Realityshow des QUEERclubs

Am Samstag, 4. und Sonntag, 5. Juli 2026 präsentiert der QUEERclub für Menschen zwischen 14 und 30 Jahre »mortal and afraid«.

14 Teilnehmer*innen, vier Challenges und ein großes Ziel: Vampir*in werden. Hierfür kämpfen die Kandidat*innen in der Realityshow »mortal and afraid«, die selbst den Urvater aller Vampire Graf Dracula stolz machen würde! Obwohl – wäre er das? Hat der vielleicht berühmteste Vampir der Welt noch irgendetwas damit zu tun, wie wir Vampirismus in der heutigen Popkultur wahrnehmen? Was bedeutet Vampir*in sein noch, außer nie mehr Knoblauch und ewiges Leben? Und wollen die Kandidat*innen das wirklich?

Ausgehend von Bram Stokers »Dracula« begibt sich der QUEERclub diese Spielzeit auf eine Suche nach Schönheit, Stärke und Unsterblichkeit. Denn nur eine*r kann Germanys … ihr wisst schon.

»Don Chi?« – Edler Ritter oder Anti-Held?

Der GENERATIONENclub für Menschen zwischen 13 bis 100 Jahre bildet mit »Don Chi?« am Freitag, 17. und Sonntag, 19. Juli 2026 den Abschluss der diesjährigen Spielclubpräsentationen.

Abenteuer passieren einem nicht einfach so, man muss sie suchen! Das wird Alonso Quesada klar, als die Ritter*innen seiner Lieblingsromane ihn zu sich rufen. Mit selbstgebastelter Rüstung, klapprigem Ross, einer Dame im Herzen und dem treuen Knappen Sancho Panza an seiner Seite zieht er aus, um die unnötigsten Kämpfe zu bestreiten – ganz zum Leidwesen seiner Mitmenschen. Wer ist dieser »Don Quijote«? Was verleitet ihn dazu, alle Regeln hinter sich zu lassen? Die Spieler*innen des GENERATIONENclubs gehen der Frage nach dem Wesen von Cervantes Anti-Helden nach und erzählen, welcher Charme auch in heutigen Zeiten noch in der Ritterschaft liegt.

Erscheinung
exklusiv online
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