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SPORT Roland Frey mit DLV Ehrenschild ausgezeichnet

Ein Leben für die Leichtathletik Am vergangenen Wochenende fand im MTG Stadion in Mannheim die Bauhaus Junioren-Gala statt. Bei diesem weltweit größten...
Roland Frey mit dem DLV-Ehrenschild für herausragendes Engagement und besondere Verdienste um die Förderung der Leichtathletik.Foto: Dirk Gantenberg

Ein Leben für die Leichtathletik

Am vergangenen Wochenende fand im MTG Stadion in Mannheim die Bauhaus Junioren-Gala statt. Bei diesem weltweit größten Juniorenmeeting trifft sich die kommende Leichtathletik-Generation und gilt als Standortbestimmung für die U-20 Weltmeisterschaften in Eugene (USA) im August.

Das Event war der perfekte Rahmen, um Roland Frey aus Langenbrücken für sein Lebenswerk zu ehren – und das aus mehreren Gründen. Seit 55 Jahren hat sich der 68-Jährige zunächst als Aktiver, dann als Funktionär der Leichtathletik verschrieben. Einst gehörte er zu den besten Mittelstreckenläufern Deutschlands, und die letzte Station war die damalige Bundesligamannschaft des MGV, wo man sein Organisationstalent erkannte und ihn noch während seiner aktiven Zeit zum Sportwart für die Athletinnen und Athleten machte. In dieser Funktion hatte er auch einen großen Anteil, dass die Juniorengala in Mannheim aufrechterhalten werden konnte, da er sich immer für die Belange der jugendlichen Leichtathleten einsetzte, betonte der Präsident des Badischen Leichtathletikverbandes (BLV).

DLV-Ehrenschild

Gemeinsam mit Jörg Bürger, dem DLV Vizepräsidenten Leistungssport, überreichte er Frey den DLV-Ehrenschild. Das ist eine der höchsten Auszeichnungen des DLV, die für herausragendes Engagement und besondere Verdienste um die Förderung der Leichtathletik innerhalb und außerhalb des Verbandes nur limitiert vergeben wird – eine Art Hall of Fame.

Mit großem Einsatz

In Bad Schönborn kennt man Roland Frey als Trainer der SG, der mit Joshua Sickinger eines seiner Talente sogar in die U-18 Nationalmannschaft brachte, und als Moderator des Nikolaus-Laufs, den er in den 80ern zweimal gewinnen konnte. „Nach 55 Jahren Leichtathletik und davon 40 Jahre im operativen Ehrenamt ist es nun Zeit, nach dem nächsten Nikolauslauf kürzerzutreten. Ich habe alles mit großem Einsatz betrieben, teilweise 24/7“, sagt er. Deshalb widmet er diese Auszeichnung auch seiner Frau Anita und Tochter Tamara, die es mitgetragen haben, wenn die Wochenenden, die er im Jahr zu Hause war, oft an einer Hand abzuzählen waren. „Meinen eigenen Athleten wollte ich das vermitteln, was ich selbst erleben durfte“, meint er, und das ist einen Rückblick wert.

Rückblick

Infiziert von den Olympischen Spielen 1972 feierte Frey bald als Mittel- und Langstreckler große Erfolge, zuerst beim TV Helmsheim, dann beim TuS Neureut. Wie seine damaligen Heim-Trainer Bernd Seith und Kader-Trainer Dieter Roth bestätigen, hatte Roland immer eine Vorbildfunktion, war ein Kämpfertyp, aber kein Einzelkämpfer. Ergebnisse in Staffel oder Mannschaft hatten stets Vorrang. Der weitere Karriereweg führte Frey 1974 zum TV Helmsheim, in dessen Trikot er von Trainer Wolfgang Eberhard in den Jugendjahren zur regionalen Spitze lief. 1974 erlief er in Paris den badischen B-Jugendrekord über 1500 m. Teilnahmen bei Deutschen Meisterschaften und internationalen Jugendmeetings im europäischen Ausland zeigte damals schon, dass sein sportlicher Weg weiterführen kann. 1978 gewann er die 5000 m bei den Öresundspielen in Helsingborg mit Teilnehmern aus 13 Ländern.

„Richtig ab“ ging es mit dem Wechsel zum badischen Verbandstrainer Bernd Seith. Neben mehreren Siegen bei badischen Meisterschaften über 1500 m und 5000 m, einmal Baden-Württembergischer Meister, einmal Süddeutscher Meister, stand er im 1.500 Meterlauf viermal in Finals bei Deutschen Meisterschaften. Dies führte ihn auch in Felder, bei denen er mit Welt- und Europameistern, auch Weltrekordlern und Olympiasiegern an der Startlinie stand. Stolz ist er noch heute, 1981 einen von ihnen in Berlin geschlagen zu haben. „Zu gerne wäre ich neben dem Fußballer Roland Dickgießer als zweiter Sportler aus Langenbrücken nach Los Angeles gereist“, bedauert Frey, dass es zu Olympia nicht reichte.

Rekorde von Dauer

Aber bis heute hält er Kreisrekorde über 1500 m und 3000 m aus dem Jahr 1978. Sein hochwertiger Kreisrekord Kreis Karlsruhe von 3:44,14 min aus 1981 wurde erst nach 34 Jahren verbessert. „Es war nicht unbedingt Talent, aber kaum einer hatte damals, zumindest in unserer Region, so hart trainiert wie ich“, so sein Erfolgsrezept. 1996 wurde er zum Vizepräsident Leistungssport gewählt, eine Funktion, die er bis 2010 ausübte. 2012 gab es ein einschneidendes Erlebnis: Nachdem ein in Bruchsal ansässige Großkonzern sein Werk geschlossen hatte, stand der Industriemeister vor einem beruflichen Problem. Der Präsident des deutschen Leichtathletikverbandes bot ihm an, hauptberuflich beim Organisationsteam der Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin einzusteigen. Dort arbeitete er im Team von Frank Kowalski, dem heutigen Chef der Bruchsaler BTMV. „Meine Aufgabe war es, über mein Netzwerk mit der Versorgung von Info-Material so viel als möglich Zuschauer ins Olympiastadion zu bringen“, so Frey. 40 Jahre ist er bereits Mitglied des Fördervereins „FREUNDE der Leichtathletik“. Seit 2011 in dessen Vorstand. 2017 wurde er als dessen Vorsitzender gewählt. Der Verein hat ca. 1000 Mitglieder und fördert den jugendlichen Leistungssport mit jährlich 50.000 bis 60.000 Euro. Auch die Ehrung der Leichtathleten des Jahres wird durch Frey vorgenommen. Der Förderverein ist Mitorganisator dieser Wahlen und spendet den Preis.

Immer aktiv

Das Geheimnis für seine Fitness bis heute liegt wahrscheinlich darin, dass er auch den Tag der Ehrung mit einem Waldlauf begann und ihn mit einem Chorauftritt beendete. Frey ist leidenschaftlicher Chorsänger beim MGV Langenbrücken. (cm)

Erscheinung
exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
15.06.2026
Orte
Bad Schönborn