Nach intensiven Beratungen und einem umfassenden Markterkundungsverfahren hat sich der Gemeinderat der Stadt Geisingen mit großer Mehrheit für eine Energiekooperation mit der WEBW entschieden. Damit stellt die Stadt die Weichen für eine nachhaltige, regional verankerte und bürgernahe Energiezukunft.
Hintergrund: Regionale Entwicklungen als Impulsgeber
Auslöser für die strategische Befassung mit dem Thema waren vor allem die Energiewende und die aktuelle Beschlussfassung des Regionalverbands Schwarzwald-Baar-Heuberg zu den neuen Windvorranggebieten (WVRG). Hierbei haben Gemeinderat und Stadtverwaltung ihr Augenmerkmal auf das Gebiet der Länge geworfen; dieses Gebiet war auf Geisinger Gemarkung bisher schon immer als Windvorrangfläche im Rahmen des Flächennutzungsplans ausgewiesen worden. Der Gemeinderat hatte im Vorfeld schon eine Erweiterung der Fläche auf der Länge vorgeschlagen, um das 1,8%-Flächenziel der Bundesregierung einerseits zu erreichen, andererseits aber auch um einen Wildwuchs zu verhindern und eine einheitliche Konzentrationsfläche zu erreichen. In diesem Zusammenhang wurde auch der Unterschied zwischen Projekten innerhalb ausgewiesener WVRG-Flächen und kommunalen Eigenentwicklungen außerhalb dieser Vorranggebiete deutlich.
Die Stadt Geisingen hat sich entschieden, nicht abzuwarten, sondern das Thema proaktiv anzugehen, um frühzeitig eigene Gestaltungsspielräume zu sichern und eine nachhaltige Energieversorgung im Sinne der Bürgerschaft zu fördern.
Auswahlkriterien für den strategischen Partner
Im Rahmen des Markterkundungsverfahrens wurden mehrere potenzielle Partner geprüft. Für die Entscheidung des Stadtrats standen unter anderem folgende Kriterien im Mittelpunkt:
Die WEBW überzeugte in allen relevanten Punkten und präsentierte ein Konzept, das sowohl ökologische als auch ökonomische Aspekte gleichermaßen berücksichtigt.
Die Stadt Geisingen erarbeitet derzeit gemeinsam mit der WEBW das konkrete Gesamtkonzept. Im Zuge dieser Kooperation werden auch weitere potenzielle Flächen im Stadtgebiet, wie beispielsweise in den Bereichen Altenhau und Kohlerhau, ergebnisoffen geprüft und analysiert, nachdem diese vom Regionalverband als Windvorranggebiete definiert worden sind. Dies dient der strategischen Vorsorge, wobei die aktuellen Planungen auf dem Gebiet der Länge bereits weiter fortgeschritten sind und noch keinerlei Festlegungen getroffen wurden. Anschließend wird dieses der Bürgerschaft öffentlich vorgestellt – mit dem Ziel, die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig und umfassend in den weiteren Gestaltungsprozess einzubinden.
Bürgermeister Numberger erklärt: „Die Energiezukunft gelingt nur gemeinsam. Mit der Entscheidung für die WEBW setzen wir auf einen Partner, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch unser gemeinsames Ziel einer transparenten und bürgernahen Entwicklung teilt. Insbesondere mit der Länge haben wir ein Gebiet, welches schon von Seiten der Nachbarkommunen mit Windrändern bestückt sein wird, so dass die Belastungen für das Landschaftsbild überschaubar sein dürften. Unser oberstes Ziel lautet hierbei: Die Wertschöpfung bleibt vor Ort und wandert nicht an internationale Geldgeber ab“.
Über die WEBW
Die WEBW Neue Energie GmbH mit Sitz in Stuttgart entwickelt und betreibt Projekte im Bereich der erneuerbaren Energien. Gegründet wurde das Unternehmen 2011 ursprünglich als „WEBW Windenergie Baden-Württemberg GmbH“ und firmiert seit 2016 unter dem heutigen Namen, wobei es neben Windenergie auch in den Bereichen Photovoltaik, Biomasse und Kraft-Wärme-Kopplung aktiv ist. Das Leistungsportfolio umfasst die Erzeugung von Strom, Wärme und Kälte sowie die Umsetzung von Quartierslösungen mit eigenen Nahwärmenetzen. Dabei legt die WEBW besonderen Wert auf Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz. Das Unternehmen ist als Joint Venture der Landsiedlung Baden-Württemberg und der KWA Contracting AG (Stadtwerke Schwäbisch Hall) aufgestellt und verbindet damit langjährige Erfahrung mit innovativen Energielösungen. Ziel ist es, moderne, effiziente und umweltfreundliche Energieprojekte zu realisieren, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch gesellschaftlich relevant sind.