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Gemeinderat

Stadt stellte Planung für das Aquadrom Hockenheim vor

In einer Bürgerinformationsveranstaltung in der Stadthalle stellte der Hockenheimer OB Marcus Zeitler die Planungen für die Zukunft des Aquadroms vor.
Infoveranstaltung in der Stadthalle Hockenheim
Am Mittwoch, 18. März 2026 fand in der Stadthalle Hockenheim eine Bürgerinformationsveranstaltung zur Zukunft des Aquadroms statt. Nach dem Bericht von OB Marcus Zeitler folgten die Stellungsnahmen der Gemeinderatsfraktionen: (v.l.) Gabi Horn, Marlene Diehm, Markus Fuchs, Christian Kramberg und Adolf HärdleFoto: GK

Das Aquadrom bleibt eine finanzielle Belastung für den Haushalt der Kreisstadt Hockenheim. Zur Erinnerung: Für das Geschäftsjahr 2024 war ein Defizit von 4,2 Millionen Euro prognostiziert worden, das die Stadtwerke nicht mehr allein aus dem laufenden Betrieb ausgleichen konnten. Die Stadt musste den Stadtwerken deshalb 1 Million Euro zur Deckung des negativen Ergebnisses zahlen. „Es ist nicht fünf vor zwölf, es ist zwölf“, machte Oberbürgermeister Marcus Zeitler bereits am 9. Juli 2025 bei einer Bürgerinformationsveranstaltung zum Aquadrom in der Stadthalle deutlich. Er stellte den Anwesenden vor Ort sowie den per Live-Übertragung auf YouTube und Instagram zugeschalteten Zuschauern die erarbeiteten Optionen vor: Weiterbetrieb in der bisherigen Form, Schließung, Neuausrichtung oder ein Fokus auf die Daseinsvorsorge mit Eltern-Kind-Becken sowie Angeboten für Schul- und Vereinsschwimmen und die Allgemeinheit. “Eine Schließung ist für mich keine Option”, sagte Oberbürgermeister Marcus Zeitler damals, und das Publikum reagierte mit großem Beifall.

Nicht finanzierbar

Und die Situation hat sich weiter verschärft, deshalb lud die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Stadtwerken am 18. März 2026 zu einer erneuten Bürgerinfoveranstaltung ein. Inzwischen ist es nach zwölf könnte man in Anlehnung an Marcus Zeitlers Aussage im letzten Jahr sagen. Das Bad schloss das Jahr 2025 mit einem Fehlbetrag von 4,5 Millionen Euro ab. Unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen wird für den Zeitraum 2026 bis 2030 mit Gesamtverlusten von etwa 6 bis 7 Millionen Euro gerechnet. Oberbürgermeister Marcus Zeitler machte in seinem Bericht deutlich, wie alarmierend diese Entwicklung ist; er bezifferte das prognostizierte Tagesminus auf rund 13.000 Euro. Außerdem sind die Besucherzahlen im Jahr 2025 weiter zurückgegangen und lagen nur noch bei 185.828. Oberbürgermeister Marcus Zeitler stellte unmissverständlich klar, dass der entstehende Fehlbetrag nicht mehr aus den verfügbaren Mitteln zu tragen sei. Er wies darauf hin, dass die finanziellen Spielräume erschöpft sind und die Lücke ohne zusätzliche Einnahmen oder deutliche Einsparungen nicht geschlossen werden kann. Damit verbunden sei dringender Handlungsbedarf, um langfristige Belastungen für den Haushalt zu vermeiden.

Fokus Daseinsvorsorge

Geplant ist die Umsetzung der im vergangenen Jahr vorgestellten Variante 3: Demnach soll ein reines Sport- und Vereinsbad entstehen, das nur ein eingeschränktes Leistungsangebot bietet und bei dem Teile der bestehenden Anlage zurückgebaut werden. Nach den Vorstellungen von Verwaltung und Gemeinderat soll die künftige Ausrichtung vor allem der Daseinsvorsorge dienen: Vorrang hat das Schulschwimmen, danach folgt der Vereins- und Leistungssport. Für die allgemeine Öffentlichkeit wird das Angebot entsprechend reduziert.

Fördergelder

Allerdings ist auch eine Verkleinerung nicht umsonst: Für die Variante 3 sind nach der aktuellen Planung Investitionen in Höhe von rund 17 Millionen Euro veranschlagt. Die Stadt Hockenheim hat einen Förderantrag gestellt und hofft auf Zuschüsse in Höhe von 5 Millionen Euro. Ob und in welchem Umfang die für die Umsetzung der Neukonzeption dringend erforderlichen Fördermittel bewilligt werden, soll voraussichtlich im Mai oder Juni entschieden werden. Bleiben die Fördergelder aus, muss die weitere Zukunft des Aquadroms neu bewertet werden. Fest steht, dass der Betrieb des Aquadroms bis zu einer entsprechenden Entscheidung uneingeschränkt fortgesetzt wird. Nach Marcus Zeitlers Bericht ergriffen die Fraktionen im Hockenheimer Gemeinderat die Gelegenheit, ihre Stellungnahme zu den Planungen darzulegen. (GK)

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exklusiv online
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
23.03.2026
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