Der Kreisverband Neckar-Odenwald des Gemeindetags Baden-Württemberg unterstützt ausdrücklich den offenen Bürgerbrief von Präsident Steffen Jäger im Namen der 1.065 Mitgliedsstädte und -gemeinden. Die kommunalen Haushalte geraten zunehmend unter Druck, während die staatlichen Leistungsversprechen immer weiter steigen. Die Folgen hiervon sind auch in unseren 27 Kreiskommunen schon längst deutlich spürbar.
Bereits für dieses Jahr 2025 rechnen landesweit mehr als 80 Prozent der Kommunen mit einem unausgeglichenen Ergebnishaushalt. Auch die meisten Städte und Gemeinden im Neckar-Odenwald-Kreis können ihre Pflichtaufgaben wie den Ausbau der Kinderbetreuung, die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen oder Investitionen in die kommunale Infrastruktur kaum noch aus eigener Kraft stemmen.
Nicht zuletzt die in diesen Tagen wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückte äußerst prekäre wirtschaftliche Lage der Neckar-Odenwald-Kliniken belastet die Haushalte ganz enorm, denn das Klinikdefizit muss durch die Einnahmen aus der Kreisumlage ausgeglichen werden.
„Wir unterstützen daher diesen Appell des Gemeindetags ausdrücklich. Die Herausforderungen, die Präsident Jäger beschreibt, sind im ganzen Landkreis spürbar – die kommunale Ebene darf nicht weiter überfordert werden“, erklärt Thomas Ludwig, Bürgermeister der Gemeinde Seckach und Vorsitzender des Kreisverbands.
Und weiter: „Es braucht einen politischen Kulturwandel. Wir brauchen weniger Ankündigungen in Form von ungedeckten Schecks, sondern mehr Umsetzungsfähigkeit – mit realistischen Standards, auskömmlicher Finanzierung und echtem Vertrauen in die kommunale Verantwortung.“
„Der Bürgerbrief des Präsidenten spricht uns aus dem Herzen. Er benennt, worum es geht: um Ehrlichkeit, um Verantwortung und damit um die Zukunftsfähigkeit unseres Staates. Deshalb unterstützen wir den Brief und wollen den Bürgerinnen und Bürgern geschlossen ‚reinen Wein‘ einschenken.“
Deutschland ist ein starkes Land und auch wir im Neckar-Odenwald-Kreis haben in den zurückliegenden Jahrzehnten bewiesen, dass wir erfolgreich sein können. Jetzt brauchen wir den Mut, die Kraft und den Willen, diese Erfolgsgeschichte auch in der Zukunft fortzuschreiben. In der Politik, in den Kommunen aber auch bei jedem Einzelnen. Wir alle müssen bereit sein, unseren Beitrag zu leisten.