Wir haben es geschafft: Das gesteckte Spendenziel von 5000 € für das geplante Arboretum haben wir mit Hilfe der Crowdfunding-Plattform der Volksbank Nordschwarzwald und ihren Zuschüssen bereits erreicht und gar überschritten. Wir waren weiterhin sehr positiv darüber überrascht, dass sich die Spenden von 8 Firmen und 16 Privatleuten in der Gesamtsumme ungefähr die Waage halten. Dabei kamen die Firmenspenden, da wir nur innerhalb der Gemeinde die Firmen angeschrieben hatten, tatsächlich nur aus Pfalzgrafenweiler, während die Privatspender aus dem benachbarten Landkreis Calw, Pfalzgrafenweiler und gar Ulm oder Heilbronn kamen. Nach den Regeln des Crowdfundings der Volksbanken bleibt unser Projekt noch bis Mitte Juli in der Spendenphase. Das heißt, es kann immer noch gespendet werden. Die Mehreinnahmen werden dazu genutzt, eventuell mehrere unterschiedliche Arten zusätzlich anzupflanzen oder die Rücklagen für die anfängliche Pflege und die erforderlichen Schnitte zu erhöhen. Wir haben mit unserem Vorhaben großen Zuspruch ausgelöst, natürlich aber auch die unvermeidlichen „Bruttler" getroffen, denen alles suspekt ist.
Wir werden die Anpflanzungen für das Jahr 2026 - die 10 neuen Obstbäume sowie die ersten 20 Klimabäume und Sträucher auf gemeindeeigenem Grund - wohl wieder am ersten Samstag im November (7.11.26) zeitlich versetzt vornehmen. Hierzu werden wir noch sowohl bei den Obstbäumen als auch bei mehr als der Hälfte der Klimabäume nach Freiwilligen zum Eingraben zu gegebener Zeit nachfragen.
Wir setzen heute die Vorstellung der angedachten und bereits reservierten Klimabäume und Sträucher fort.
Die Gewöhnliche Traubenkirsche (Prunus padus)
Die Frühblühende oder Gewöhnliche Traubenkirsche zählt im Gegensatz zur Spätblühenden Traubenkirsche zur heimischen Flora. Die Spätblühende Traubenkirsche (Prunus serotina) wurde im 17. Jahrhundert aus Nordamerika eingeschleppt. Auch sie blüht mit weißen Blüten, die in einer Traube stehen, aber in der Regel später als die heimische Traubenkirsche. Auch glänzt die Blattoberseite. Sie breitete sich seit ihrer Einführung flächendeckend in Europa aus und gilt als invasiv.
Die heimische Frühblühende Traubenkirsche verzweigt sich von unten an. Typisch sind ihre leicht bogig überhängenden Äste. Sie kann bis 15 m Höhe erreichen, als mehrstämmiger Strauch eher nur 10 Meter. Wird die Rinde der Traubenkirsche verletzt, verströmt sie einen scharfen Geruch.
So schützt sie sich vor Wildverbiss. Zwischen April und Juni erscheinen die langen weißen Blütentrauben, die reich an Pollen und Nektar sind. Jede Traube besteht aus bis zu 30 Einzelblüten. Ihr Duft ist schwer oder streng bis unangenehm und zieht Schwebfliegen, Falter und Bienen magisch an. Im Spätsommer entwickeln sich die kugeligen Steinfrüchte. Sie sind zunächst rot und später glänzend schwarz. Die Früchte schmecken bittersüß bis herb und können zu Gelee, Likör, Essig und Saft verarbeitet werden. Jede der erbsengroßen Früchte enthält einen großen, eiförmigen Steinkern, der ähnlich wie Apfelkerne geringe Mengen an Blausäure enthält. Die Früchte sind aber eine reiche Futterquelle für Vögel. Der optimale Standort besitzt einen nährstoffreichen, frischen bis feuchten Boden bis hin zu sumpfigem Ton- oder Lehmboden. Die Frühblühende Traubenkirsche findet sich natürlicherweise in Auen und feuchten Senken. Kalkhaltige und zu trockene Stadtorte meidet sie.
Die Steinweichsel (Prunus mahaleb)
Die Steinweichsel, Felsen- oder Weichselkirsche ist eine Pflanzenart aus der Gattung Prunus und der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Die Steinweichsel ist ein kleiner, meist 2–6 m (selten bis 10 m) hoher Baum oder großer Strauch. Die 4–8 cm langen, wechselständigen, oft leicht eingefalteten und kurz gestielten Blätter sind meist kahl, glänzend, ei- bis herzförmig, spitz und am Rand gekerbt, mit kurzen, stumpfen Kerbzähnen. Die Nebenblätter fallen früh ab. Am Blattstiel können Drüsen vorhanden sein. Heute wird die Art vor allem als Ziergehölz gepflanzt und als Veredelungsunterlage für die Kultur von Sauerkirschen in trocken-warmen Gegenden verwendet. Die Früchte der Steinweichsel sind nicht genießbar, allerdings werden im westasiatischen Raum die gemahlenen Kerne unter dem Namen Mahlab als Gewürz verwendet.
Die erbsengroße, kugelige und runzelige Steinfrucht ist zuerst rot und dann glänzend schwarz. Sie reift im Spätsommer und wird gerne von Vögeln verzehrt, die für die Verbreitung der Samen sorgen. Das herb-bitter schmeckende Fruchtfleisch ist ungiftig. Der rundliche bis eiförmige Steinkern ist zugespitzt und weist eine netzige Struktur auf und enthält giftige Blausäureglykoside. Verwechselungsmöglichkeiten bestehen mit der
Gewöhnlichen Traubenkirsche (Prunus padus), von dieser unterscheidet sie sich durch die glatten Blätter, die kürzere Blütentraube und den glatten Stein. Die Traubenkirsche bevorzugt darüber hinaus deutlich feuchtere Standorte als die Steinweichsel.
Der Speierling (Sorbus domestica)
Das Verbreitungsgebiet des Speierlings reicht von Süd- und Südosteuropa bis Kleinasien und Nordwestafrika. In Deutschland ist der Speierling vor allem im Südwesten zu finden, hier vorwiegend im Rhein-, Neckar und Nahetal, im Taunus und in Unterfranken. In der Mitte Deutschlands kommt er nur zerstreut vor, im Norden nur sehr selten. Hinsichtlich seiner Standortsansprüche zieht der Speierling trockene, kalkhaltige Böden vor, besiedelt aber auch steinige oder reine Ton- und Lehmböden. Auf sauren Sandböden kommt er nur schlecht zurecht. Sofern die Nährstoffversorgung stimmt, ist der Speierling aber auch in der Lage, Rohböden zu erschließen. Wegen seines hohen Lichtbedarfs reagiert er empfindlich auf Überschirmung und bevorzugt sonnige Lagen mit geringen Jahresniederschlägen. Deshalb eignen sich für den Speierling besonders Regionen mit einem milden Weinbauklima. Der Speierling gehört wie Vogelbeere und Elsbeere zur Gattung der Mehlbeeren (Sorbus) aus der Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Freistehend erreicht der Baum Höhen von bis zu 20 m. Im Wald kann der Speierling bis zu 30 m hoch werden. Er bildet ein tiefgreifendes Herzwurzelsystem aus. Die Rinde ist rau und gräulich. Die Borkenbildung setzt beim Speierling bereits früh – ungefähr ab dem siebten Jahr – ein. Die rissige, im Alter kleinschuppige, dunkel-graubraune Borke ähnelt stark der des Birnbaums. Der Baum kann zwischen 400 und 600 Jahre alt werden. Vor allem in jungen Jahren ähnelt der Speierling der Vogelbeere, weshalb die beiden Arten leicht verwechselt werden. Die Blätter des Speierlings sind wechselständig - spiralig an den Zweigen angeordnet. Die Blattunterseite ist filzig behaart und graugrünlich. Der Speierling ist licht- und wärmebedürftig. Er wächst nur langsam und ist recht konkurrenzschwach. Der Speierling blüht weiß-rötlich zwischen Mai und Juni – und das nach der Laubentfaltung. Die ersten Blüten treten an 10 bis 15 Jahre alten Bäumen auf.
Die Früchte reifen im Oktober heran. Sie sind apfel- bis birnenförmig, von gelb-grüner Farbe sowie 2 bis 4 cm lang und bis zu 3 cm dick. Die Samen werden vor allem durch Vögel und Säugetiere verbreitet, die sich von den Früchten ernähren. Auch als Bienenweide spielt der Speierling mit seinen weißen Blüten eine herausragende Rolle. Die Früchte des Speierlings sind essbar, auch im rohen Zustand. Genießbar sind sie jedoch erst im späteren Reifezustand, wenn die Früchte einen teigigen Zustand erreicht haben, oder nach Frosteinwirkung. Sie schmecken jedoch recht herb. Aus ihnen lässt sich gut Kompott herstellen. Zusammen mit Äpfeln oder Quitten entsteht eine Konfitüre mit besonderer Geschmacksnote. In Hessen werden Früchte des Speierlings regional dem „Äppelwoi", dem Apfelwein, zugesetzt. Kellereien suchen dort nach den essbaren Früchten des Speierlings. Ebenso zur Herstellung von Obstbränden oder Likören werden sie verwendet.

