
Wohnzimmerkonzert mit Wolfgang Striebinger
22.01.2026 – 19:30 Uhr
Einlass 18:30 Uhr
Haus der Musik Dossenheim
Dürreäcker 1
Eintritt € 15,-
Wolfgang Striebinger widmet diesen Abend der amerikanischen Country-Legende Johnny Cash. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem posthum erschienenen Spätwerk Unearthed, in dem Johnny Cash auch viele Songs anderer Künstler interpretiert hatte. Die Lieder aus dieser Zeit gehören zu den emotionalsten und bedeutendsten aus der Country- und Rock’n’Roll-Welt.
Zum fünften Mal werden wir wieder ein Wohnzimmerkonzert mit Wolfgang Striebinger erleben. 2022 hieß sein Programm „Altes, Neues, Geborgtes, Trauriges“, 2023 brachte er uns eine Lesung und Lieder von Bob Dylan. November 2023 stellte er uns „Early Country“ Musik vor, Lieder aus dem ländlichen Raum von Nordamerika, die so noch bis etwa Anfang der 1950er Jahre gespielt wurden. Letztes Jahr eröffnete er auch das Konzertjahr und kündigte ein Programm mit „Schlagern der Nachkriegsjahre“ an.
Nun also Johnny Cash. Ich muss gestehen, dass dieser in meiner musikalischen Welt stets eine wenig beachtete Rolle spielte. Irgendwie kennt jeder „Ring of Fire“ (die herrlichste Interpretation dieses Klassikers lieferte übrigens einst kein geringerer als Frank Zappa, der aktuell auch als Teil unserer Ausstellung „Musik in der Luft“ zu bewundern ist. Er hängt seiner Bedeutung entsprechend so hinter der Bühne, dass ihn jeder sehen muss …). oder „I walk the line“. Grandios fand ich aber damals seine LP „Live at San Quentin State Prison“, erschienen 1969. Cash spielte hier für die Strafgefangenen des berüchtigten Gefängnisses. Bei dem Lied „A Boy named Sue“ erzählt er aus der Ich-Perspektive eines jungen Mannes, dass dessen Vater ihn kurz nach der Geburt verlassen hatte, ihm aber den Mädchennamen Sue gab, wohl wissend, dass der Junge deswegen verspottet werden würde. Der Junge musste sich daraufhin sein ganzes leben verteidigen, wurde hart und kämpferisch. Bei einem Treffen von beiden in einer Bar Jahre später, verprügelt der Sohn seinen Vater aus lauter Zorn, erkennt aber letztlich dessen Absicht. Aber sollte er je selbst einen Sohn haben – Sue würde er ihn nicht nennen … Ansonsten war Cash’s Musik „Country“, und damit nicht eine meiner Vorlieben.
Quasi wieder entdeckt habe ich Johnny Cash tatsächlich durch seine späten „American Recordings“ LPs. Diese sehr eindringlichen Aufnahmen, teilweise nur er alleine mit einer spärlich gespielten akustischen Gitarre, haben mich sehr beeindruckt, und auch Betroffenheit bei mir ausgelöst, da seine damals schon angegriffene Gesundheit zu erkennen war. Besonders ergreifend finde ich immer seine Version von „In my Life“ von den Beatles, oder „Personal Jesus“ von Depesche Mode, in meinem Trio „Kaselowsky“ gehört „One“, ursprünglich von U2, zu unserem festen Repertoire.
Wolfgang Striebingers Ankündigung, einen Abend dieser Epoche aus Johnny Cash’s bewegtem Leben zu widmen, veranlasste mich zu einer kleinen „Recherche“.
Bei Wikipedia fand ich Folgendes: „Johnny Cash, als viertes von sieben Kindern am 26. Februar 1932 in Kingsland, Arkansas, geboren, gestorben am 12. September 2003 in Nashville, Tennessee, gilt als einer der bedeutendsten Country-Sänger in der Geschichte der USA. Seine Karriere zu beschreiben, verbunden mit Höhen und Tiefen, mit legendären Konzerten, seiner tiefen Liebe zu seiner Frau June Carter, aber auch seiner selbstzerstörerischen Tablettensucht, sprengt den hier möglichen Rahmen …1994 bot ihm Rick Rubin, der eigentlich als Produzent von Hip-Hop- und Metalbands wie Run-D.M.C., den Beastie Boys oder Slayer bekannt war, einen Plattenvertrag an. Für das erste gemeinsame Album mit dem Titel American Recordings machten die beiden viele Experimente. Zunächst wurde in Rubins Wohnzimmer ein Demoband nur mit Cash und seiner akustischen Gitarre produziert, dann arbeitete Cash mit verschiedenen Konstellationen von Bands zusammen, um herauszufinden, wie der „neue“ Cash-Sound klingen sollte. Schließlich entschieden Cash und Rubin sich für die minimalistische Version, wie sie auf dem ursprünglichen Demoband zu hören war. Danach entstanden weitere LPs, teilweise mit Begleitung bekannter Musiker (Tom Petty, Fleetwood Mac …). Cash wurde somit am Ende seiner Karriere einer breiten Anzahl von Menschen neu bekannt, gleichzeitig konnte man an seiner immer brüchigeren Stimme erkennen, dass er schwer erkrankt war.
Nach Johnny Cah’s Tod erschien im Dezember 2003 eine 5-CD-Box mit dem Titel Unearthed, auf der über 60 unveröffentlichte Songs aus den American Recordings Sessions enthalten sind, unter anderem auch Neuinterpretationen von Klassikern wie Cat Stevens’ Father & Son oder Heart of Gold von Neil Young. Unter den Aufnahmen finden sich auch Duette mit den Musikergrößen Joe Strummer, Tom Petty und dem Rock-’n’-Roll-Veteran Carl Perkins.“
Ich freue mich sehr auf diesen Abend, denn ich weiß, dass Johnny Cash bei Wolfgang Striebinger in sehr guten Händen sein wird!
Aus Erfahrung wissen wir, dass Konzerte mit Wolfgang Striebinger sehr schnell ausverkauft sind, daher empfehlen wir dringend, Eintrittskarten entweder im Vorverkauf über unsere Homepage www.livemusik-dossenheim.de zu erwerben oder zumindest zu reservieren!
PS: Schon mal Frank Zappa’s (live) Version von „Stairway to Heaven“ gehört? Umwerfend, witzig, anspruchsvoll. Zappa eben …
(Nolze)