Hauptgrund für das Hummelsterben ist also der Nektarmangel im Hochsommer, ausgelöst durch immer steriler werdende Gärten und Grünanlagen und die weitere Ausräumung der freien Landschaft. Unter den Gehölzen stellen Linden die letzten großen Nektarquellen in der Vegetationsperiode dar. Dies gilt vor allem für die Stadt, wo diese Bäume durch ihre Widerstandsfähigkeit gegen Versiegelung und Luftverschmutzung eine wichtige Rolle spielen. Während das Nahrungsangebot im Juni noch äußerst üppig ist und die Insektenvölker stark wachsen, wird Ende Juli die Nahrung knapp.
Es ist wichtig, dass man den hungrigen und geschwächten Hummeln auch im Spätsommer blühende Blumen zur Verfügung stellt. So ist es immer sinnvoll, beim Mähen auf der Wiese auch mal einen oder mehrere Streifen mit Klee stehenzulassen. Ebenso ratsam ist es, rechtzeitig spät blühende Wildblumen zu sähen. Bartblume, Kugeldistel, Büschelschön, Lavendel, Heidekraut, Efeu, Natterkopf oder Sonnenhut sind Spätblüher, die den Hummeln und Wildbienen im Spätsommer eine große Hilfe und eine gute Nahrungsquelle sind.
Im Garten eignen sich besonders Lavendel, Salbei und andere Gewürzpflanzen und Kokardenblumen. Wenn man jetzt Borretsch und Phacelia sät, dann blühen sie im Oktober und helfen allen nektarliebenden Tieren für den Winter. Jetzt sollte man auch Kokardenblumen säen, die dann im nächsten Sommer blühen und eine reiche Nektarquelle sind. Die roten und orangenen Kokardenblumen sind so dicht und reich blühend, dass sie ein schöner Farbtupfen im ganzen Sommer sind.
C. Kienle
Quelle:https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/hummeln/02636.html