Mit einem Kammermusikabend von höchster Intensität begeisterte das Busch Trio am vergangenen Samstag das Publikum bei Klassik im Klösterle in Weil der Stadt. Das international renommierte Ensemble gastierte bereits zum zweiten Mal im Klösterle und bescherte den Besucherinnen und Besuchern erneut einen Konzertabend, der noch lange nachklingen wird.
Schon vor Konzertbeginn herrschte auf dem Vorplatz des Klösterles eine besondere Atmosphäre: Das Kunstforum Weil der Stadt und Klassik im Klösterle hatten gemeinsam zu einem künstlerischen Auftakt eingeladen. Die Performance von Barbara Wünsche-Kehle, Jan Dmoulin und Ingrid Swoboda unter dem Titel „360 Grad“ erwies sich als sehr anregendes Ereignis und unterstrich eindrucksvoll, welch bereichernde Spannungsfelder entstehen können, wenn sich die unterschiedlichen Künste die Hand reichen. Bei einem von Klassik im Klösterle spendierten Glas Sekt kamen Besucherinnen und Besucher bereits vor Konzertbeginn miteinander ins Gespräch.
Außergewöhnliche Klasse bewiesen
Im anschließenden Konzert zeigte das Busch Trio von den ersten Takten an seine außergewöhnliche Klasse. Haydns Klaviertrio in A-Dur erklang pointiert, geistreich und voller kreativer Energie und zog das Publikum unmittelbar in seinen Bann. Auch Mozarts großes B-Dur-Trio überzeugte durch klangliche Eleganz, lebendige kammermusikalische Präzision und die intensive musikalische Kommunikation der drei Musiker.
Spannung, Dringlichkeit und Ausdruckskraft
Nach der Pause folgte schließlich Franz Schuberts Klaviertrio Nr. 2 in Es-Dur – und damit ein Moment, den viele Besucherinnen und Besucher wohl als einen Höhepunkt in der Geschichte von Klassik im Klösterle in Erinnerung behalten werden. Das Busch Trio entfaltete Schuberts monumentales Werk mit existenzieller Wucht und höchster kammermusikalischer Verdichtung. Jede Phrase war getragen von Spannung, Dringlichkeit und Ausdruckskraft. Das Publikum reagierte mit langanhaltendem Applaus und Standing Ovations. Eine Sternstunde.
Beim anschließenden Apro nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum persönlichen Austausch mit den Künstlern und ließen den besonderen Konzertabend gemeinsam ausklingen.
Jetzt vormerken: Festival-Edition
Vom 17. bis 19. Juli 2026 findet die dritte Festival-Edition von Klassik im Klösterle statt. Zum Auftakt gestaltet der Pianist Rudolf Meister einen Klavierabend. Beim Sommernachtskonzert am 18. Juli musizieren No Inui, Kumiko Kasugai, Tomoko Akasaka, Sebastian Hennemann sowie Pianist und Festivalleiter Moritz Winkelmann. Anschließend gibt es eine Neuauflage der erfolgreichen „Open Stage Kammermusik“, bei der Amateure, Profis und Musikstudierende bis spät in die Nacht gemeinsam mit den Künstlerinnen und Künstlern des Abends Kammermusik spielen. Eine mobile Pizza-Station vor dem Klösterle sorgt dabei für das leibliche Wohl.
Zum Abschlusskonzert am 19. Juli kommen Anke Dill und Florian Wiek mit Sophie Weidemann sowie Gesangsstudierenden der HMDK Stuttgart zu einem festlichen Konzert zusammen, bei dem unter anderem Brahms’ Liebesliederwalzer erklingen werden. Im Anschluss wird bei Speis und Trank auch das WM-Finale auf Leinwand übertragen. Für das Festival sind Einzeltickets sowie ein vergünstigter Festivalpass erhältlich. Alle weiteren Informationen unter www.klassikimkloesterle.de.
