
Für die letzten Lebenstage hatte sich die Festhalle nochmal fasnetsbunt geschmückt, um die Messpunkte der kontinuierlichen Bauwerksprüfung an der Hallendecke zu überdecken. Der Musikverein spielte unter der souveränen Leitung von Rainer Fink keine Trauer-, sondern aufmunternde Festmusik. Nein, eine Trauerfeier war der Bürgerabend ganz und gar nicht. Der stellvertretende Ortsvorsteher Uwe Stegmeier setzte in seiner Begrüßungsrede dafür überzeugende Akzente, indem er Mut machte, im Vertrauen auf die eigenen Kräfte die anstehenden Herausforderungen anzupacken.
Bürgermeister Philipp Hahn kam ohne Umschweife auf das Hauptthema des Abends zu sprechen. Ein Ersatzneubau ist unumgänglich, da die Halle nach den neuesten Fachgutachten nur noch bis 31.12.2026 nutzbar ist. Mit Pragmatismus, Flexibilität und der Mithilfe von Boll und anderen Stadtteilen werde man diese hallenlose Zeit meistern. Michael Werner, der Leiter des Bauamtes, habe mit externen Fachleuten und in enger Abstimmung mit den internen Gremien konzentriert die Neubauplanung aufs Gleis gebracht. Michael Werners Präsenz beim Bürgertreff fand große Resonanz beim anschließenden lockeren Bürgerdialog. Bürgermeister Philipp Hahn bescheinigte den Stettener ein hohes Maß an Gemeinschaftssinn, „geprägt von Tradition und verbunden durch Leidenschaft“ wie es die Hagaverschrecker seit 100 Jahren leben.
Ortsvorsteher Otto Pflumm ergänzte die Beiträge der Vorredner mit einem durch eindrucksvolle Bilder garnierten Rückblick auf das vergangene Jahr 2025. Die Bildungseinrichtungen Kindertagesstätte und Grundschule Stetten/Boll seien voll ausgelastet. Sie stünden für solide Fachlichkeit, Engagement und große Beliebtheit bei Kindern und Eltern. Der Ortschaftsrat hat 13-mal getagt, davon dreimal mit dem Ortschaftsrat Boll, was die gutnachbarschaftliche Kooperation unterstreiche. Dafür sagte Otto Pflumm seiner Kollegin Meta Staudt herzlichen Dank.
Ortsvorsteher Pflumm wies auf Stettens Kernstadtfunktion hin, was bei den Bauprojekten Reichenbachverdolung, Hochwasserschutz Ziegelbach, Turn- und Festhalle, Mobilfunkmast deutlich wird. Beim Thema Hallenneubau vertraut Ortsvorsteher Pflumm bei der Suche nach Interimslösungen für die betroffenen Stettener Vereine auf die Unterstützung der anwesenden Ortsvorsteher von Sickingen, Siegbert Schetter und von Weilheim, Gerd Eberwein. Ortsvorsteher Pflumm schloss mit einem umfassenden Dank an die Stadtverwaltung, die Mitarbeitenden der Ortschaftsverwaltung, an die Erzieherinnen und Lehrerinnen an die Baugruppe des hervorragenden Klosterkirchenmodells, an alle Vereine, Initiativen, die mit ihrem ehrenamtlichen Einsatz die Dorfgemeinschaft beleben und den Zusammenhalt stärken.
Ein Glanzpunkt des Abends war der Auftritt von Matthias Büttner, dem Mitherausgeber der Stettener Chronik „Stetten erzählt“. Dieses facettenreiche Buch wurde von Franz Bausinger und dem im Jahre 2023 verstorbenen Franz Buckenmaier begonnen und konnte Dank Matthias Büttner vollendet werden. Matthias Büttner bedankte sich insbesondere bei dem Stettener Heiner Wolf für seine unentgeltlich erbrachten gestalterischen Leistungen, bei Rolf Vogt von der Hohenzollerischen Heimatbücherei und bei Thomas Jauch vom Hechinger Stadtarchiv für die Unterstützung bei seinen Recherchen.
Stellvertretend für das großartige bürgerschaftliche Engagement in Stetten überreichte Ortsvorsteher Otto Pflumm den Grünpaten ein Glas Honig von fleißigen Stettener Bienen. 22 Grünpaten zählt Stetten, so viele wo nirgends sonst in den Stadtteilen. Zum letzten Mal sang man in der Halle „aus voller Kehle für die Seele“ das Hohenzollernlied. Mit dem vom Förderverein Grundschule und den Ortschaftsräten reichhaltig angebotenen kalten Buffet fand dieser Bürgertreff seinen Abschluss.