Wann: 9. März 2026 um 19:00 Uhr
Wo: Alte Kelter, Obere Straße 11, Ubstadt
Veranstalter: Freundeskreis Römermuseum Stettfeld e. V.
Eintritt: 4 €, Schüler und Studenten 2 €
Referent: Prof. Markus Schulz, Universität Frankfurt
Prof. Scholz – in Stettfeld seit Jahren bestens bekannt durch seine hervorragenden Vorträge beim Freundeskreis Römermuseum – hat sich intensiv mit der Silberinschrift beschäftigt und wird seine wissenschaftlichen Erkenntnisse dem hiesigen Publikum vorstellen.
Das Gräberfeld „Heilmannstraße“ ist die späteste Nekropole der römischen civitas-Hauptstadt Nida (Frankfurt-Heddernheim). In den Jahren 2017-2018 untersuchte das Denkmalamt Frankfurt dort insgesamt 127 Bestattungen, darunter 113 Körpergräber aus dem 3. Jahrhundert, die Peter Fasold am Archäologischen Museum Frankfurt ausgewertet hat. Ein etwa 40 Jahre alter Mann, der zwischen ca. 230 und 260/70 n. Chr. starb, war mit einer silbernen Amulettkapsel um den Hals bestattet worden. Das darin eingerollte Silberblech war so fragil, dass eine physische Entrollung nicht infrage kam. Dies gelang erst im Jahr 2024 am Leibniz-Zentrum für Archäologie in Mainz mit digitalen Methoden. Die dadurch sicht- und entzifferbar gewordene lateinische Handschrift offenbart eine handfeste Überraschung: Der 18 Zeilen lange Text enthält eine rein christliche Botschaft ohne synkretistische Elemente, die neue Fragen zum frühen Christentum aufwirft. Das macht sie einzigartig. Es handelt sich um das bisher früheste authentische Zeugnis für Christentum nördlich der Alpen.
Kooperationspartner:
Denkmalamt der Stadt Frankfurt a. M.
Archäologisches Museum Frankfurt a. M.
Goethe-Universität Frankfurt a. M.
Leibniz-Zentrum für Archäologie Mainz
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn