Nussbaum-Logo
NUSSBAUM+
Soziales

Stiftung Brücke nach Ecuador

Schwester Teresita, die Leiterin des Jungenkinderheimes „Casa Hogar de Jesus“ hat uns einen Bericht über die aktuelle politische und kriminelle...

Schwester Teresita, die Leiterin des Jungenkinderheimes „Casa Hogar de Jesus“ hat uns einen Bericht über die aktuelle politische und kriminelle Lage geschickt. Diese Berichte sind für uns auch wichtig, damit wir wissen, ob es für uns immer noch zu gefährlich ist, nach Santo Domingo zu fliegen und unsere ganzen Einrichtungen zu besuchen. Normalerweise fliegen wir alle zwei Jahre nach Santo Domingo, aber im Jahr 2025 war es uns auf Grund der kriminellen Lage leider nicht möglich.

Ecuador wandelte sich von einem der sichersten Länder der Region zu einem Land mit einer der höchsten Mordraten, nicht nur in Lateinamerika, sondern weltweit. Dieser Anstieg der Gewalt wird mit Ecuadors wachsender Rolle im internationalen Drogenhandel und der Konkurrenz zwischen kriminellen Gruppen in Verbindung gebracht. Für das Jahr 2025 wurden in Ecuador landesweit etwa 9.300 Morde registriert, was einer Mordrate von rund 50,6 pro 100.000 Einwohner entspricht. Dies stellt einen der höchsten Werte in der Geschichte des Landes und einen der höchsten weltweit dar.

Im März 2026 hat die Regierung, als Maßnahme gegen das organisierte Verbrechen, in Guayaquil, Manabi und Santo Domingo den Ausnahmezustand verhängt. Es wird zwar ein leichter Rückgang der Mordfälle gemeldet (1.857 im ersten Quartal), doch das Gefühl der Unsicherheit und Kriminalität ist weiterhin präsent.

Die zunehmende Gewalt durch organisierte kriminelle Gruppen hat sich auch auf Kinder ausgewirkt. Zwischen Januar und Juni 2025 wurden 504 Kinder und Jugendliche im Alter von 10–19 Jahren ermordet. Diese kriminellen Gruppen rekrutieren Kinder und Jugendliche für verschiedene Aufgaben. Einige werden auch sexuell ausgebeutet.

Der Kampf gegen das organisierte Verbrechen steht weiterhin im Mittelpunkt der Innenpolitik.

Die soziale Lage bleibt weiterhin schlecht in Ecuador. Armut und informelle Beschäftigung halten an, verbunden mit einer hohen prekären Beschäftigungslage (niedrige Entlohnung, mangelnde soziale Absicherung, geringe Arbeitsplatzsicherheit).

Deshalb sind wir hier sehr dankbar über die ganzen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in unseren Kinderheimen, die versuchen, den Kindern Sicherheit zu bieten und einen geregelten Tagesablauf zu ermöglichen, mit Essen, Trinken, Schlafen, Schulbesuch, Spielen und viel Liebe. Die Kinder wachsen geborgen auf und werden auf ihr späteres Leben vorbereitet.

Das nächste größere Projekt, das jetzt ansteht, ist die Dachsanierungsaktion.

Auf Grund der vielen Regenfälle müssen sowohl im Kinderheim die Dächer neu gedeckt werden als auch das Dach einer Schule auf dem Land, in die die Kinder von den umliegenden Bauern gehen. Diese versuchen unter großen Anstrengungen, ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen, damit diese eine gute Ausbildung erlangen. Bereits letztes Jahr wurden mit unserer Unterstützung 65 Kinder mit Schulmaterial versorgt, da diese Anschaffung für die Bauern zu teuer ist. Jetzt sorgen wir noch dafür, dass die Kinder auch im Trockenen lernen können.

Daher sagen wir wieder allen Spendern und Freunden der Stiftung vielen Dank für die Unterstützung, ohne die die ganze Hilfe nicht möglich wäre.

Karin Pfeifer und Dieter Schmich

(Vorstände der Stiftung)

Erscheinung
Gemeinde-Nachrichten Dossenheim
NUSSBAUM+
Ausgabe 16/2026
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
Orte
Dossenheim
Kategorien
Panorama
Soziales