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Stimmbildung mit Aha-Effekten und „Miau“-Momenten

Am Donnerstag, den 28. Mai, stand bei unserem Chor wieder einmal die Stimmbildung auf dem Programm. Dabei wurde schnell klar: Singen beginnt längst nicht...
Chor bei StimmbildungFoto: M. Bender

Am Donnerstag, den 28. Mai, stand bei unserem Chor wieder einmal die Stimmbildung auf dem Programm. Dabei wurde schnell klar: Singen beginnt längst nicht erst beim ersten Ton – sondern schon bei Körperhaltung, Aufmerksamkeit und dem bewussten Umgang mit der eigenen Stimme.

Zu Beginn waren unsere Augen gefragt. Mit bewusstem Blick nach rechts und links erkundeten wir den Raum. Was zunächst ungewöhnlich erschien, hatte einen interessanten Hintergrund: Unser Gehirn verbindet einen starren, fokussierten Blick häufig mit Alarmbereitschaft und Anspannung – ganz so, als würde in grauer Vorzeit ein Säbelzahntiger auf uns zukommen. Durch das ruhige Umschauen nach rechts und links signalisiert man dem Unterbewusstsein dagegen, dass keine Gefahr droht. Der Körper kann entspannen, die Atmung wird freier und die Voraussetzungen für eine lockere und natürliche Stimmgebung verbessern sich deutlich.

Anschließend folgten Übungen, bei denen der Kopf zur Seite geneigt wurde. Erstaunlich, wie viele Muskeln dabei beteiligt sind und wie eng Haltung und Stimme miteinander zusammenhängen. Manch einer stellte überrascht fest, dass eine kleine Veränderung der Kopfhaltung bereits Auswirkungen auf den Klang haben kann.


Ein wichtiges Thema des Abends war das Singen im Piano, also das leise und dennoch tragfähige Singen. Denn leise zu singen bedeutet keineswegs, weniger Energie einzusetzen. Vielmehr braucht es eine gute Atemführung, Kontrolle und ein feines Gespür für die Stimme. Genau daran arbeiteten wir mit verschiedenen Übungen.

Besonders lebhaft wurde es bei den berühmten „Miau, miau, miau“-Übungen. Was zunächst eher nach Katzenchor als nach Chormusik klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Durch diese Lautfolgen wird die Kopfstimme aktiviert, die Resonanz verbessert und die Stimme geschmeidiger gemacht. Auch das Sprechen in der Kopfstimme wurde ausprobiert – eine ungewohnte Erfahrung, die für manchen Lacher sorgte, aber gleichzeitig half, neue Klangräume zu entdecken.

Neben der Stimmbildung ging es auch um wichtige Grundlagen des gemeinsamen Musizierens: Tempo halten, auf den richtigen Einsatz achten, die Lautstärke bewusst gestalten und vor allem sauber intonieren. Gerade diese Fähigkeiten machen aus vielen einzelnen Stimmen einen harmonischen Chorklang.

Eine weitere interessante Übung bestand darin, die Arme hinter den Kopf zu legen. Dadurch öffnet sich der Brust- und Schulterbereich, und man bekommt ein besseres Gefühl für den gesamten Resonanzraum der Stimme. Plötzlich wurde spürbar, dass Töne nicht nur im Mund entstehen, sondern der ganze Körper am Singen beteiligt ist.

Am Ende des Abends nahmen wir viele neue Eindrücke mit nach Hause. Stimmbildung ist weit mehr als Techniktraining: Sie hilft, die eigene Stimme besser kennenzulernen, gesund zu singen und den Chorklang weiterzuentwickeln. Und sie zeigt immer wieder, dass Lernen und Lachen hervorragend zusammenpassen – besonders dann, wenn ein ganzer Chor gemeinsam „Miau“ singt.

Wir danken unserer Stimmbildnerin Bettina, die immer frohgelaunt, gut vorbereitet mit uns diese Techniken einstudiert!

MB mit KI Unterstützung

SoundHouse und seine Stimmbildnerin Bettina.Foto: M. Bender
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