Die Studienfahrt zur KZ-Gedenkstätte Dachau war auch in diesem Jahr ein fester Bestandteil unseres Unterrichts zum Thema „Drittes Reich und Zweiter Weltkrieg“ und zugleich eine Erfahrung, die weit über den Klassenraum hinausgeht.
Gemeinsam mit den Abschlussklassen 10abc und 9d der Steinbeis-Realschule Ilsfeld machten wir uns früh am Morgen gegen 8 Uhr mit zwei Reisebussen auf den Weg. Nach etwa drei Stunden erreichten wir Dachau (nahe München). Vor Ort erhielten alle einen übersichtlichen Orientierungsplan sowie einen informativen Audioguide.
Nach einer kurzen Einführung begann unser mehrstündiger Rundgang über das Gelände. Schritt für Schritt erschlossen sich die Dimensionen dieses Ortes: das Eingangstor mit der zynischen Aufschrift „Arbeit macht frei“, der riesige Appellplatz, die Baracken und der sogenannte Bunker mit seinen engen Einzel- und Dunkelzellen. Besonders eindrücklich-traurig waren die Berichte über den Alltag der Häftlinge: Registrierung, Entmenschlichung durch Nummern, harte Zwangsarbeit, Hunger, Gewalt und ständige Angst. Viele Schülerinnen und Schüler waren sichtlich bewegt, als sie erfuhren, unter welchen unmenschlichen Bedingungen bis zu 200.000 Menschen hier „eingesperrt“ waren – von denen über 41.000 ihr Leben verloren.
Auch die Ausstellung mit persönlichen Schicksalen sowie der Besuch der Gaskammer „Brausebad“ und der Verbrennungsöfen „Krematorium“ hinterließen einen traurig-nachdenklichen Eindruck. Beeindruckt und irgendwie beruhigt haben uns die Kirchen und die Synagoge auf dem Gelände als Orte des Gedenkens, der Stille und der Versöhnung.
Gegen 15:30 Uhr traten wir die Rückfahrt nach Ilsfeld an. Was bleibt, ist mehr als nur Wissen: Es ist die Erkenntnis, wie wichtig Erinnerung, Verantwortung und Mut (Zivilcourage) sind. Geschichte ist eben nicht abstrakt – sondern uns auch heute verpflichtet, gerade weil in den sog. „westlichen Demokratien“ (einhergehend mit einem steten, relativen wirtschaftlichen Abstieg) ein neuer, aggressiver Rechtspopulismus immer mehr Wähler „findet“, nicht nur in den USA, eben auch in Deutschland und ganz Europa.
Text/Fotos: Darius Germann

