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Suche nach alten regionalen Obstsorten

Der umfangreiche Verlust von Obstbaumwiesen seit den 1950er-Jahren war einerseits durch im Jahr 1953 beschlossene staatliche Rodungsprämien zu Gunsten...

Der umfangreiche Verlust von Obstbaumwiesen seit den 1950er-Jahren war einerseits durch im Jahr 1953 beschlossene staatliche Rodungsprämien zu Gunsten von Obstplantagen verursacht und andererseits durch die bis heute stattfindende Überbauung mit Straßen, Wohngebieten und Gewerbebauten. Mostäpfel und Mostbirnen kamen zudem aufgrund eines veränderten Konsumverhaltens aus der Mode. In den Jahrzehnten und Jahrhunderten vor den 1950er-Jahren umfassten große Streuobstgürtel alle Ortschaften und trugen zur Nahrungsmittelsicherheit der Obstbaumwiesenbesitzer bei.

Einige Obstsorten sind seither komplett verschwunden.

Das Buch „Die Kernobstsorten Württembergs“ von Eduard Lucas aus dem Jahr 1854 nennt den „Gestreiften Backapfel“, welcher in Württemberg verschiedene Namen hatte, so die Bezeichnung „Wasserluike“ in Hohenstaufen.

Des Weiteren nennt Lucas den „Rothen Tiefbutzer“. Auch dieser hatte landesweit verschiedene Synonyme. Lucas listet einige auf, darunter die Namensbezeichnungen „Kirchapfel“ in Göppingen, „Mittelstädter“ in Hohenstaufen und „Dreijährlingsapfel“ im Schurwald.

In der württembergischen Monatszeitschrift „Der Obstbau“ aus dem Jahr 1910 werden aus dem damaligen Oberamt Göppingen einzelne lokale Apfelsorten genannt, darunter der „Wangener Streifling“, welcher uns heute völlig unbekannt ist und somit als ausgestorben angesehen werden kann. Innerhalb eines Jahrhunderts ist also eine damals bekannte regionale Apfelsorte komplett aus dem Gedächtnis der Bevölkerung verschwunden.

Es besteht noch eine kleine Restchance, durch sehr alte Bäume unserer Region die Gene der genannten Obstsorten zu retten.

Falls Ihnen daher die lokalen Sortenbezeichnungen von früher geläufig sind oder falls Sie alte Obstbäume mit unbekannten Sorten kennen, teilen Sie uns dies bitte unter unserer E-Mail-Adresse ogv-rechberghausen@t-online.de mit.

Erscheinung
Schurwaldbote – Gemeindeverwaltungsverband Östlicher Schurwald
NUSSBAUM+
Ausgabe 33/2025
Dieser Inhalt wurde von Nussbaum Medien weder erfasst noch geprüft. Bei Beschwerden oder Anmerkungen wenden Sie sich bitte an den zuvor genannten Erfasser.
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