Versteckt hinter Bäumen, abseits der Landstraße an einem Sportplatz – hier würden die Wenigsten ein komplett vegetarisches Restaurant erwarten. Doch genau das hat in Sulzbach im Clubhaus des Fußballvereins Anfang Mai geöffnet. Das Restaurant VegPureSoul bietet hier indische Küche an – mit viel Liebe für die kulinarische Tradition Nordindiens.
Betrieben wird das Restaurant von Virender Kumar und Chand Subhash – gemeinsam mit der ganzen Familie. Mit rund neun Jahren Gastro-Erfahrung, die meiste davon in ihrer Heimat im Umkreis von Neu-Delhi gesammelt, war es schon immer ein Traum, ein eigenes Lokal zu führen.
Zuhause ist es ein Hobby, jetzt wolle man auch andere Menschen wie zuhause mit gesundem Essen bekochen. Indische Küche verbindet der Sohn des Kochs mit seiner Kindheit, dieses Gefühl gebe man gerne weiter.
Der Name des Restaurants ist Programm: „Veg" steht für vegetarisch, „Pure" für gutes, reichhaltiges Essen – und „Soul" für die Seele, die in jedem Gericht stecken soll. Gekocht werde mit viel Herz, nach traditionellen Rezepten aus dem Norden Indiens.
Beim Einkauf setzt die Familie nach eigenen Angaben auf Frische. Das Mehl für das selbstgemachte Naan würden sie direkt aus einer Mühle beziehen, spezifisch indische Gewürze und Zutaten seien nach Angaben der Betreiber auch hierzulande mittlerweile gut zu beschaffen.
Bei meinem Besuch bekam ich zum Probieren mehrere Vorspeisen. Die Pakora sowie die Paneer Pakora waren frittiert, ohne dabei den Geschmack des Gemüses zu verlieren. Der Frischkäse im Kichererbsenteig hat eine Konsistenz wie Grillkäse sowie einen dementsprechenden Geschmack. Die Chutneys stechen hervor: Süß oder spicy, ohne von etwas zu viel zu sein. Komplimentiert die Gerichte hervorragend.
Die Samosa sind besonders empfehlenswert. Die Gemüsefüllung ist reichhaltig und überraschend sättigend, dafür, dass es eine Vorspeise ist. Geschmacklich ist es kompetent gewürzt, ohne dabei zu scharf zu sein – perfekt für alle Münder.
Auch der indische Nachtisch ist hervorragend – geschmacklich mal etwas anderes als typisch deutsche Desserts. Fleisch vermisst man nicht, satt wird man auf jeden Fall.
Preislich sind die Speisen durchschnittlich teuer, vergleichbar mit anderen Restaurants dieser Art. Die Atmosphäre ist familiär: Vom Personal wird man freundlich, fast wie ein Familienmitglied behandelt – eine Wahrnehmung von mir, die sich auch in den Google-Rezensionen widerspiegelt.
Dass ein ausschließlich vegetarisches Restaurant ausgerechnet im Clubhaus eines Fußballvereins auf dem Land eröffnet, sorgt mitunter für erstaunte Gesichter. Außergewöhnlich ist es allemal.
Einmal habe sich ein Gast geärgert, dass es bei einem Sportplatz kein Fleisch gebe – bislang komme das Angebot allerdings sehr gut an, betont die Familie. Das zeigen auch die überwiegend positiven Bewertungen auf Google Maps: Viele Gäste seien angenehm überrascht von der Vielfalt und Qualität der indischen Küche. Vor allem Vegetarier freuen sich natürlich.
Die Familie selbst ist vegetarisch aus Überzeugung. Das sei auch tief in der Familiengeschichte verwurzelt: Schon Großvater und Urgroßvater verzichteten auf Fleischprodukte. Für die Betreiber des Restaurants wäre ein fleischhaltiges Essen schlicht keine Option – es tue „dem Herzen nicht gut", ein totes Tier zu essen, wie der Sohn erklärt.
Jeder habe aber seinen Geschmack, betont die Familie. In Deutschland isst man nun mal mehr Fleisch als in Indien, wo vegetarische Ernährung eine jahrtausendealte Tradition hat.
Das Vorurteil, vegetarische Ernährung sei weniger nährstoffreich, weisen sie trotzdem zurück. Der Sohn habe es mal für sich ausgerechnet: Wenn man es richtig macht, hat man am Ende alle wichtigen Nährstoffe, Proteine und Vitamine.
Der Großteil der Kundschaft kommt aus der näheren Umgebung – vor allem aus Malsch. Doch das VegPureSoul zieht auch Gäste von weiter her an: aus Rastatt, aus Heidelberg und sogar eine Familie vom Bodensee. Die Lage am Hurstsee trägt dazu bei: Bei warmem Wetter würden viele Spaziergänger und Badegäste spontan einkehren.
Gästen, die zum ersten Mal indisch essen, wird als Einstieg Chana Masala empfohlen – ein würziges Kichererbsengericht. Der persönliche Favorit des Küchenchefs ist Palak Paneer, ein cremiges Spinat-Käse-Gericht aus der nordindischen Küche. Hierfür verwendet die Familie hausgemachten Frischkäse.
Adresse: Alte Reute 1, 76316 Malsch
Öffnungszeiten: jeden Tag von 11 bis 14 Uhr sowie von 17 bis 22 Uhr, nur sonntags um 21:30 Uhr schon geschlossen
Webseite: www.vegpuresoul-restaurant.de
Das Restaurant verfügt über einen geräumigen Außenbereich mit viel Platz für Kinder sowie Parkmöglichkeiten. Künftig soll eine Lieferoption über Lieferando hinzukommen, vorerst liefert die Familie aber selbst.


