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Summender Sommer mit weniger Mähen

Langfristig naturnah gärtnern statt kurzfristiger Aktionen Wer dauerhaft weniger mäht fördert Artenvielfalt und...


Langfristig naturnah gärtnern statt kurzfristiger Aktionen
Wer dauerhaft weniger mäht fördert Artenvielfalt und spart Energie
Bunte wilde Ecken als Einstieg für Gartenfreunde


Jetzt im Frühling (und Sommer) brummen die Rasenmäher in vielen Wohngebieten im Land wieder regelmäßig. Dabei gibt es gute Argumente weniger und seltener zu mähen.

Ein akkurater kurzgeschorener Rasen ist für viele Gartenbesitzer das Ideal. „Aber wer den eigenen Garten wie einen Sportplatz herrichtet, macht ihn zu einer grünen Wüste. Hier finden Bienen, Schmetterlinge und andere Tiere wie das Grüne Heupferd oder der Zitronenfalter weder Nahrung noch einen geeigneten Lebensraum“,(erklärt Lilith Stelzner, Referentin für Naturschutz beim BUND Baden-Württemberg). Bei so einem Rasen hilft es auch nicht, ihn einen Monat wachsen zu lassen. Ziel sollte es sein, den Garten langfristig als lebendiges grünes Paradies anzulegen. Dazu gehört weniger mähen unbedingt dazu.

Jedes Stück Lebensraum zählt
„Es ist ungemein wichtig, dass Gartenbesitzer*innen etwas für den Erhalt der heimischen Artenvielfalt tun. Da wir Menschen nach wie vor immer mehr Fläche verbrauchen, zählt für viele Tierarten inzwischen jedes Stück Lebensraum“, erklärt Stelzner. Gerade im Mai (Juni) blühen zahlreiche Wildkräuter wie Gänseblümchen, Gundermann, Vergissmeinnicht, Thymian, Schafgarbe oder Löwenzahn und bieten vielen Insektenarten Nahrung. Besonders viel Nektar und Pollen enthalten auch Klee, Margeriten, Wiesensalbei, Kriechender Günsel oder Ehrenpreis. „Sie wachsen aber langsamer als Rasen und vertragen deshalb keinen häufigen Schnitt. Geben Sie diesen wilden Schönheiten also zumindest auf ausgewählten Flächen in Ihrem Garten eine Chance, indem Sie diese ungemäht lassen oder jeweils nur Teilbereiche wie in einem Mosaik mähen“, appelliert Lilith Stelzner. Untersuchungen zeigen, dass solche Bereiche über das ganze Jahr ein wichtiger Lebensraum für viele Tierarten sind. „Heuschrecken und viele weitere Tiere fühlen sich in hohen Wiesenbereichen wohl und benötigen diese, um sich zurückzuziehen oder fortzupflanzen. Wenn Sie ihnen also etwas Raum geben, können Sie sich ebenfalls das ganze Jahr am emsigen Treiben, Zirpen, Summen und Zwitschern in ihrem lebendigen Garten erfreuen“, betont Stelzner.

Fünf Gründe, weniger und seltener zu mähen
Der Verzicht auf den übermäßigen Einsatz des Rasenmähers bietet auch weitere Vorteile.

Weniger Zeit, Energie und Lärm bei der Pflege Ihres Gartens.
Mehr Bewuchs hält Feuchtigkeit im Boden und schützt ihn vor dem Austrocknen.
Wildkräuter fördern die Bodenqualität.
Mehr Insekten und Versteckmöglichkeiten locken auch andere Tiere wie Vögel oder Igel an.
Heimische Wildblumen und -kräuter sparen Geld und Pflegeaufwand.


Mit einer bunten Wildblumenwiese kann man nämlich auf Düngen und Gießen verzichten. Viele der wilden Arten sind bestens angepasst auf trockene und nährstoffarme Böden – anders als gezüchtete Gartenpflanzen aus dem Handel.

So geht naturnahe Gartenpflege
An den meisten Standorten reicht es, den Garten nur zweimal im Jahr mähen: Ende Mai und im Herbst. Dann hatten alle Blumen Zeit, Blüten und Samen zu bilden. Zumindest aber sollten Teilbereiche des Gartens als wilde Ecken oder Blumeninseln ganzjährig wachsen dürfen. Dann können sich Tiere zum Schutz von den gemähten Bereichen ins hohe Gras zurückziehen.

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