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Feuerwehr

Tag der Freiwilligen Feuerwehr Abteilung Grötzingen

Hinsehen, verstehen und retten, wenn es ernst wird Eine Menge an Kindern und deren Eltern schaute zu, wie ein Brand entsteht und wie ihn die Feuerwehrleute...
Tag der Offenen Tür Freiwillige Feuerwehr Abteilung Grötzingen Publikum
Ein großes Interesse bestand gerade bei den Kindern daran, sich die Übungen anzusehen.Foto: war

Hinsehen, verstehen und retten, wenn es ernst wird

Eine Menge an Kindern und deren Eltern schaute zu, wie ein Brand entsteht und wie ihn die Feuerwehrleute löschen. Auch wie eine Fettexplosion zu beheben ist, wie man den Atemschutz gebraucht, wer ihn überhaupt benutzen darf und welche Lehrgänge man alles machen kann – das erfuhr das Publikum beim Tag der offenen Tür der Freiwilligen Feuerwehr Abt. Grötzingen am Sonntag der vorvergangenen Woche.

Vor dem Gebäude am Laubplatz 4 konnte man sich noch dazu bei Speis und Trank miteinander austauschen oder an einer der Führungen durchs Feuerwehrhaus teilnehmen. Um 16 Uhr konnte man bei der letzten gezeigten Übung sehen, wie ein Einsatz verlaufen kann, wenn man einen Brand bekämpfen und Menschenleben retten muss. Auch darauf, wie gefährlich solch ein Einsatz für die Feuerwehrleute sein kann und wie bedeutsam er für die Rettung anderer ist, wies Florian Kaute in seiner Moderation vor den einzelnen Übungen hin.

Jugendfeuerwehr

Benedict Precht ist zehn Jahre alt und in der Jugendfeuerwehr, an der junge Erwachsene bis 18 Jahre teilnehmen können. Er ist über seinen besten Freund aus der Schulzeit in die Jugendfeuerwehr gekommen. Der Junge wohnt jetzt in Bruchsal-Untergrombach und hat vorher in Grötzingen gewohnt. Er pendelt jeden Mittwoch hierher und wenn etwas Besonderes ist. Ende Oktober findet eine 24-Stunden-Übung statt, wie er verrät. „Um 7 Uhr sind wir hier, bis am nächsten Tag, um 11 Uhr. Letztes Jahr waren wir hier auch am Tag der Offenen Tür. Im Januar haben wir die Uniform bekommen. Dann haben wir den Plan bekommen und haben den Innenangriff gemacht, weil es den ganzen Tag geregnet hat. Hieran gefällt mir, dass wir viel spaßige Sachen machen. Feuerwehrmann zu sein ist aber nicht mein Traumberuf.“ Maja Speck, Feuerwehrfrau, ist noch nicht so lange dabei, hat aber auch reingeschaut und ist dabei geblieben.

Arbeit des Deutschen Roten Kreuzes

Katharina Kritzer ist seit einem Jahr Sanitäterin im Ortsgruppenverein des Deutschen Roten Kreuzes. „Es macht mir Freude, das Handwerkszeug zu haben, Menschen in jeder Lebenslage zu helfen und etwas Sinnvolles zu machen. Zufällig habe ich hier viele nette Menschen kennengelernt. Ich bin im Hauptberuf Lehrerin und betreue die Rettungssanitäter. Da habe ich sozusagen Blut geleckt, weil ich auch etwas Praktisches machen wollte.“ Weiter erzählt sie: „Bei solchen Festen, wie denen des Motorsportvereins, der Gewichtheber, der Turner oder bei der Kulturmeile etc. machen wir Sanitätsdienste. Wir haben auch eine Jugendrotkreuzgruppe. Die jüngere Rotkreuzgruppe fängt ab sechs Jahren an. Die gehen auf Wettkämpfe wie den Malscher Erste-Hilfe-Wettbewerb. Da gibt es verschiedene Praxis-Aufgaben und da muss man die in diesem Fall geschminkten Schauspieler versorgen. Ein Beispiel war ein Priester, der bei der Beerdigung umgefallen ist und einen Herz-Kreislauf-Stillstand hatte.“ Da seien sie auch ganz stolz darauf gewesen, dass sie den dritten Platz belegt haben. An diesem Tag waren sie zu viert vor Ort sowie in der Bereitschaft insgesamt neun Leute. „Heute hatten wir einen Herren, der mit dem Kreislauf Probleme hatte und umgefallen ist. Andere Menschen hatten Kleinigkeiten wie Blasen. Am besten ist ja immer, wenn nichts passiert“, sagte Kritzer. Auch von Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr hat sie eine gute Meinung: „Die Feuerwehrleute sind immer wahnsinnig hilfsbereit. Wir sind froh, dass sie so gut ausgebildet sind.“

Stimmen aus dem Publikum

Sonja Bürck war mit Freundinnen hierhergekommen und genoss die Stimmung. „Der Nachwuchs fehlt ja bei vielen Vereinen. Hier ist er da und viele jüngere Leute helfen mit. Die Kinder durften sich ja alle Feuerwehrautos ansehen und reinklettern, was dann vielleicht auch wieder für den Nachwuchs förderlich ist. Wir sind hierhergekommen, weil wir wussten, dass das Feuerwehrfest heute ist.“

Treffpunkt für Freunde und Bekannte

„Positiv ist, dass so viele junge Leute hier sind. Die Leute waren sehr, sehr nett, gerade, wenn man etwas bestellt hat. Für Essen und Trinken war bestens gesorgt. Es war auch ausverkauft“, sagte Sigrid Jourdan. Beide Damen freuten sich über diesen „Treffpunkt für Freunde und Bekannte, die man schon länger nicht mehr gesehen hat.“

Fazit

Marco Veith, Abteilungskommandant, sagte: „Wir sind sehr zufrieden. Wir hatten den ganzen Tag volles Haus und viele interessierte Gäste, die mal erleben wollten, was die Feuerwehr so macht. Wir hatten ein, zwei Einsatzübungen der Aktivität, einen Verkehrsunfall und einen simulierten Wohnungsbrand, bei denen wir den Leuten zeigen konnten, was die Feuerwehr bei einem Unfall macht. Bestimmt waren Kinder dabei, die mal zur Jugendfeuerwehr gehen möchten und sich das dann angeschaut haben.“ Auf einschlägige Nachfrage erwähnte er: „Der Tag der Offenen Tür ist auch als Mitgliedswerbung gedacht und ein Tag, an dem wir zeigen, was wir machen und das Interesse der Leute wecken möchten, dass diese Mitglieder werden. Das sieht man in den nächsten Monaten, ob dann tatsächlich jemand vorbeikommt.“ Beim letzten Mal konnten sie ein neues Mitglied werben. „Das ist für uns schon hundert Prozent Erfolg, wenn wir einen neuen Kameraden gewonnen haben. Ob es mehr sind, die als Gast hierhergekommen sind und dann woanders zur Feuerwehr gehen, kann ich so natürlich nicht sagen.“ (war)

Erscheinung
Grötzingen Aktuell
Ausgabe 41/2025
von Redaktion NUSSBAUMRedaktion NUSSBAUM
08.10.2025
Orte
Karlsruhe
Kategorien
Blaulicht
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