Bei den Flötentönen am Sonntag, 10. Mai 2026
Eduard Mörikes „Schöne Lau“ kam aus dem Blautopf zu uns.
Auf den Wellen des Blautopfes glitten alle Schauspieler des Stücks zu den Klängen eines Rondeaus mit Pauken und Schellen in die Turnhalle ein.
Viele Zuschauer waren gespannt und begrüßten die Truppe mit Applaus. Ebenso das Flötenensemble, das durch Violine und Violoncello bereichert war.
Die zunächst traurige Lau – ein Wasserwesen aus dem Donaureich – wurde von ihrem Gemahl, dem Donaunix in den Blautopf gebracht. Erst wenn sie fünfmal gelacht hätte, würde sie heimgeholt und wäre in der Lage, ein Kind zu gebären.
Alle Versuche der mitgereisten Zofen, die Lau zu erheitern, scheiterten. Die Ballspiele und Jonglagen der Mädchen ließen sie kalt, obwohl eine wunderbare Cello-Suite von Johann Sebastian Bach die Spiele begleitete.
Die Boten, die sich nach den Lacherfolgen erkundigten, zogen enttäuscht wieder ins Donaureich zurück. Auch die Possen der lustigen Zwerge, begleitet von Klaviermusik, konnten ihr kein Lachen abringen. Tänze zu Gitarrenmusik hatten auch keinen Erfolg.
Aus ihrer traurigen Lage entstand der Wunsch, das Leben der Menschen in Blaubeuren kennenzulernen. Da stand der alte Gasthof der „Nonnenhof“, der von der tüchtigen Frau Betha und ihren Kindern – Jutta und Xaver – bewirtschaftet wurde. Frau Betha hatte den unansehnlichen Rand des Topfes mit Blumen verschönert. Das hatte der Lau schon sehr gefallen und so kroch sie eines Tages durch eine Brunnenöffnung in den Keller des Nonnenhofes.
Frau Betha beruhigte die erschreckte Tochter Jutta und bat die Lau in die Gaststube. Die Lau hatte ihr einen Kreisel zur Beruhigung der lärmenden Gaststube geschenkt, der sich zur Geigenmusik von Telemann drehte (sehr zum Vergnügen des Publikums).
Die Wirtsstube war Bühne für sehr gelungene Stuhlakrobatik mit Pyramidenaufbau und wurde mit Klaviermusik – einer Romanze von Schubert– begleitet.
Die Blumen am Teichrand waren jetzt erblüht und tanzten zu den Klängen des Flötenensembles.
Auch die Lüfte waren in Bewegung und das Publikum konnte die atemberaubenden Darbietungen am Schwungtuch bestaunen. Klaviermusik schwang wundervoll mit.
Die Lau kam nun öfter in die Gaststube und als Jutta ihr die nassen Füße trockenrieb, musste sie laut kichern. Das war das 1. Lachen – das Publikum zählte mit. Als sie dann das Haus noch weiter erforschte, entdeckte sie ein Enkelkind von Frau Metha auf dem Töpfchen. Das war zwar niedlich, aber stank auch und alle Anwesenden hielten sich die Nase zu und schnitten Grimassen. Da lachte die Lau zum 2. Mal.
In dieser guten Stimmung lachte die Lau sogar im Schlaf. Doch das ließ Frau Metha nicht gelten. Darüber war die Lau so wütend, dass sie in den Blautopf untertauchte und ihn so sehr aufwallen ließ, dass Blaubeuren fast überflutet worden wäre. Wenn nicht Xaver mit zwei Holzpfosten am Ufer Faxen gemacht hätte. Da musste die Lau so sehr lachen, dass man’s in ganz Blaubeuren hörte. Auch das Publikum hörte das gefährliche Rauschen, indem es mit IKEA-Tüten, die unter den Stühlen lagen, „rauschte“.
Nun hatte die Lau zum 3. Mal gelacht.
Ein Bursche wollte einst mit einem Lot die Tiefe des Teichs erforschen. Als das Bleilot bei der Lau und ihren Zofen ankam, waren sie so guter Laune, dass sie das Lot abschnitten und allerhand Spaßiges dranbanden. Der Bursche war nicht schlecht erstaunt über seinen Fund. Seither gibt es in Blaubeuren den Zungenbrecher vom Klötzle Blei.
Diesen wollte die Lau Frau Betha vorsprechen, verhaspelte sich aber so sehr, dass sie zum 4. Mal lachen musste.
Die Lot-Szene fand kunstvoll und atemberaubend am Vertikaltuch statt und wurde stilgerecht vom Flötenensemble mit Händels Wassermusik begleitet.
Jetzt aber musste „die Ente wieder ins Wasser“, denn Getöse und Musik kündigte den Gemahl, den Donau-Nix an. Xaver trug die Lau, die vor freudigem Schreck ohnmächtig geworden war, zum Teich und küsste sie. Da bekam er aber, von wo auch immer, eine kräftige Maulschelle. Das entlockte der Lau das 5. Lachen und sie zog nach herzlichem Dankesabschied zurück ins Donaureich.
„Ob die Schöne Lau sich später mit ihrem Kind noch zu Besuch im Nonnenhof eingefunden, davon wissen wir nichts; doch möchte man’s gern glauben“ (Mörike)
Ein großer herzlicher Dank an alle, die dieses schöne Stück zur Aufführung gemacht haben:
Ein Dank an das so lebendige Publikum und an alle Eltern, die so etwas unterstützen und schätzen. Danke auch an alle Helfer und Buffet-Gestalter! Es war nach dem Stück noch ein gutes Miteinander mit Fingerfood und Getränken.
Sie konnten sich informieren, was beim Förderverein Flötentöne angeboten wird:
Alles baut auf der Grundlage der Elementaren Musik-Pädagogik auf:
Bei Interesse:floetentoene@gmx.de


