Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen des Jahres erwacht die Natur zu neuem
Leben. Doch während Singvögel ihre Reviere nur im Frühjahr markieren, haben
Stadttauben längst Fakten geschaffen: Auf Balkonen, in Häusernischen und unter
Photovoltaik-Modulen herrscht das ganze Jahr Hochbetrieb. Was für die Vögel ein
idealer Brutplatz ist, wird für Hausbesitzer oft zur technischen und rechtlichen
Herausforderung.
Im Gegensatz zu vielen heimischen Singvögeln, die nur im Frühjahr oder / und Herbst
nisten, sind Stadttauben das ganze Jahr über aktiv. Durch den vom Menschen
angezüchteten Brutzwang ziehen sie sechs bis acht Bruten pro Jahr auf – auch im tiefsten
Winter.
„Solaranlagen bieten Tauben ideale Bedingungen: Schutz vor Raubvögeln und
Trockenheit
Wer Tauben unter Solaranlagen bemerkt, darf nicht eigenmächtig handeln. Hier gilt es, Ruhe
zu bewahren und die gesetzlichen Regeln zu beachten:
Nestprüfung:
Bevor Maßnahmen ergriffen werden, um die Anlage taubensicher zu machen, muss
zwingend geprüft werden, ob sich bereits Nester mit Eiern oder Jungvögeln unter den
Modulen befinden.
Entfernungsverbot:
Laut Tierschutzgesetz ist es untersagt, besetzte Nester einfach zu entfernen oder den
Zugang für die Elterntiere zu versperren, während diese brüten oder Junge aufziehen.
Geduld gefragt: Sollte ein Gelege entdeckt werden, müssen die Tiere fertig brüten dürfen.
Von der Eiablage bis zum Ausfliegen der Jungvögel dauert die Brut- und Aufzuchtzeit in der
Regel etwa vier Wochen. Erst wenn das Nest verlassen ist, darf mit den Reinigungs- und
Sicherungsarbeiten begonnen werden.
Vorbeugung:
Nachhaltiger Schutz für die Zukunft.
Nisten keine Tauben unter den Modulen, können die Zwischenräume zwischen Dach und
Modulen mit speziellen Bürsten, Gittern oder Edelstahlblechen dauerhaft verschlossen
werden.
Neubau:
Achten Sie direkt beim Neubau von Solaranlagen auf Ihr Haus darauf, von der Fachfirma
einen speziellen Schutz anbringen zu lassen.
Besonderheit: Der „Eiertausch“ bei Erreichbarkeit der Gelege
Befindet sich das Nest an einer gut zugänglichen Stelle – etwa in einem Blumenkasten
oder einer niedrigen Häusernische –, gibt es eine tierschutzgerechte Lösung zur
Bestandskontrolle: den Eiertausch.
Bitte kontaktieren Sie in diesem Fall die Stadttaubenhilfe Ettlingen e.V. schnell, um die
echten Eier nach Überprüfung der Eier (schieren), gegen Kunsteier auszutauschen. Nur
wenn die Brut noch ganz am Anfang ist, dürfen die Eier noch getauscht werden.
Voraussetzung: Der Brutplatz muss sicher erreichbar sein. Mit einer handelsüblichen Leiter
lassen sich bereits viele Nischen an Fassaden oder über Balkonen kontrollieren.
Effekt: Die Tauben brüten auf den Attrappen weiter, ohne dass Jungtiere schlüpfen. Dies
reduziert den Bestand auf sanfte Weise.
Was als geschützter Rückzugsort beginnt, entwickelt sich schnell zum Dauerproblem. Die
Tauben sind standorttreu und kehren nach jeder Brut sofort zu ihrem Stammplatz zurück, um
das nächste Gelege zu beginnen.
Helfen Sie mit:
Unterstützen Sie die Stadttaubenhilfe durch eine Mitgliedschaft oder eine Spende. Als
Mitglied tragen Sie dazu bei, dass moderne Tierschutzkonzepte wie betreute Taubenschläge
und Geburtenkontrolle flächendeckend umgesetzt werden können. Nur durch ein
gemeinsames Management lässt sich die Population langfristig stabilisieren – zum Wohle
der Vögel und der Anwohner.
Weiter Informationen finden Sie auf unser Homepage www.stadttaubenhilfe-ettlingen.de