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Tennis beim Stromausfall in Berlin: Hagel verteidigt Wegner

Ein Tennisspiel von Berlins Regierendem Bürgermeister Wegner sorgt derzeit für viel Kritik. Nicht so aus dem Süden. Hier empören sich Politiker von CDU und CSU über eine ganz andere Frage.
Manuel Hagel vor CDU-Banner.
Baden-Württembergs CDU-Landeschef Hagel will nicht über das Tennisspiel von Berlins Regierendem Bürgermeister Kai Wegener streiten - es brauche vielmehr eine Debatte über den Linksterrorismus in Deutschland. (Archivbild)Foto: Uwe Anspach/dpa

Rückendeckung für Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner: Der baden-württembergische CDU-Vorsitzende Manuel Hagel hat das Krisenmanagement seines Parteifreundes Wegner gegen Kritik verteidigt. «Kai Wegner arbeitet mit hoher Konzentration an der Bewältigung dieser Krise», sagte er auf Nachfrage bei seinem Besuch bei der Klausur der CSU-Bundestagsabgeordneten im oberbayerischen Kloster Seeon. Er sehe zudem keine Gefahr, dass sich die Debatte um das umstrittene Tennisspiel von Wegner negativ auf den Wahlkampf der CDU in Baden-Württemberg auswirken könne.

CSU-Landesgruppenchef fordert wachsamen Rechtsstaat

Auch CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann vermied Kritik an Wegner und forderte vielmehr «Lehren aus den Ereignissen». Es brauche einen Rechtsstaat, «der hellwach ist auf beiden Augen, rechts und links. Und dann müssen wir weiterarbeiten am Thema starker Staat, resilienter Staat», sagte er. Dazu gehöre etwa, dass Informationen zur kritischen Infrastruktur nicht öffentlich zugänglich seien.

Hagel sieht Bedarf für Debatte um Linksterrorismus in Deutschland

Hagel betonte, dass aus seiner Sicht die Debatte «in den nächsten Wochen und Monaten» vielmehr um den Linksterrorismus in Deutschland drehen müsse: «Das ist ja die Botschaft, die auch von diesem Anschlag in Berlin ausgeht, dass der Linksterrorismus zurück ist in unserem Land und dass der Linksterrorismus nicht davor zurückschreckt, auch kritische Infrastruktur in unserem Land lahmzulegen und damit auch in Kauf nimmt, dass hunderte von Menschen, Ältere, Kranke, kleine Kinder, Familien, im Dunkeln sitzen und frieren.»

Wegner wegen Tennisspiel während Stromausfall in Kritik

Wegner hatte am Mittwoch eingeräumt, dass er am vergangenen Samstag wenige Stunden nach Beginn des Blackouts Tennis spielte. Gleichzeitig machten sich 100.000 Betroffene im Berliner Südwesten ohne Strom und Heizung, Internet und Handy-Empfang mitten im Winter große Sorgen. Vor Ort wurden eilig Notunterkünfte aufgebaut und andere Hilfe organisiert.

Wegner spielte zusammen mit seiner Lebensgefährtin, Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), um – wie er es formulierte – den Kopf freizubekommen. Zuvor hatten der «Tagesspiegel» und der «Focus» darüber berichtet. Politiker anderer Parteien übten harsche Kritik an Wegner, Vertreter von AfD und FDP forderten seinen Rücktritt. Dagegen stellte sich auch die Berliner CDU-Fraktion hinter Wegner.

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