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Leere, die neu gefüllt werden will
Anfang Februar durften wir die Schlüssel zu unserer neuen Wohnung entgegennehmen. Als wir die Tür öffneten, lagen große, helle Zimmer vor uns – weit, offen und noch unmöbliert. Alles wartete nur darauf, mit Leben gefüllt zu werden. Während ich noch etwas unschlüssig durch die Räume ging, war meine Frau innerlich schon einen Schritt weiter. Sie sah unsere Möbel an ihrem neuen Platz, stellte sich vor, wie alles einmal wirken würde, und erkannte Möglichkeiten, während ich zunächst nur Leere sah.
Solche offenen Räume begegnen mir nicht nur in einer Wohnung, sondern auch im Leben. Immer wieder gibt es Zeiten, die sich ungewohnt leer anfühlen. Zum Beispiel dann, wenn der Ruhestand beginnt und der gewohnte Arbeitsalltag wegfällt. Oder wenn im Alter die Kräfte nachlassen und manches nicht mehr möglich ist. Solche Veränderungen können Schmerzen und Unsicherheit auslösen.
Doch vielleicht steckt in dieser Leere mehr als nur Verlust. Vielleicht ist sie auch eine Einladung, Neues zu entdecken, andere Schwerpunkte zu setzen und dem Leben eine veränderte Form zu geben. In solchen Phasen lässt Gott mich nicht allein. Ich darf ihn bitten, mir neue Gedanken, hilfreiche Begegnungen und Aufgaben zu schenken, die meinem Leben weiterhin Sinn und Würde verleihen. Wo etwas endet, entsteht Raum für Neues. Dieser Raum muss nicht sofort gefüllt sein. Er darf wachsen. Und genau darin liegt Hoffnung.
„Denn siehe, ich will ein Neues schaffen, jetzt wächst es auf, erkennt ihr’s denn nicht?“ (Jesaja 43, 19, Luther)