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tap im Porträt

Theater am puls: André Haedicke im Porträt

In dieser Serie stellen wir das Künstlerteam des „theater am puls“ (tap) näher vor. Diese Woche: André Haedicke.
Bei "Dick im Geschäft" erzählt André Haedicke unter anderem auch von kuriosen Begegnungen und Pannen im Rampenlicht.
Bei "Dick im Geschäft" erzählt André Haedicke unter anderem auch von kuriosen Begegnungen und Pannen im Rampenlicht - und nimmt sich selbst nicht allzu ernst.Foto: Tobikko (Haedicke priv)

Diese Woche stellt sich der 38jährige André Haedicke aus Florstadt bei Frankfurt den Fragen von Birgit Schillinger vom Freundeskreis.

Birgit Schillinger: Haben Sie schon als Kind auf der Bühne gestanden?

André Haedicke: Ich war schon immer der „Kleine, Dicke“. Wir sind nach der Wende aus Leipzig in ein kleines Dorf nach Hessen gezogen und ich habe mich schwer getan, Anschluss zu finden. Fußball und Feuerwehr haben mich nicht interessiert und so habe ich drei Jahre Posaune im örtlichen Musikverein gespielt - aber ehrlich gesagt ohne Freude oder gar Talent. Dann machte meine Schwester bei einem Krippenspiel mit und als nerviger kleiner Bruder wollte ich unbedingt auch mit zur Chorprobe. Und da habe ich Blut geleckt. Von da aus ging es einfach immer weiter: Schulmusicals, Mitglied im regionalen Musicalverein, wo ich zwei Musicaldarstellenden begegnet bin, die aus dem Musicalverein heraus zu Profis geworden sind - und da dachte ich: Das wollte ich auch: Welten und Situationen zu erschaffen, die für die Zuschauer ganz real sind, Geschichten zu erzählen mit allen mir zu Verfügung stehenden Mitteln, sei es Schauspiel, Sprache, Gesang oder Bewegung, das hat mich fasziniert.

Schillinger: Wie sind Sie Musicaldarsteller geworden?

Haedicke: Nach meinem Abitur dachte ich erst: Ich mache besser was anderes als Musical - denn kleine, dicke Musicaldarstellende habe ich bis dahin nicht auf den großen Musicalbühnen gesehen. Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr am Schauspiel Frankfurt habe ich schnell gemerkt: Meine erste Leidenschaft ist Musical! So habe ich dann an der Universität der Künste in Berlin vier Jahre Gesang, Tanz und Schauspiel studiert.

Schillinger: Wie und wann sind Sie zum theater am puls gekommen?

Haedicke: Das ist eine lustige Geschichte. Ich habe 2019 mit Christine Rothacker im Musical „die fabelhafte Welt der Amélie“ in München gespielt. Nach einer Vorstellung meinte Christine, sie würde noch mit einem super Regisseur/Intendanten was trinken gehen und ob ich nicht mitkommen möchte. So habe ich Joerg Mohr bei einer Weinschorle in München schätzen und kennengelernt.

Schillinger: Wie kam es zu „Dick im Geschäft“?

Haedicke: 2020 hatte ich die Idee zu einer Soloshow „Dick im Geschäft“ über meine Erfahrungen als Darsteller, der nicht dem Stereotyp entspricht - mit einer Mischung aus Comedy, Theater und Konzert. Geplant war ein einmaliger Auftritt vor Freunden und Familie im Bürgerhaus. Joerg [Mohr], der nur Plakat und Titel kannte, schrieb mich an: Willst du die Show nicht auch in Schwetzingen zeigen? Die Show im Bürgerhaus fiel pandemiebedingt aus und so war die Premiere von „Dick im Geschäft“ im Sommer 2020 im Schlossgarten Schwetzingen. Ein Abend, an den ich so gerne zurückdenke. Denn das Vertrauen, das mir Joerg und das Publikum geschenkt haben, berührt mich heute noch. Ich habe so viel schönes Feedback bekommen und so begann die Reise mit „Dick im Geschäft“. Jetzt freue ich mich, die Show, die natürlich gereift ist, neue Songs und Geschichten beinhaltet, hier zeigen zu dürfen.

Schillinger: Und wie zu „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ ?

Haedicke: Im zweiten Corona-Jahr hatten Christine Rothacker, Joerg Mohr und ich dann die Idee, die große Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ in einer Bearbeitung für zwei Darstellende und einem Pianisten einzustudieren. Joerg hat uns eine fantastische Fassung geschrieben und die Operette in den Spielplan aufgenommen. Wir sind auch immer wieder deutschlandweit für Gastspiele gebucht.

Schillinger: Was war oder ist Ihre Lieblingsrolle?

Haedicke: Meine Lieblingsrolle ist „Bruder Tuck“ im Musical Robin Hood. Eine Rolle, die ich für die Weltpremiere 2020 kreieren durfte und seitdem über 300 Mal gespielt habe. Meine Herzensprojekte sind aber tatsächlich „Dick im Geschäft“ und „Eine Frau, die weiß, was sie will!“ Weil ich hier noch so viel mehr als nur Darsteller sein darf.

Schillinger: Was ist das Besondere am tap?

Haedicke: Das ist einfach: Joerg macht mit seinem Team bedingungslos gutes Theater in einem intimen Rahmen. Die Vorstellungen haben mich alle angesprochen und berührt. Und das will ich von Theater: emotional berührt werden.

Schillinger: Welche Engagements haben Sie sonst noch?

Haedicke: Aktuell spiele ich an der Musikalischen Komödie in Leipzig und parallel dazu sechs Mal die Woche in Köln im Comedy-Musical „Himmel und Kölle“, für das ich extra den Kölner Dialekt gelernt habe.

Schillinger: Was sind Ihre Stärken und Schwächen?

Haedicke: Ich würde mich als einen positiven, lebenslustigen Menschen bezeichnen. Ich schaffe gerne Dinge und liebe was ich tue. Da fällt das „Abschalten“ manchmal schwer.

Schillinger: Haben Sie sonstige Interessen oder Hobbys?

Haedicke: Ich lebe mit meinem Mann und zwei Katzen in einer traumhaften Wohnung. Wenn ich nicht arbeite, genieße ich die Zeit mit allen Dreien.

Info

Das Soloprogramm „Dick im Geschäft“ wird am Sonntag, 15. März, 19 Uhr, aufgeführt. Die Operette „Eine Frau, die weiß, was sie will!“, mit Christine Rothacker ist am Sonntag, 12. April, 19 Uhr, an der Reihe. Karten sind erhältlich unter www.theater-am-puls.de und unter 06202 9269996 (von 9 Uhr bis 18 Uhr).

Erscheinung
Schwetzinger Woche
Ausgabe 08/2026
von Freundeskreis theater am pulsRedaktion NUSSBAUM
16.02.2026
Orte
Schwetzingen
Kategorien
Bühne
Kultur
Theater, Kleinkunst & Comedy
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